Ob wir im Sommer 2021 wieder normal reisen können, ist unklar – neue Virus-Mutationen, Schwierigkeiten bei der Impfstoffproduktion, Debatten um einen europäischen Impfpass, Reisewarnungen und sich ständig ändernde Einreisebedingungen machen genaue Prognosen unmöglich. Von Planungssicherheit können Branche und Urlauber derzeit nur träumen. Daher spielt Sicherheit für den Buchungsprozess eine enorm große Rolle. 

„Sommerurlaub sorgenfrei buchen“ – mit Slogans dieser Art werben Reiseveranstalter für ihre flexiblen Stornierungs- und Umbuchungsbedingungen. Bislang ist es meist so, dass bereits gebuchte Reisen zum Beispiel für den Sommer 2021 ohnehin kurzfristig umgebucht oder storniert werden können.

Diese Kulanzregelung wird nun bei vielen Reiseveranstaltern wie Tui, DER Touristik und Schauinsland abgelöst von neuen Tarifen. Das Prinzip ist Folgendes: Wer für seinen Pauschalurlaub etwas mehr bezahlt, darf ihn auch kurzfristig ohne die sonst üblichen Stornierungsgebühren wieder absagen oder umbuchen.

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Was ist ein Flex-Tarif?

Flex-Tarif nennt sich dieses Angebot – wegen der Flexibilität, die Urlauberinnen und Urlauber durch die Zahlung des Aufpreises bekommen. Die Preise und Konditionen unterscheiden sich je nach Veranstalter.

Flex-Tarif hat oftmals einen Haken

Aber: Reisende sollten sich die Angebote genau anschauen. Denn, so sagt Robert Bartel von der Verbraucherzentrale Brandenburg: „Anbieter beschränken die kostenlosen Stornierungsrechte nur auf ausgewählte Flugpauschalreisen bestimmter Marken.“ Urlauber sollten im Buchungsvorgang prüfen, ob das beworbene Stornierungsrecht für die konkrete Reise auch wirklich gilt.

Bartel empfiehlt, die versprochenen Rechte beispielsweise durch Screenshots der Regelungen und des Buchungsvorgangs genau zu dokumentieren. Denn bei den flexiblen Angeboten handele es sich um befristete Regelungen, die sich nicht in den normalen Geschäftsbedingungen wiederfinden.

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Wie viel kostet ein Flex-Tarif?

Die Kosten für die Flex-Tarife unterscheiden sich von Veranstalter zu Veranstalter:

Tui berechnet einen Aufschlag für den Flex-Tarif, gestaffelt nach Reisepreis: 39 Euro bei einer Buchung bis 2500 Euro, 69 Euro bis 4000 Euro, 99 Euro bis 6000 Euro, 199 Euro bis 10.000 Euro, 399 Euro bis 20.000 Euro. Umbuchen oder stornieren ist dann bis jeweils 14 Tage vor Abreise ohne weitere Kosten möglich. Ausgenommen vom Flex-Tarif bei Tui sind Angebote von X-Tui, Fly & Mix, ltur, Rundreisen, Non-refundable Rates, Airtours Cruises, Airtours Private Travel, Tui Camper, Tui à la carte, Tui Cruises, Gulet, Flyloco.

Auch DER Touristik rechnet den Aufpreis pro Reise ab. Bei einem Reisepreis bis 2000 Euro fallen 79 Euro an, 149 Euro sind es bis 4999 Euro und 199 Euro ab 5000 Euro. Umbuchbar oder stornierbar sind die Pauschalreisen ebenfalls bis jeweils 14 Tage vor Reiseantritt, bei Eigenanreise bis sieben Tage vorher. Das Angebot gilt offiziell ab 1. März und vorher bereits im Rahmen einer erweiterten Kulanz für Neubuchungen bis zum 28. Februar 2021. Etliche Produktgruppen sind von der DER-Tour-Aktion ausgenommen, darunter Reisen mit Travelix, Kreuzfahrten und mit Linien- oder dynamischen Flügen gebündelte Pauschalreisen. Die gesamte Liste gibt es hier.

Schauinsland Reisen rechnet pro zahlenden Urlauber ab, hier werden für den „Flex2Relax“-Tarif 29 Euro für jede Person fällig. Der Urlaub kann dann bis 22 Tage vor Abreise ohne Gebühren umgebucht oder abgesagt werden.

FTI macht es wieder anders: Der Veranstalter nimmt als Aufschlag für den Flex-Tarif drei Prozent des Reisepreises und maximal 300 Euro. Damit lassen sich Pauschalreisen bis 15 Tage vor Reiseantritt kostenlos stornieren und bis 14 Tage vorher gebührenfrei umbuchen. 

Alltours hat als einziger größerer Veranstalter keinen Flex-Tarif aufgelegt, stattdessen gelten zeitlich befristete Sonder-Storno-Bedingungen für Alltours Klassik Reisen. Es gilt: Reisen im Sommer 2021 mit Abreise zwischen dem 1. April und dem 31. Oktober 2021, die bis zum 28. Februar gebucht werden, können 14 Tage vor Abreise kostenlos storniert und bis sieben Tage vor Abreise kostenlos umgebucht werden.

Ausgenommen von der Aktion sind Reisen von Alltours-X und Byebye sowie Versicherungen, Alltours-Klassik-Buchungen mit Linien- oder dynamisch paketierten Flügen und Buchungen über Bettendatenbanken.