Quarantänepflicht, Corona-Testpflicht und digitale Anmeldung: Die Bundesregierung setzt künftig auf drei strenge Einreise-Regeln. Damit will sie Reisen – wenn sie nicht aus triftigen Gründen stattfinden – einen Riegel vorschieben. Die Muster-Quarantäneverordnung der Bundesregierung „zum Schutz vor einreisebedingten Infektionsgefahren“ soll am 14. Januar in Kraft treten, der Entwurf des Gesundheitsministeriums wurde am Mittwoch von der Regierung gebilligt. Ausnahmen für Reisende, die bereits eine Corona-Impfung haben, lehnte die Bundesregierung ab.

Künftig gilt laut Gesundheitsministerium: „Wer aus einem Risikogebiet in die Bundesrepublik Deutschland einreist, muss künftig spätestens 48 Stunden nach Einreise nachweisen können, dass er nicht mit dem Coronavirus infiziert ist. Einreisende aus besonders betroffenen Regionen müssen schon vor der Einreise ein negatives Testergebnis vorlegen.“

Die Verordnung muss jedoch noch von den Bundesländern umgesetzt werden – aktuell gelten beispielsweise Ausnahmen für Covid-Geimpfte in Sachsen-Anhalt. Wir halten dich auf dem Laufenden, ob und welche Ausnahmen es in den einzelnen Bundesländern von der Muster-Einreiseverordnung gibt. Nachlesen kannst du sie in unserem Überblick:

Die Muster-Einreise-Verordnung sieht vor, dass die Regelungen differenzierter werden. Künftig wird zwischen drei Arten von Risikogebieten im Ausland unterschieden:

  1. Corona-Risikogebiete im Ausland, die auf der entsprechenden Liste des Robert-Koch-Institutes stehen.
  2. Hochrisikogebiete mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 200.
  3. Länder, in denen eine Virusmutation verstärkt vorkommt.

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Einreise aus Virusmutations-Gebiet nur mit negativem Corona-Test

Die Einreise beziehungsweise Rückkehr aus einem Land, in dem eine der beiden Corona-Mutationen grassiert, ist ab dem 14. Januar nur noch mit einem negativen Corona-Test erlaubt. Die Testpflicht soll bereits vor Abflug beim Check-in von Airlines kontrolliert werden. Im Kern von dieser Regelung betroffen sind vor allem Reisende aus Großbritannien, Irland und Südafrika – in diesen Ländern grassieren jeweils neue und schneller ansteckende Mutationen des Virus.

Hochrisikogebiet: Corona-Test vor Einreise nach Deutschland Pflicht

Auch wer in ein Hochrisikogebiet mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mindestens 200 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner reist, muss vor der Rückkehr nach Deutschland einen Corona-Test vorweisen. Auch hier sollen beispielsweise die Airlines schon beim Check-in kontrollieren, ob die Passagiere dieser Pflicht nachgekommen sind.

Einreise aus Risikogebiet: Corona-Test spätestens nach der Einreise

Auch wer aus einem Corona-Risikogebiet mit einer Inzidenz von mehr als 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage kommt, muss sich auf das Coronavirus testen lassen. Das ist entweder vor der Einreise oder innerhalb von 48 Stunden danach möglich.

Digitale Anmeldung und Quarantänepflicht für Einreisende bleibt

Die Verordnung sieht außerdem vor, dass sich aus internationalen Risikogebieten Einreisende vor Antritt des Trips digital anmelden müssen. Die Daten, die auf www.einreiseanmeldung.de eingegeben werden, sollen den Gesundheitsämtern die Kontrolle der Quarantänepflicht erleichtern.

Denn es gilt weiterhin: Alle aus einem Corona-Risikogebiet eingereisten Menschen müssen in Deutschland für zehn Tage in Quarantäne, in ihrer Wohnung oder in einem Hotel. Die Maßnahme kann in der Regel durch einen erneuten negativen Corona-Test ab Tag fünf nach Einreise abgekürzt werden. Erst wenn auch dieses Testergebnis negativ ist, darf die Quarantäne verlassen werden. Einzig in Nordrhein-Westfalen gilt diese Regel nicht, das Oberverwaltungsgericht Münster hat die Quarantänepflicht nach der Rückkehr gekippt.

SMS soll ab März an Einreise-Regeln erinnern

Damit die Menschen noch besser über die Maßnahmen informiert werden, sollen auch die deutschen Mobilfunkbetreiber mitarbeiten. Ab dem 1. März 2021 müssen sie mit einer sogenannten Einreise-SMS ihre Kunden bei Einreise auf die strengen Regeln aufmerksam machen.

Ähnliche Begrüßungs-SMS sind in vielen anderen Ländern bereits Standard. In der Muster-Einreise-Verordnung wird festgelegt, dass diese Nachrichten auch für ausländische Roaming-Kunden gratis sein müssen.

Ausnahmen von der Einreise-Verordnung

Es gibt auch Menschen, die sich nicht testen lassen müssen. So sollen Durchreisende mit deutschen Airlines oder Reisende, die nur für einen Flugwechsel in einem Risikogebiet waren, von den Regeln ausgenommen werden. Außerdem gelten auch für Diplomaten, Politiker und Berufs- und Studienpendler Sonderregeln.