Er ist das höchste Gebirge Norddeutschlands, liegt am Schnittpunkt von Niedersachsen, Sachsen-Anhalt sowie Thüringen und ist ein beliebtes Urlaubsziel in Deutschland: der Harz.

Brockenbahn oder Wandern: So kommst du auf den Brocken

Der höchste Berg ist mit 1141 Metern der Brocken. Wer nicht mit der Brockenbahn von Drei-Annen-Hohne 19 Kilometer durch den Nationalpark nach oben fährt, kann den Gipfel auch zu Fuß erklimmen. Besonders beliebt sind der etwa neun Kilometer lange Goetheweg von Torfhaus und der Weg von Schierke über die Brockenstraße.

Wenn du jedoch einmal andere Wanderwege im Harz erlaufen willst, dann bieten diese Highlights Inspiration. Wir verraten Fernwanderwege sowie Halbtages- und Tagestouren, die Wanderer zu sehenswerten Orten führen – spektakuläre Aussichtspunkte inklusive.

Aussichtspunkt Rotestein – leichte und kurze Wanderung

Vom Aussichtspunkt Rotestein aus blicken Wanderer über der Rappbodetalsperre – und haben bei gutem Wetter eine Fernsicht über den Oberharz bis zum Brockengipfel. Wanderanfänger sind hier gut aufgehoben, denn der Punkt am Südostufer des Stausees der Rappbodetalsperre ist leicht zu erreichen.

Der beste Ausgangspunkt für eine Wanderung ist der Parkplatz vor der Harzköhlerei Stemberghaus. Von dort überqueren Wanderer die Bundesstraße 81 und folgen dem beschilderten Wanderweg etwa zwei Kilometer zum Rotestein.

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Titan RT Hängeseilbrücke – Action auf dem Rundwanderweg

Sie ist ein echtes Highlight im Harz: die 483 Meter lange Hängeseilbrücke Titan RT über dem Stausee der Talsperre Wendefurth. Sie gehört zu den längsten Fußgängerhängebrücken der Welt – und hat mit 458,5 Metern das wohl längste frei überspannte Teilstück aller Brücken dieser Art.

Das ist die weltweit längste Hängeseilbrücke.

Wer diese Action auf einer Wanderung mitnehmen will, kann dies auf einem sehr schönen Weg von Hasselfelde aus tun. Es geht außerdem entlang des Pumpspeicherwerks über die Staumauer Wendefurth und den Hangweg. Letzter Stopp vor der Rückkehr nach Hasselfelde ist die Stermberghaus-Köhlerhütte.

Hinweis: Aufgrund der Corona-Pandemie ist die Hängebrücke vorerst bis zum 1. Februar 2021 geschlossen.

Harzer Hexenstieg – 150 Kilometer durch den Harz

Auf diesem Wanderweg musst du zur Orientierung Ausschau nach Hexen auf Besen halten – willkommen auf dem Harzer Hexenstieg! Er führt auf 150 Kilometern durch den Harz.

Dabei erleben Wanderer unberührte Natur, Panorama-Fernblicke, seltene Tiere und Pflanzen sowie Zeugnisse der Bergbaugeschichte. Die Hauptroute führt auf fünf Etappen von Osterode über den Brocken nach Thale, du kannst aber auch eine von zwei Ausweichrouten nach Süden nehmen oder nur ein Teil-Stück laufen. Wir verraten dir drei schöne Etappen als Alternative zum Brockenaufstieg.

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Immer Ausschau nach den Hexen halten – sie weisen auf dem Harzer Hexensteig den Weg.

1. Alternative: Brocken-Umgehung

Wenn du den Brocken schon gut kennst oder den Rummel dort vermeiden möchtest, dann wähle die südliche Umgehungs-Route. Die ist etwas länger als der eigentliche Aufstieg. Die Etappe führt ab Torfhaus unter anderem über den Oderteich mit der ältesten Staumauer Deutschlands. Außerdem geht es durch St. Andreasberg und Braunlage. In der Nähe von Königshütte geht es zurück auf die Hauptroute des Harzer Hexenstiegs.

2. Der Köhlerpfad: Umgehung der Rappbodetalsperre

Die südliche Umgehung der Rappbodetalsperre besitzt kaum Steigungen im Gegensatz zur Hauptroute des Harzer Hexenstiegs mit ihren zwar kurzen, jedoch steilen Passagen. Der Weg verläuft zwischen Hasselfelde und Altenbrak auf dem Köhlerpfad. Infotafeln, verschiedene Meilerarten, Relikte am Wegesrand und das Köhlereimuseum Stemberghaus stellen anschaulich das alte Harzer Köhlerhandwerk vor.

Und Nummer drei, fragst du dich? Lies den nächsten Punkt ...

Bodetal-Wanderweg – mit Aufstieg zum Hexentanzplatz

Der acht Kilometer lange Bodetal-Wanderweg ist Teil des Harzer Hexenstiegs. Diese Etappe führt von Altenbrak oder Treseburg nach Thale, Höhepunkt ist das Bodetal mit seinen teils bizarren Felsformationen links und rechts des Flusses Bode. Das Bodetal steht seit dem Jahr 1937 unter Naturschutz, daher erleben Wanderer ursprüngliche Lebensräume für viele seltene Tier- und Pflanzenarten. 

Auch den Hexentanzplatz kannst du von Thale aus besteigen. Dafür musst du 45 Minuten zusätzlich einplanen. Es geht teils steil hinauf durch den Eichenwald. Von oben hast du einen eindrucksvollen Blick in die Schlucht und die Felsformationen. Alternativ kannst du die Seilbahn nutzen.

Ein Wanderer schaut vom Hexentanzplatz aus in Richtung Bodetal.

Okertal – Wanderung durch den nördlichen Harz

Die Oker entspringt auf etwa 910 Metern am Bruchberg und fließt von dort Richtung Norden durch den Oberharz. Gut erkunden lässt sich das Gebiet auf einem gut zehn Kilometer langen Rundweg, der einige steile Anstiege mit Panoramablicken ins Odertal belohnt. 

Der Weg startet am Ortsausgang von Oker, es geht von dort aus am Flussufer entlang zur Adlerklippe. Danach folgt nach einigen Metern entlang der Bundesstraße 498 ein kleiner Stausee. Von dort aus führt eine kleine Holzbrücke auf die Verlobungsinsel in der Oker. Weiter geht's auf den östlichen Berghang mit Blick auf den Romkerhaller Wasserfall, der fast 70 Meter in die Tiefe stürzt. Nach einem weiteren Aufstieg gelangen Wanderer an die Kästeklippen am 605 Meter hohen Huthberg. Von dort aus geht es bergab zurück nach Oker. 

Tipp: Wer nicht nur ein Rinnsal der Oker erleben will, sollte nicht im trockenen Sommer wandern. Denn die Okertalsperre fängt das Wasser auf und reguliert den Abfluss. Lieber im Frühling, Herbst oder Winter wandern. Wichtig: Gutes Schuhwerk und Trittsicherheit mitbringen.

Grenzweg – Wandern auf den Spuren der deutschen Teilung

Auf den Spuren der einstigen Teilung Deutschlands: Der Harzer Grenzweg führt auf 75 Kilometern durch den Harz – der Streckenverlauf orientiert sich dabei am „Grünen Band“, der früheren innerdeutschen Grenze zwischen Ost und West.

Wer dort unterwegs ist, wandert mal durch dichten Wald und mal auf Beton über den früheren Kolonnenweg der DDR-Grenztruppen. Auch der Brockenaufstieg ist inklusive. Der Gipfel war zu Zeiten des Kalten Krieges für Zivilisten tabu, dort waren Truppen aus der DDR und der Sowjetunion stationiert.

Auf dem Grenzweg durch den Harz: Immer wieder treffen Wanderer dort auf Überreste der Grenzanlagen, Hinweistafeln und Mahnmale.

Ab Stapelburg geht es für Wanderer entlang der Eckertalsperre – durch deren Mitte ebenfalls die Grenze verlief – zum Brocken hinauf. Vorbei am Dreieckigen Pfahl, einem historischen Dreiländerstein, geht es unterhalb des Wurmbergs zum Grenzöffnungsgedenkstein zwischen Braunlage und Elend. Einen Stopp können sie im Freilandgrenzmuseum bei Sorge machen. Auf dem Weg Richtung Kloster Walkenried kommen Wanderer zudem am Ring der Erinnerung und dem Dreiländerstein am Jägerfleck bei Benneckenstein entlang.

Liebesbank-Weg – Romantisch wandern auf sieben Kilometern

Es ist wohl einer der romantischsten Wanderwege überhaupt: Der Liebsbank-Weg führt seit dem Jahr 2007 rund um den Kurort Hahnenklee-Bockswiese im Harz. Es geht über Wiesen, durch den Wald und vorbei an Seen. Am Wegesrand laden 25 individuell gestaltete Holzbänke, die besonderen Ereignissen der Liebe gewidmet sind, zum Verweilen mit Aussicht ein. 

Hamburger Wappen – Wandern an der Teufelsmauer

Was bei einem Urlaub im Harz auf keinen Fall fehlen sollte, ist ein Besuch des Hamburger Wappens. Hierbei handelt es sich um den wohl spektakulärsten Teil der Teufelsmauer, einer gut 20 Kilometer langen Felsformation aus Sandstein. Immer wieder beeindruckt sie mit schroffen Klippen und Felstürmen, die in den Himmel ragen. Die drei imposanten Zinnen des Hamburger Wappens ähneln tatsächlich dem echten Wappen der Hansestadt.

Eine Frau wandert in Richtung Hamburger Wappen, Teil der Teufelsmauer, bei Timmenrode zu.

Für eine Wanderung entlang der Teufelsmauer bietet sich beispielsweise der gut 24 Kilometer lange Harzer Teufelsmauerstieg von Ballenstedt bis zum Hamburger Wappen bei Timmenrode an. Wer nicht so lange unterwegs sein will, kann auch in Timmenrode parken.

Burgruine Hohnstein – Rundwanderweg

Über dem Harzstädtchen Neustadt erhebt sich die Ruine der fast 900 Jahre alten Burg Hohnstein. Es handelt sich dabei um eine der größten und besterhaltenen Burgruinen des Harzes. Von einer Turmruine, auf die eine Eisentreppe führt, haben Besucher einen tollen Blick in die Harzlandschaft und hinüber zum Kyffhäuser.

Die Ruine der rund 900 Jahre alten Burg Hohnstein im Harz.

Wanderwege sind von den Parkplätzen um Neustadt herum ausgeschildert, ein schöner Wald- und Aussichtsrundwanderweg führt auf elf Kilometern außerdem noch zur Nordhäuser Trinkwassertalsperre. Von der Altstadt aus leitet die Markierung „blau x“ durch die Burgstraße, dann beginnt der steile Aufstieg.

Danach geht's ostwärts durch den Wald zur Frauenruhwiese Gretchens Ruh und dann über den Graseberg zur Alten Poststraße. Ab dort den grün markierten Wanderweg zur Talsperre nehmen. Dann überqueren Wanderer den Krebsbach Richtung Teerweg am Ostufer. Von dort führt der „rot x“ markierte Weg über die Ruine Heinrichsburg zurück nach Neustadt.