Bayern hat es vorgemacht – nun zieht auch Nordrhein-Westfalen nach: Als Konsequenz aus der aktuellen Corona-Situation und weil ein Gericht die Quarantänepflicht gekippt hat, gilt in dem Bundesland seit dem 28. Dezember wieder eine grundsätzliche Corona-Testpflicht für Einreisende. Das kündigte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch, 23. Dezember, an, berichtet das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Damit wurden die Einreiseregeln in NRW wieder verschärft. Nachdem ein Gericht die Quarantänepflicht für das Bundesland gekippt hatte, konnten Reiserückkehrer aus Risikogebieten ohne Auflagen einreisen – anders als im Rest Deutschlands mussten sie sich anschließend nicht für zehn Tage in Quarantäne begeben. Ein Urlauber hatte Klage eingereicht, weil die Infektionszahlen am Reiseziel niedriger waren als an seinem Heimatort. Seitdem gab es keine neue Corona-Einreiseverordnung.

Flughäfen sollen Angebote für Schnelltests bereithalten

Die neue Regelung gelte laut Laumann für Reiserückkehrer aus allen Ländern mit einem Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, wodurch „fast jedes Land des Erdballs“ von der Neuregelung betroffen sei. Dabei soll die Testpflicht für Ein- und Rückreisen sowohl per Flugzeug als auch mit dem Auto sowie anderen Verkehrsmitteln gelten. So sollen unter anderem Flughäfen Angebote für Schnelltests zu überschaubaren Kosten bereithalten.

Ob auch die Quarantänepflicht wieder eingeführt wird, ist noch offen. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) kündigte kurz nach dem Inkrafttreten des zweiten Lockdowns an, es sollten neue Quarantäneregelungen für Rückkehrer erarbeitet werden, die in einem Land waren, dessen Inzidenzwert über dem von Deutschland liegt.

Das sind die Corona-Risikogebiete in Europa

Das europäische Festland gilt zum größten Teil als Corona-Risikogebiet, aktuell gibt es nur noch in Frankreich (Bretagne), Griechenland, Estland, Finnland, Norwegen und Österreich (zwei Gemeinden an der deutschen Grenze) Regionen, die nicht auf der Risikogebiete-Liste des Robert-Koch-Institutes stehen. Hinzu kommen Regionen in Irland sowie das portugiesische Madeira, das französische Korsika, ein Großteil der griechischen Inseln, die britische Isle of Man und die Kanalinsel Guernsey sowie die dänischen Inseln Grönland und Färöer.

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt, wenn ein Land oder eine Region den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschreitet. Ganz Deutschland und die meisten anderen europäischen Länder sind demnach Risikogebiete.