Die Corona-Pandemie hat Urlaubern und der Branche im Jahr 2020 stark zugesetzt. Wie sich die Lage 2021 entwickelt und welche Reisemöglichkeiten es geben wird, bleibt abzuwarten. Einige Änderungen stehen jedoch bereits fest – wir geben dir den Überblick.

Bahn: Keine Entschädigung bei außergewöhnlichen Umständen

Künftig soll bei Bahnreisen der Anspruch auf Entschädigung entfallen, wenn außergewöhnliche Umstände zum Zugausfall oder zur Verspätung führen. Dazu zählen beispielsweise extremes Wetter wie Sturm und die Corona-Pandemie. Die Neuregelung tritt voraussichtlich Anfang 2021 in Kraft, berichtet der ADAC. Die Fahrgäste behalten aber ihr Recht auf Rückerstattung des Ticketpreises, eine anderweitige Beförderung und Hilfeleistungen.

Gleichzeitig sollen die Rechte von Fahrgästen mit einer Behinderung oder eingeschränkter Mobilität gestärkt werden: Unterstützung beim Ein-, Um- und Aussteigen steht ihnen künftig nicht nur in Fernzügen, sondern auch in Regionalzügen zu. 

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Gute Nachrichten auch für Fahrradfans: Fahgäste sollen künftig das Recht haben, ihr Rad mit in den Zug zu nehmen. Dafür sollen die Züge nach und nach mit ausreichend Plätzen für Fahrräder ausgestattet werden.

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Der Brexit bringt Änderungen für Reisende

Der Brexit wird Realität: Ab dem 1. Januar ist das Vereinigte Königreich ein Drittstaat. Ein Visium für einen Aufenthalt von bis zu drei Monaten werden EU-Bürger aber bis auf Weiteres nicht benötigen, darüber informiert das Europäische Verbraucherzentrum. Folgende Änderungen kommen jedoch:

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  • Die Einreise mit dem Personalausweis ist nur noch bis 30. September 2021 gestattet, ab dem 1. Oktober 2021 ist ein gültiger Reisepass nötig.
  • Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte, also der Rückseite der E-Card, wird es nicht mehr den gleichen umfassenden grenzüberschreitenden Schutz im Krankheitsfall geben. Der Abschluss eines zusätzlichen Reiseschutzes werde daher dringend empfohlen.
  • Die derzeit geltenden EU-Roamingvorschriften sind ab 1. Januar nicht mehr anwendbar – die Garantie für kostenloses Roaming endet. Touristen in Großbritannien könnten somit von erhöhten Roamingkosten betroffen sein. Viele Mobilfunkanbieter haben aber Roamingverträge mit britischen Netzbetreibern, daher: Am besten beim Anbieter informieren.

Spanien: Verschärfte Tempolimits und Bußgelder

Wer in Spanien mit dem Auto unterwegs ist, sollte 2021 langsamer unterwegs sein. Die Tempolimits werden verschärft: Ab Mitte des Jahres werden innerorts einheitlich nur noch maximal 30 Kilometer pro Stunde für alle Einbahnstraßen und alle Straßen mit nur einer Fahrspur pro Fahrtrichtung erlaubt sein. Bei zwei oder mehr Spuren sind maximal 50 Kilometer pro Stunde erlaubt. Straßen ohne Bordstein – die auf gleichem Niveau wie die Gehwege verlaufen – bekommen ein Tempolimit von 20 Kilometern pro Stunde.

Das Bußgeld fürs Fahren mit Handy in der Hand steigt auf mindestens 500 Euro. Auch wer Radarwarngeräte nutzt, muss 500 Euro zahlen.

Eintritt für Venedig-Tagestouristen geplant

Tagestouristen sollen in Venedig Eintritt bezahlen – eigentlich schon seit dem Jahr 2019. Aber die Einführung wurde mehrfach verschoben – zuletzt wegen der Corona-Pandemie. Nun ist der Start für Juli 2021 geplant. Die Gebühr soll in der Hauptsaison variieren und an stark frequentierten Tagen 8 bis 10 Euro betragen, an weniger frequentierten in der Nebensaison 3 Euro. Wer keinen Eintritt für Venedig bezahlt und erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von 100 bis 450 Euro rechnen. Wie genau die Gebühr erhoben werden soll, ist allerdings noch unklar.

Ein Kreuzfahrtschiff des Anbieters MSC Cruises läuft in den Hafen von Venedig ein. (Symbolbild)

Frankreich: Die Winterreifenpflicht kommt

Beim Frankreich-Urlaub an Winterreifen denken: Ab dem 1. November 2021 gibt es eine generelle Winterreifenpflicht für Bergregionen in voraussichtlich 48 Departements. Die genaue Festlegung der betroffenen Gebiete steht allerdings noch aus, berichtet der ADAC. Bislang kann bei winterlichen Straßenverhältnissen regional kurzfristig angeordnet werden.

Tschechien: Einführung der digitalen Autobahn-Vignette

In Tschechien wird das Vignettensystem neu geregelt: Ab dem 1. Januar 2021 wird für Pkw bis 3,5 Tonnen auf ein elektronisches System umgestellt, informiert das Auswärtige Amt in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen.

Die tschechische Autobahn-Vignette ist dann nur noch als digitale Vignette erhältlich – online oder an offiziellen Verkaufsstellen. Die Preise bleiben gleich, für die Jahresvignette ändert sich jedoch der Berechnungszeitraum. Ab 2021 gilt sie für 365 Tage, unabhängig vom Kaufdatum.

In Tschechien müssen Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen für die Nutzung von Autobahnen und vierspurigen Schnellstraßen eine gültige Autobahn-Vignette haben. Die Gültigkeit der im Jahr 2020 gekauften Klebe-Jahresvignetten endet am 31. Januar 2021.

Besserer Schutz für Reisende bei Insolvenzen

Derzeit wird eine Erhöhung der Haftungssummen für Pauschalreisen diskutiert, sie könnte im Jahr 2021 beschlossen werden. Bei Flugreisen soll ein Insolvenzschutz eingeführt werden, damit Verbraucher bei einer Insolvenz der Airline nicht mehr auf den Kosten sitzen bleiben.