Hakuna Matata – das ist Kisuaheli und bedeutet „keine Sorgen“. Und das ist generell ein gern gelebtes Motto in Kenia und Tansania, während der Corona-Pandemie aber vor allem in Tansania und auf der dazugehörigen Insel Sansibar.

Im Juni 2020 wurde dort praktisch aufgehört zu testen. Und nachdem Präsident John Pombe Joseph Mafufuli sein Land nach einem dreitägigen Gebet für coronafrei erklärt hatte, wurden in Tansania die Reiserestriktionen aufgehoben. Es eines der ersten Länder überhaupt, die diesen Schritt gehen.

So ist Tansania, zu dem die Insel Sansibar gehört, zwar von Deutschland nach wie vor als Risikogebiet eingestuft, weshalb bei der Rückkehr eine Corona-Testpflicht und zehntägige Quarantäne anstehen. Dafür gibt es aber im Land selbst keine Einschränkungen.

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Sansibar hat keine Corona-Regeln – und ist deshalb bei Touristen beliebt

Das ist auch ein Grund, weshalb sich der Tourismus auf Sansibar besser erholt als andernorts. Seit der Wiedereröffnung im Juni gelten die gleichen Regeln, zur Einreise wird kein Corona-Test verlangt, es muss kein aufwendiges Gesundheitsformular ausgefüllt oder ein QR-Code angefordert werden, eine Quarantänepflicht gibt es nicht.

Nur Personen mit Symptomen können einem Corona-Test unterzogen werden. Bei einem positiven Ergebnis gilt es, sich für 14 Tage häuslich zu isolieren. Wer nach Sansibar will, setzt sich also einfach in den Flieger und reist ein. Das Visum gibt es, wie bereits vor der Corona-Pandemie, ganz einfach am Flughafen.

Für Bernd, der seinen Nachnamen nicht nennen möchte, war all das ausschlaggebend, die Insel im Indischen Ozean aufzusuchen. Als in Deutschland der zweite Lockdown verkündet wurde, zog es ihn zunächst nach Schweden, genauer gesagt in die Hauptstadt Stockholm. „Nach zwei Monaten hatte ich aber Sehnsucht nach Sonne – und das einzige Land ohne Corona-Maßnahmen ist Tansania“, erzählte er dem reisereporter im Januar 2021. 

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Sansibar in der Corona-Pandemie: Partys, Live-Musik und kein Social Distancing

Bisher hat er nur die Insel Sansibar kennengelernt, er genießt die Zeit am Strand, mit viel Sonne und langen Spaziergängen. „Hier hört und sieht man nichts von Corona. Die Menschen sind superfreundlich und die Unterkünfte sind wieder gut ausgelastet, nachdem es letztes Jahr wohl eher schlecht war“, erzählt er und bezeichnet Sansibar als „vielleicht letztes Paradies auf diesem Planeten“.

Partys mit Live-Musik und DJs, Konzerte und Theater-Aufführungen, Veranstaltungen, Restaurant-Besuche – auf Sansibar ist es fast so, als gäbe es keine Corona-Pandemie, als würden nicht Zehntausende Menschen weltweit täglich an und mit Covid-19 sterben.

Ab dem 11. Februar wird es beim alljährlichen „Sauti za Busara“ Live-Musik ganz ohne Schutzmasken und Social Distancing geben – bis zu 20.000 Menschen kommen dorthin. Die „Süddeutsche Zeitung“ schrieb in dem Zusammenhang: „Seltsames Sansibar“ und von einer „Insel der Sorglosen“. 

Sansibar: Der Tourismus erholt sich Dank einfacher Einreisebestimmungen

„Ich war zum ersten Mal auf Sansibar und es kam mir vor wie 2019. Freiheit, Parties und Happyness ohne jegliche Sorgen, so wie wir Deutschen es von vor Corona kennen“, sagt Iris Malinkova dem reisereporter. Sie hatte Sansibar als mögliches Urlaubsziel zwar schon im Kopf, allerdings für später. Dann kam Corona und die Einreise-Bedingungen gaben den Ausschlag. „Es war einfach am einfachsten“, sagt sie, die den Jahreswechsel auf der Insel verbrachte. 

Für die Tourismus-Industrie läuft es bestens. Zwar nicht so gut wie vor der weltweiten Corona-Krise, aber immerhin kamen im November 2020 rund 30.000 Urlauber, 15.000 weniger als im Vorjahr. In Zeiten, in denen Länder darüber klagen, dass bis zu 95 Prozent des Tourismus weggebrochen sind, sind das traumhafte Zahlen. Und der November ist ein Monat außerhalb der Hochsaison, die von Januar bis März dauert. 

Tourismus auf Sansibar: Der Boom setzte schon vor Jahren ein

Sansibar war vor der Krise eines der aufsteigenden Reiseziele in Subsahara-Afrika. Lange Zeit als Honeymoon-Insel verschmäht, kamen 2019 etwa 500.000 Touristen. Dann kam Corona. Doch langsam erholt sich der Tourismus wieder, an dem 70.000 Jobs hängen. Ganz ähnlich ist die Situation in Cancún in Mexiko– auch dort hängt der Tourismus-Boom mit einheitlichen Einreiseregeln zusammen. 

Dank Sonne, kilometerlangen weißen Sandstränden und kristallklarem, türkisfarbenem Meerwasser. Vor allem Russen seien es, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ weiter, die für wenige Tage kämen und viel Geld auf Partys ausgäben. Einige Hotels und Apartments sind bereits wieder ausgebucht. Ende März 2021 wird die Lufthansa erstmals Direktflüge nach Sansibar anbieten, bisher müssen Reisende etwa in Addis Abeba oder Nairobi umsteigen.

Die deutsche Urlauberin Yvonne Preuß war im Dezember spontan auf Sansibar. Sansibar – weil es eben derzeit so einfach ist mit der Einreise, im Gegensatz zu anderen Ländern. „Ich fand es angenehm, dass ich keinen PCR-Test brauchte. Das Visum konnte man vor Ort kaufen. Somit konnte ich innerhalb einer Woche los“, erzählt sie dem reisereporter. 

Corona auf Sansibar: Die Pandemie verlief syptomlos

Auch auf der Trauminsel hat sie die quasi coronafreie Zeit genossen. „Vor Ort war es superentspannt, so ganz ohne Maske. Und endlich mal andere Gesprächsthemen als Corona“, sagt sie. Und das Ganze noch zu einem angenehmen Preis.

Aber wie sicher ist Sansibar derzeit? Wer nicht testet, hat logischerweise keine Corona-Infektionen. Dennoch: Experten glauben, dass es auf Sansibar tatsächlich kaum Covid-19-Fälle gibt.

Ghirmay Andemichael, der für die Weltgesundheitsorganisation auf Sansibar arbeitet, sagte der „SZ“: „Eine junge Bevölkerung, andere immunologische Voraussetzungen, ein Leben in der Wärme und im Freien – all das spielt eine Rolle, warum Afrika coronaresistenter zu sein scheint.“ Die Seuchenschutzbehörde CDC gab an, dass man davon ausgehe, dass bis zu 90 Prozent der Corona-Infektionen in Afrika ohne Symptome verlaufen.