Die Fahrgeschäfte des verlassenen Freizeitparks versprühen heute einen besonderen maroden Charme. Doch warum dreht sich das große rote Riesenrad nicht mehr? Dazu müssen wir ins Jahr 1969 zurückreisen. Das zur damaligen DDR gehörende Ost-Berlin schenkte sich zum 20. Geburtstag den Vergnügungspark im Plänterwald.

Die vielen Karussells und das rote Riesenrad in Berlin erreichten bald Kultstatus – aber dann kam der 9. November 1989. Als die Mauer fiel, erging es dem Spreepark wie so vielen anderen Betrieben in der ehemaligen DDR: Er wurde geschlossen.

Das Riesenrad im Spreepark Plänterwald wird in seine Einzelteile zerlegt und saniert.

Sanierung des Riesenrads im Spreepark startet

Doch eine Neueröffnung ist geplant, das berichtet die Unternehmensgruppe Grün Berlin. Die Sanierungsarbeiten haben bereits begonnen, vier Millionen Euro sind insgesamt veranschlagt. 2024 soll sie gemeinsam mit dem angrenzenden Kernbereich des Spreeparks abgeschlossen sein. Dazu gehören das Englische Dorf, das zu einem Veranstaltungsort wird, sowie eine große Freilichtbühne. 

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Zuerst wird das 45 Meter hohe und 220 Tonnen schwere Riesenrad abgebaut – auf Wunsch der Bürger soll sich das Wahrzeichen des Spreeparks bald wieder drehen.

Im Bürgerdialog wurde eindeutlich klar, dass der Spreepark wieder zum Leben erweckt werden soll.

Das historische Erbe des in die Jahre gekommenen Parks soll mit dem Konzept aufgegriffen werden. Bis das Riesenrad aber wieder seine Runden drehen kann, sind umfangreiche Test- und Prüfverfahren notwendig. Dafür soll das 31 Jahre alte Park-Highlight mit seinen 40 Gondeln, 40 Speichen und acht Masten abgebaut werden. Dabei soll festgestellt werden, welche Teile des Riesenrads sanierungsfähig sind.

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Rahmenplan für den neuen Spreepark steht

Bei einem Bürgerdialog von 2016 bis 2018 konnten die Berliner ihre Ideen einbringen, was aus dem ehemaligen Vergnügungspark werden solle. Für die künftige Gestaltung und Nutzung des Areals im Plänterwald haben der Berliner Senat und die Grün Berlin GmbH dann einen von Stadtplanern und Landschaftsarchitekten entwickelten Rahmenplan vorgestellt.

Demnach soll es schon 2022 eine teilweise Neueröffnung geben. Aktuell liefen außerdem schon die Sanierungsarbeiten am Eierhäuschen – einer Gaststätte im Spreepark.

Zum Eierhäuschen – Lokal im Spreepark

Schon im Jahr 1837 eröffnete die Gaststätte zum ersten Mal. Bekannt wurde das Eierhäuschen nicht zuletzt durch Theodor Fontanes Romanklassiker „Der Stechlin“.

Der Name entstammt dem früheren Eierverkauf am Schiffsanleger in der Nähe. Künftig sollen hier auch Wohnungen für Künstler sowie Ausstellungsräume entstehen.

Noch nicht entschieden ist, ob für den Spreepark in Zukunft Eintritt verlangt oder ob er kostenlos sein wird, aber die Nutzung von Attraktionen wie dem Riesenrad dann Geld kostet.

So viel Natur wie möglich erhalten

Laut Grün Berlin werde es künftig keine zusätzlichen Parkplätze geben, um möglichst viel Natur zu erhalten. Erreichen können die Besucher den Spreepark zum Beispiel mit einem Shuttle-Bus, per Fähre oder natürlich zu Fuß.