Noch bis vor rund einem Jahr stand die Welt Reisenden offen: Tausende Flugzeuge und Schiffe brachten Millionen Touristen von einem Ort zum nächsten. Durch die globale Vernetzung konnten Abenteuerlustige selbst die entlegensten Ecken der Erde erkunden. Aber: Auf diese Weise konnte sich auch das Coronavirus weltweit rasant verbreiten.

Umso erstaunlicher ist es, dass es tatsächlich einige Orte gibt, die bisher keinen einzigen Corona-Fall gemeldet haben. Mehrere abgelegene Inseln sind von der Corona-Pandemie verschont geblieben. Das hat das Magazin „GQ.it“ ermittelt. Die meisten coronafreien Gebiete haben direkt zu Beginn der Pandemie die Grenzen geschlossen und seither für Einreisende nicht wieder geöffnet. Andere sind ohnehin schwer erreichbar und hatten auch zuvor kaum Touristen. Wir stellen sie vor.

Tokelau und Pitcairn

Tokelau ist ein von Neuseeland abhängiges Gebiet im Südpazifik, in dem nur rund 1500 Einwohner leben. Die abgelegene Inselgruppe besteht aus den drei Eilanden Nukunonu, Atafu sowie Fakaofo. Das naturnahe Paradies hat weiße Strände und paradiesische Gebiete zum Schnorcheln. Tourismus ist aber auf den Inseln kaum vorhanden, da es dort keinen Flughafen und keine großen Häfen gibt. Die einzige Möglichkeit, um sie zu bereisen, bietet eine Fähre, die gelegentlich zwischen Tokelau und Samoas Hauptstadt Apia fährt. Um Corona-Infektionen zu verhindern, wurden strenge Kontrollen eingeführt.

Ebenso gibt es keine direkte Flugverbindung zu den Pitcairn-Inseln im südöstlichen Pazifik. Die isoliert gelegene Inselgruppe gehört administrativ zu den britischen Überseegebieten. Nur eine ist bewohnt, auf der knapp 4,5 Quadratkilometer großen Insel leben nur 50 Menschen, die alle Nachfahren der Meuterer der „Bounty“ sind.

Aktuelle Deals

Die Insel Pitcairn ist nur schwer zugänglich – und vielleicht gerade deshalb coronafrei.

Drei weitere Inseln vulkanischen Ursprung sind unbewohnt. Es gibt keinen richtigen Hafen auf Pitcairn und keinen Strand, dafür aber jede Menge steile Felswände. Dennoch konnten vor der Corona-Pandemie gelegentlich Kreuzfahrtpassagiere die Insel mit Schlauchbooten besuchen, sofern die hohen Wellen es zuließen.

Tonga

Das polynesische Königreich Tonga befindet sich ebenfalls im Südpazifik. Zwar ist ein Großteil der mehr als 170 Inseln unbewohnt, dennoch hat das Land mit über 100.000 Einwohnern eine der höchsten Bevölkerungsdichten im Pazifik. Da es seit dem Beginn der Corona-Pandemie ein striktes Einreiseverbot für alle Ausländer gibt, hat Tonga bisher keinen einzigen Corona-Fall gemeldet.

Trotzdem gelten dort strenge Corona-Regeln für die Einheimischen. Sie müssen in der Öffentlichkeit einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, eine Personenbegrenzung von 50 Personen in geschlossenen Räumen einhalten und dürfen zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens nicht draußen unterwegs sein. Vor der Pandemie konnten dort Urlauber in einigen versteckten Resorts relaxen und bei Schwimm- und Schnorchel-Touren mit Buckelwalen schwimmen.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Diese Länder und Inseln im Pazifischen Ozean sind coronafrei

Auch Tuvalu, Samoa, Kiribati, Niue und die Cook-Inselgruppe haben bisher keine Corona-Fälle verzeichnet. Sie alle haben direkt zu Beginn der Pandemie ein Einreiseverbot für Ausländer ausgesprochen – und dieses bis jetzt aufrechterhalten.

Für die 11.000 Einwohner von Tuvalu beispielsweise gelten dennoch weiterhin Personenbegrenzungen und eine generelle Abstandsregelung von zwei Metern, um mögliche Corona-Infektionen zu vermeiden. Das viertkleinste Land der Welt könnte in wenigen Jahrzehnten versinken, wenn der Meeresspiegel weiter steigt. Das lockte in den vergangenen Jahren viele Katastrophen-Touristen an, denen nun aber seit rund einem Jahr die Einreise verwehrt blieb.

Auf die Cook-Inselgruppe machten vor dem Jahr 2020 Reisende aufgrund der faszinierenden Kombination aus grün bewachsenen Bergen, üppiger Vegetation, weißen Stränden und blauen Lagunen Urlaub. Doch seit der Grenzschließung aufgrund der Pandemie ist die Einreise für ausländische Reisende nicht mehr möglich. Der kommerzielle internationale Flugverkehr ist weiterhin eingeschränkt. Es gibt nur einmal wöchentlich eine Flugverbindung von Air New Zealand aus und nach Auckland. Kreuzfahrtschiffe und Jachten dürfen bis auf Weiteres nicht anlegen.

Die Cook-Inseln sind bisher coronafrei.

Nauru und Palau in Mikronesien

In dem Inselstaat Nauru mit etwa 10.000 Einwohnern in Mikronesien besteht ebenfalls eine Einreisesperre für Reisende, allerdings nur für jene, die sich in den letzten 14 Tagen in bestimmten Ländern aufgehalten haben – dazu gehören Deutschland und alle anderen EU-Mitgliedsstaaten. Außerdem hat die Regierung alle Flüge bis auf einen pro Woche aus Australien gesperrt. Somit hat die Insel bisher keinen einzigen Corona-Fall verzeichnet. Da Nauru touristisch noch im Anfangsstadium steckt, gab es schon vor Corona nicht allzu viele Touristen. Mögliche touristische Aktivitäten sind neben dem Sonnenbaden Tauchen, Sportfischen, Golfen, Schnorcheln und Tennisspielen.

Der tropische Archipel Palau hingegen gehört zu den weltweit spektakulärsten Tauch- und Schnorchelzielen. Denn dort gibt es über 1500 Fisch-, 700 Korallen- und Anemonenarten zu entdecken. Aber auch die schneeweißen Strände und das türkisblaue Wasser lockte vor Corona die Touristen an. Es besteht aus rund 350 Inseln, von denen elf bewohnt und alle corona-frei sind. Einreisen sind zwar erlaubt, allerdings müssen Reisende vor Reiseantritt einen Antrag für ein Quarantäne-Zertifikat stellen, einen negativen PCR-Test vorweisen und für mindestens sieben Tage in Quarantäne.

Palau ist ein Paradies für Taucher.

Sankt Helena und Tristan da Cunha

Auch die entlegenen Inseln Sankt Helena und Tristan da Cunha im Atlantik hatten noch keinen Corona-Fall. Eine Einreise ist zwar möglich, allerdings besteht eine 14-tägige Quarantänepflicht, die zwei Corona-Tests nach sich zieht. Die unter britischer Gerichtsbarkeit stehenden Inseln sind allerdings auch ohne Corona keine Touristenmagnete. Auf Tristan da Cunha gibt es keine Traumstrände oder Hotels, dafür aber ein raues Klima, Temperaturen um 15 Grad und viel Regen.

Und auch in Sankt Helena besteht zum Großteil aus steilen Bergen und dunklem Vulkangestein. Die Hauptattraktion dort sind gigantischen Walhaie, die Schnorchler als Wegbegleiter tolerieren.