Einmal tief durchatmen, die Kälte in Nase und Lunge spüren, dick eingekuschelt in Handschuhe, Schal und Mütze, rund herum das Glitzern der Eiskristalle im weißen Schnee: Winterlandschaften hatten für viele Menschen schon immer einen besonderen Reiz.

Und nach monatelangen Einschränkungen in der Corona-Pandemie – und keinem Ende in Sicht – ist die Sehnsucht der Menschen nach frischer Luft und etwas Winterzauber noch größer als sonst.

Frische Luft und Bewegung helfen gegen den Corona-Koller

Das zeigt sich auch in den Wintersportgebieten in Deutschland. Ob im Harz, in der Eifel, im Schwarzwald, im Sauerland oder im Thüringer Wald: Landesweit klagen Gemeinden und Kommunen über übervolle Parkplätze, zugeparkte Einfahrten, Staus auf den Straßen, Wildpinkler in der Natur und – aufgrund der bloßen Menge an Menschen – nicht einzuhaltende Abstandsregeln.

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Doch eigentlich, da sind sich Psychologen einig, ist es gerade in der jetzigen Zeit wichtig und gesund, nach draußen zu gehen. Frische Luft schnappen, den Kopf durchpusten lassen und Bewegung, all das hilft gegen Corona-Blues, Lagerkoller und auch gegen das Aufkommen von psychischen Erkrankungen.

Winterwandern kann einsam sein: beliebte Wintersportgebiete meiden

Was aber nun, in Zeiten, in denen Naherholungsgebiete hoffnungslos überlaufen sind und die Politik gar beschlossen hat, dass man sich in Corona-Hotspots nur noch in einem Radius von 15 Kilometern um seinen Wohnort bewegen darf?

Zunächst: Kritik am Verhalten der Tagestouristen in Winterberg, Willingen, Brocken, Dobel und Co. gibt es vor allem, weil jene Orte komplett überlaufen sind – und die Menschen dennoch nicht fernbleiben und auf weniger bekannte Orte ausweichen. Zudem gibt es aufgrund des Lockdowns keinerlei Infrastruktur wie etwa Toiletten.

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Die Lösung liegt also nahe: Menschen-Hotspots meiden und stattdessen lieber in der eigenen Umgebung bleiben. Denn auch dort ist Winterwandern möglich. Da muss man dann je nach Region auf Schnee verzichten – die gute Nachricht aber ist: Es soll in den kommenden Tagen auch in den tieferen Ebenen schneien. Mehr Schnee bedeutet also mehr Spielraum für Winterfans auf der Suche nach einer kleinen Auszeit im Winterwunderland.

Winterwandern: Auf die richtige Kleidung kommt es an

Der Begriff Winterwandern besagt lediglich, dass man im Winter in warmer Kleidung auf präparierten Wanderwegen in der Natur unterwegs ist. Wer seinen winterlichen Spaziergang plant, sollte dabei aber auf das ein oder andere Detail achten – denn beim Winterwandern kann es trotz Bewegung und sportlicher Betätigung schnell frisch werden. 

Die richtige Kleidung ist deshalb für jedes Outdoor-Erlebnis im Winter wichtig – auch bei kurzen Touren. Thermo- oder Wollunterwäsche eignet sich etwa dafür, den Körper warm zu halten und die Temperaturen auszugleichen. Mütze, Schal und Handschuhe sollten ebenfalls nicht fehlen.

Warme, am besten wasserabweisende Stiefel sind ein Muss, und wer sich seine Jeans nicht dreckig machen möchte, setzt auf wasserdichte Outdoor-Hosen. Mit denen kannst du dann auch einen Schneeengel machen oder dir mit deinem Wanderpartner (erlaubt ist eine Person außerhalb des eigenen Haushaltes) eine Schneeballschlacht liefern. 

Beim Winterwandern stehen dir alle Möglichkeiten offen: Du kannst einfach nur rausgehen und dich treiben lassen – oder deine Tour mit einem Planer wie der App Komoot vorab festlegen. Wenn du dir eine bestimmte Route vornimmst, kannst du dich auch besser vorbereiten, etwa was die Länge und die Anstrengung betrifft, aber auch, ob du beispielsweise eine Stirnlampe brauchst oder Proviant einpacken solltest. Wenn du nicht im Stehen speisen möchtest, bietet sich zudem ein Falt-Kissen an.

Beim Winterwandern kannst du Landschaften ganz neu entdecken

Und dann gehst du einfach los, hinaus in die Landschaft. Klar lieben wir den Schnee und das Glitzern und Funkeln von Eiskristallen, aber manchmal liegt die Schönheit auch im Kargen. Du kannst am nächsten See oder Fluss Enten und Vögel beobachten oder im Wald Baumrinden und Blätter bestaunen. 

So erlebst du die Gegend, die du schon kennst, noch einmal völlig neu. Denn auch darum geht es beim Winterwandern: seine Umwelt bewusst und achtsam wahrzunehmen, zu entschleunigen, zu genießen und auf die kleinen Dinge zu achten. Du wirst feststellen: So manch eine Landschaft ist im Vergleich zum Sommer gar nicht wiederzuerkennen.

Der Genuss muss übrigens nicht mit dem Rückweg an deiner Haustür enden. Wie wäre es, wenn du dich nach der ausgiebigen Tour mit einer Tasse heißer Schokolade aufwärmst?