Die Zahl der Corona-Neuinfektionen für ganz Deutschland ist weiterhin hoch. In allen Bundesländern gelten darum ab dem 11. Januar verschärfte Maßnahmen. So gilt unter anderem die umstrittene 15-Kilometer-Regel nun in Corona-Hotspots – jedenfalls in vielen Bundesländern. 

Das heißt, in Landkreisen und kreisfreien Städten mit mehr als 200 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner dürfen sich die Menschen in ihrer Freizeit – Wandern, Spaziergänge oder Sport – maximal in einem Radius von 15 Kilometern bewegen. Für Einkäufe, Familien- sowie Krankenbesuche, Gottesdienste, Arzttermine oder unaufschiebbare Umzüge gilt das nicht.

Ausnahmen beim Bewegungsradius gelten in diesen Bundesländern

Wie aber bei den meisten Maßnahmen gibt es keine bundesweite einheitliche Linie. So plant Baden-Württemberg derzeit keine entsprechende Regel. Rheinland-Pfalz will Maßnahmen in Hotspots eng mit den Kommunen absprechen – derzeit ist Speyer die einzige Stadt mit einer Inzidenz von mehr als 200 (Stand: 11. Januar). In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sollen Kommunen darüber entscheiden, allerdings wird in Niedersachsen derzeit nirgends der Inzidenzwert von 200 überschritten. 

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In Thüringen wird der Bewegungsradius als Empfehlung gehandhabt, verpflichtend ist er nur im Kreis Hildburghausen. In Schleswig-Holstein soll es keinen Automatismus für die Regel geben. Bei der Umsetzung sollen auch die Gründe für das Ausbruchsgeschehen berücksichtigt werden.

In Sachsen gilt die Einschränkung der Bewegungsfreiheit schon seit Dezember – bei Verstößen drohen Bußgelder. Allerdings wird die Regelung von der Polizei nicht ohne Anlass kontrolliert, berichtet der „MDR“. Auswärtige Auto-Kennzeichen würden nicht gezielt kontrolliert.

Auch in Bayern wird der Aktionsradius für touristische Tagesausflüge in Corona-Hotspots eingeschränkt. Dort können Landkreise zudem auswärtige Tagestouristen aussperren. 

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Bayern: Diese Corona-Hotspots sperren Tagestouristen aus

In Bayern gibt es gleich 28 Landkreise und Städte, die derzeit den Inzidenzwert von 200 überschreiten. Sie sind dementsprechend ab dem 11. Januar von der Einschränkung des Bewegungsradius betroffen. Bürger dürfen sich aus privaten Gründen nur noch maximal 15 Kilometer rund um ihren Wohnort aufhalten. Die Beschränkung gilt nicht für Fahrten weiter als 15 Kilometer, die im Zusammenhang mit Familie, Einkauf und Beruf stehen.

Die Staatsregierung hat zudem eine Sonderregelung auch für auswärtige Tagestouristen erlassen. Demnach können betroffene Regionen diese aussperren.

Die ersten Landkreise haben sich bereits dafür entschieden und wenden sie an – und zwar mit der Begründung, dass es in den vergangenen Wochen zu einer hohen Besucherdichte an beliebten Ausflugszielen wie dem Bayerischen Wald kam, die teilweise zu größeren Ansammlungen bis hin zu Parkplatz- und Sicherheitsproblemen führten. Außerdem müssten mögliche Kontakte weiter reduziert werden und es sei ungerecht, Einschränkungen im Heimat-Landkreis zu erlassen, aber auswärtige Besucher zu erlauben. Daher möchten diese Landkreise die Sonderregelung anwenden:

  • Freyung-Grafenau
  • Regen
  • Passau
  • Berchtesgadener Land
  • Miesbach

Wer also unerlaubt zum Wandern, Spazieren, Rodeln oder Skifahren in diese Landkreise fährt, muss mit einem Bußgeld von 500 Euro rechnen. Der Landkreis Deggendorf hält sich die Option auf die Sonderregelung offen, berichtet die „Passauer Neue Presse“. Im Landkreis Rottal-Inn ist hingegen nicht geplant, die Reglung umzusetzen. Wie sich andere Landkreise beispielsweise in Franken entscheiden, bleibt abzuwarten.