Spaniens pulsierende Großstädte locken jedes Jahr Millionen von Touristen an – zum Shoppen in Madrid, zum Sightseeing in Barcelona oder zum Museums-Marathon in Bilbao. Aber: Wer mal runterkommen will, sollte eines der Tausenden pittoresken Dörfer besuchen. Sie befinden sich versteckt zwischen grünen Hügeln und bergigen Landschaften, und sicher ist so mancher Tourist bei einem Roadtrip schon mal überraschend auf einen der ursprünglichen Orte gestoßen.

Kanaren: Das sind die neuen schönsten Dörfer der Inseln

Auch auf den Kanarischen Inseln gibt es solche Schönheiten, die abseits der Touristenmassen erkundet werden können. Welche Örtchen in Spanien sind die schönsten – und wie können Urlauber sie finden? Dafür gibt es einen Verband, der jedes Jahr die schönsten Dörfer in ganz Spanien auszeichnet: „Los Pueblos más Bonitos deEspaña“. 

Um in die Liste aufgenommen zu werden und ein Schild am Ortseingang zu erhalten, müssen mehrere Kriterien erfüllt werden: weniger als 15.000 Einwohner und ein zertifiziertes architektonisches oder natürliches Erbe. Wenn das der Fall ist, wird das Dorf von einem Qualitätsausschuss geprüft. Dieser beurteilt dann noch einmal die Sauberkeit, den Zustand der Fassaden und die Pflege von Grünflächen.

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Teneriffa und La Gomera haben jetzt zwei der schönsten Dörfer

Diesen Prozess haben fünf Dörfer auf den Kanarischen Inseln durchlaufen, zwei von ihnen sind ganz neu zum Jahresbeginn 2021 in die Liste aufgenommen worden: das Dorf Garachico im Norden der kanarischen Insel Teneriffa und Agulo auf La Gomera.

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Garachico: Einst vom Vulkan begraben

Garachico besticht durch seine Vulkanlandschaft und sein gut erhaltenes architektonisches Erbe aus dem 16. und 17. Jahrhundert. So gibt es dort zum Beispiel ein Castillo – die Burg von Garachico, die ursprünglich der Verteidigung des Hafens diente, eine historische Kirche sowie ein Franziskanerkloster. Einst war das Dorf das wirtschaftliche Zentrum der Kanarischen Inseln und eine angesehene Hafenstadt, bis im 18. Jahrhundert der Vulkan Montańa de Trebejo große Teile der Stadt verschüttete. Danach musste sich die Stadt, die zu den ältesten Orten Teneriffas zählt, neu erfinden.

Das malerische Städtchen Garachio auf Teneriffa bezaubert mit seinen historischen Gässchen und weiß getünchten Häusern.

Agulo: Der Balkon zum Meer

Agulo, gelegen im grünen Norden La Gomeras, ist eines der ursprünglichsten Dörfer der Insel. Es bezaubert mit einer von fruchtbaren Terrassenfeldern geprägten Landschaft, schroffen Steilwänden und einem atemberaubenden Blick auf das Meer und die gegenüberliegende Insel Teneriffa. Zudem hat Agulo einen der besten erhaltenen historischen Ortskerne der gesamten Kanaren. Einst war es sogar das wohlhabendste und am weitesten fortgeschrittene Dörfchen der Insel – Trinkwasser, Elektrizität sowie ein Schiffsanleger hatte das Dörfchen vor allen anderen.

Typisch für das Dorf Agulo: seine grünen Terrassenfelder.

Neben diesen beiden Dörfern, die Anfang 2021 neu in die Liste hinzugekommen sind, gibt es noch drei weitere kanarische Orte, die den Titel schon länger tragen: Tejeda auf Gran Canaria, Teguise auf Lanzarote und Betancuria auf Fuerteventura. 

Tejeda: Bergiges Dorf auf Gran Canaria

Tejeda befindet sich auf 1050 Metern Höhe. Inmitten der Gemeinde befindet sich der Gipfel Pico de las Nieves, die höchste Erhebung der Insel Gran Canaria. Er bietet Besuchern einen atemberaubenden Ausblick auf den umliegenden Naturpark.

Die Landschaft um Tejeda ist von Pinien und Mandelplantagen geprägt, und auch der historische Ortskern mit alter Pfarrkirche ist sehenswert. Mit Höhlengräbern und Malereien besitzt Tejeda ein spannendes archäologisches Erbe. 2019 musste das Dorf nach einem Waldbrand auf der Insel kurzzeitig evakuiert werden.   

Tejeda auf Gran Canaria liegt auf über 1000 Metern Höhe und ist ein echtes, ursprüngliches Bergdörfchen.

Teguise: Ehemalige Hauptstadt am Meer

Teguise war einst die Hauptstadt von Lanzarote. Noch heute ist das Dorf die größte Gemeinde der Insel. Die Altstadt steht wegen des historischen und architektonischen Erbes unter Denkmalschutz. Von der Festung Santa Bárbara aus, auf dem Gipfel des Vulkans Guanapay, haben Touristen einen tollen Ausblick auf den Ort.

Das weiß getünchte Dörfchen Teguise ist in der Umgebung, die fast wie eine Mondlandschaft wirkt, kaum zu übersehen.

Betancuria: Eingebettet in ein Tal

Das Dorf Betancuria befindet sich in einem von Bergen umgebenen Tal und gilt als der historisch bedeutsamste Ort auf der Insel Fuerteventura. Allein schon die Anreise ist ein Highlight, da der Ort über eine kurvige Bergstraße zu erreichen ist.

Definitiv einen Besuch wert: Die Kirche Santa Maria im Dorf Betancuria auf der Insel Fuerteventura.

Ein Must-see im Zentrum ist die Kirche Santa Maria de Betancuria, die aus dem 13. Jahrhundert stammt. Und auch die vielen historischen, weißen Wohnhäuser des Ortes sind ein echter Hingucker.