Wegen des milden Klimas im Winter sind die Kanaren über Weihnachten und Silvester ein beliebtes Reiseziel bei deutschen Urlaubern – auch im Corona-Jahr 2020, da sie bis vor Kurzem nicht als Risikogebiet galten. Nun stehen die spanischen Inseln allerdings wieder als Risikogebiet auf der Liste des Robert-Koch-Institutes, weshalb seit dem 20. Dezember eine Reisewarnung für die spanischen Inseln besteht.

Noch im Sommer haben die Reiseveranstalter in einer solchen Situation mit einer Stornierungswelle reagiert, aber mittlerweile überlassen die meisten Anbieter ihren Kunden die Entscheidung, ob sie dennoch verreisen wollen oder nicht. Hier ein Überblick, wie es die Veranstalter nun handhaben.

In jedem Fall können die Kunden aufgrund der Reisewarnung ihre gebuchte Reise kostenlos stornieren. Wer seinen Urlaub dennoch antreten möchte, muss bei seiner Rückkehr nach Deutschland in den meisten Bundesländern für zehn Tage in Quarantäne. Erst ab dem fünften Tag kann diese durch einen negativen Corona-Test ausgesetzt werden.

Tui fliegt weiter auf die Kanaren

Tui war einer der ersten Reiseveranstalter, der Reisen auf die Kanaren angeboten hatte – unabhängig von einer Reisewarnung. Und auch jetzt heißt es vom Unternehmen: „Da die Bundesregierung bestätigt hat, dass eine Reisewarnung kein Reiseverbot ist, bieten wir Ihnen weiterhin die Möglichkeit, mit Reisewarnung auf die Kanaren zu fliegen.“

Für alle Buchungen mit Abreise zwischen dem 19. Dezember und dem 31. Januar bestehe aber die Option, kostenlos zu stornieren, umzubuchen oder die Reise wie geplant anzutreten.

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FTI fliegt weiter auf Kanaren

Auch FTI überlässt den Reisenden die Entscheidung, wie sie nun mit ihrem Urlaub weiter verfahren möchten: „Wir informieren all unsere betroffenen Gäste über die neue Situation und überlassen die Entscheidung, ob kostenfrei storniert oder die Reise durchgeführt werden soll, dem Gast. Generell sind die Kanaren weiterhin bei FTI buchbar, für kurzfristigen Urlaub bewerben wir Destinationen mit Reisewarnung jedoch nicht aktiv“, heißt es von FTI auf Anfrage des reisereporters.

DER Touristik storniert einige Reisen

DER Touristik differenziert hingegen zwischen den einzelnen Inseln. Für alle Kanarischen Inseln zusammengenommen gilt für die vergangenen sieben Tage zwar eine Inzidenz von 76 pro 100.000 Einwohner (Stand: 21. Dezember), allerdings sind Treiber der aktuellen Zahlen Teneriffa und La Gomera. Dort liegt die Inzidenz mit über 100 deutlich über dem Richtwert von 50.

Daher werden von DER Touristik lediglich Reisen nach Teneriffa bis zum 11. Januar aktiv abgesagt. Da die Reisewarnung aber für die gesamten Kanaren gilt, können Reisen auf die übrigen Inseln auf Wunsch kostenfrei storniert oder umgebucht werden. 

Alltours fliegt Urlauber weiter auf die Kanaren

Alltours listet auf seiner Website für Urlauber explizit die einzelnen Inzidenzwerte für Fuerteventura, Lanzarote, Gran Canaria, La Palma, Teneriffa und La Gomera auf, um zu zeigen, welche Inseln den kritischen Wert überschreiten. Dabei ist zu sehen, dass die meisten Inseln deutlich unter dem Sieben-Tage-Inzidenz-Wert von 50 pro 100.00 Einwohner liegt. Nur Teneriffa und La Gomera liegen jeweils weit darüber – ebenso wie Deutschland, wo der Vergleichswert derzeit bei fast 200 liegt. 

Daher schreibt Alltours: „Im Vergleich betrachten wir Reisen auf die Kanarischen Inseln als sicher. Deshalb können die gebuchten Reisen wie geplant stattfinden.“

Schauinsland storniert Reisen nach Teneriffa

Auch Schauinsland storniert nicht sämtliche Reisen auf die Kanaren, sondern nur die auf zwei Inseln. Abgesagt werden aufgrund der aktuellen Entwicklung lediglich Reisen nach Teneriffa und La Gomera bis einschließlich 1. Januar 2021, heißt es auf der Website des Reiseveranstalters.

Kanaren als Risikogebiet: So reagieren die Reedereien

Die Reedereien hingegen halten unabhängig von der Reisewarnung des Auswärtigen Amts an den Kreuzfahrt-Reisen auf die Kanaren fest. 

So finden laut Tui Cruises Reisen mit der „Mein Schiff 1“ und der „Mein Schiff 2“  zu den Kanarischen Inseln nach wie vor statt. „Die überwiegende Anzahl der Kanarischen Inseln haben weiterhin moderate Infektionszahlen, die deutlich niedriger sind als in Deutschland“, heißt es von der Reederei.

Auch Hapag-Lloyd Cruises zieht den Vergleich zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz zu den Kanaren. Da die Infektionszahlen in diesen deutschsprachigen Ländern deutlich höher seien als auf den Kanaren, finden Reisen der „Europa 2“ wie geplant statt.

Aida Cruises weißt seine Kunden auf die entsprechende Reisewarnung hin, erklärt aber gleichzeitig, dass Reisen in diese Region weiterhin getätigt werden können, weshalb die bevorstehenden Kreuzfahrten mit der „Aida Perla“ und der „Aida Mar“ weiterhin stattfinden.

Alle Reedereien bieten einen kostenfreien Reiserücktritt oder eine kostenfreie Umbuchung auf eine andere Reise an.