Normalerweise wird das neue Jahr an vielen Orten auf der Welt mit einem pompösen Feuerwerk begrüßt. In diesem Jahr allerdings wird Silvester in vielen Ländern der Welt wegen der Coronavirus-Pandemie anders – oder sogar gar nicht gefeiert. Dabei gehört nicht nur das vielerorts gestrichene Feuerwerk zum Jahreswechsel dazu.

Silvesterbräuche beliebter Urlaubsländer

Viele Länder haben aber noch andere Traditionen für Silvester – und einige kannst du auch bei dir zu Hause umsetzen. Der reisereporter verrät einige verrückte und schöne Silvesterbräuche aus beliebten Urlaubsländern.

Brasilien: Die jährliche White-Party

In Brasilien ist es zum Jahreswechsel vergleichsweise warm, in Rio herrschen Temperaturen bis 30 Grad. Daher wird Silvester dort üblicherweise am Strand gefeiert. Dort stellen die Brasilianer dann viele Kerzen auf, die den Sand romantisch leuchten lassen. Dabei sind vor allem weiße Kerzen beliebt, die für Reinheit und Frieden stehen, aber auch gelbe Kerzen für Wohlstand und rote Kerzen für Liebe und Leidenschaft sind beliebt. 

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Weiße Kleidung zu tragen ist in Brasilien Tradition an Silvester.

Wegen der Symbolik ziehen sich viele Brasilianer zum Jahreswechsel auch weiße Kleidung an, die mit farbiger Unterwäsche ergänzt wird. Wer dann nämlich zu Neujahr traditionsgemäß ins Meer springt, der deckt sowohl die weiße Kleidung als auch die farbige Unterwäsche auf und verstärkt so sein Glück in beiden Bereichen.

Übrigens: Beim Baden im Meer freuen sich die Brasilianer besonders über Wellen, denn für jede übersprungene Welle in der Neujahrsnacht haben sie einen Wunsch frei. 

Japan: Blitzeblank ins neue Jahr

In Japan beginnt der Übergang vom alten ins neue Jahr bereits einige Tage vor Silvester. Denn dann treffen sich die Japaner mit Freunden, Kollegen und der Familie zum „Bonenkai“, dem Fest des Vergessens. Konkret wird dabei auf die Ereignisse im vergangenen Jahr angestoßen, um unbefleckt ins neue Jahr zu starten. 

Auch eine weitere Tradition soll Vergangenes abschließen und böse Geister vertreiben: der gründliche Hausputz. Die Japaner putzen den Schmutz aus ihren Häusern und schmücken diese mit Blüten. Um Mitternacht ertönen dann 108 Glocken aus den buddhistischen Tempeln, um jede einzelne Sünde der Menschen zu vertreiben. 

Übrigens: Viele Japaner stehen am Neujahrsmorgen sehr früh auf, um den Sonnenaufgang zu beobachten, denn das soll Glück bringen. 

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Ecuador: An Silvester brennen die Puppen

Auch in Ecuador wollen die Menschen zu Silvester vor allem eines: die Vergangenheit hinter sich lassen und unbefangen ins neue Jahr starten. Das machen sie allerdings nicht mit einem ausgiebigen Hausputz, sondern mit Puppen. Sie basteln riesige Hampelmänner, genannt „Monigotes“, aus alter Kleidung und füllen sie mit Sägemehl und Papier. 

Die Puppen können entweder bekannten Politikern, Persönlichkeiten oder Hexen ähneln oder stellvertretend für andere Dinge im Leben der Ecuadorianer stehen. Um Punkt Mitternacht werden sie allesamt vor den Häusern verbrannt, um Platz für Neues zu schaffen.

In Ecuador werden die „Monigotes“ zu Silvester verbrannt.

Spanien: Weintrauben um Mitternacht

Wer in Spanien um Mitternacht keine Weintrauben in der Hand hat, der hat schlechte Karten, was das Glück im neuen Jahr angeht. Denn ein weit verbreiteter Brauch besagt, dass man ab 0 Uhr mit jedem der insgesamt zwölf Glockenschläge eine Weintraube essen muss. Dabei richten sich die Glückshungrigen nach den Glockenschlägen der Madrider Rathausuhr. Und weil es bei der ungewöhnlichen Tradition bereits zu mehreren Unfällen gekommen ist, dauern die ganze drei Sekunden. Eine ähnliche Tradition gibt es auch in Portugal und Argentinien.

USA: Ball Drop am Time Square

Wenn der Jahreswechsel ansteht, schauen viele Menschen auf der ganzen Welt nach New York. Denn in dem US-Staat findet eine der wohl bekanntesten Silvester-Traditionen statt: der Ball Drop. Dabei wird eine leuchtende Kugel von der Spitze des One-Times-Square-Wolkenkratzers 43 Meter heruntergelassen, begleitet von blinkenden Lichtern, Feuerwerk und Musik. 

Eigentlich versammeln sich Jahr für Jahr Tausende Menschen aus allen Ecken der USA auf dem Time Square, um das Spektakel zu beobachten und das neue Jahr gemeinsam zu begrüßen. In diesem Jahr ist das allerdings wegen der Coronavirus-Pandemie nicht möglich. 

Ausfallen muss die Tradition allerdings trotzdem nicht: Du kannst den Ball Drop in New York virtuell erleben

Schottland: Fackelumzug und Früchtebrot zum Neujahr

Die Schotten hängen sehr an ihren Traditionen und so feiern sie auch Silvester mit viel Dudelsack-Musik. „Hogmanay“, wie die Schotten den Jahreswechsel nennen, ist einer der bedeutsamsten schottischen Feiertage. Er wird begleitet von mehreren Traditionen: Serviert wird Black Bun, eine Art Früchtebrot. Am liebsten trinken die Schotten dabei ein Getränk namens „Hot Pint“, eine Mischung aus Bier, Whisky und Eiern.

Außerdem gibt es das First Shooting, dabei treten die Schotten mit einem Glas Whisky, einem Stück Kohle, einem Black Bun, Shortbread und Salz über die Schwelle von Nachbarn und Freunden. Denn je enger die Bindung zum ersten Gast im neuen Jahr ist, desto mehr Glück erwartet die Menschen in Schottland im neuen Jahr, so der Glaube. 

Die Silvesterfeierlichkeiten in Edinburgh dauern übrigens ganze drei Tage – Teil ist auch der Fackelumzug, die torchlight procession, am 30. Dezember. Tausende Fackelträger marschieren dabei durch die Stadt, sie bilden sinnbildlich einen Fluss aus Feuer durch die Straßen der Stadt bis hinauf zur Spitze des Carlton Hill. Los geht’s im historischen Zentrum, der Old Town. Weiter bergab führt der Straßenzug entlang der Hauptstraße Princes Street.

Argentinien: Papierschnipsel als Schneeersatz

In Argentinien herrschen zum Jahreswechsel 25 Grad und Sonne. Trotzdem sind viele Teile des Landes in der Silvesternacht weiß bedeckt. Das liegt aber nicht etwa an einem tropischen Schneesturm, sondern an einer Tradition: Papierschnipsel werden als Symbol für die Altlasten des vergangenen Jahres erst geschreddert und dann verworfen. Danach wird ausgelassen gefeiert und viel gegessen.

In Argentinien schneit es an Silvester immer – und zwar Papierschnipsel.

Italien: Rote Unterwäsche als Glücksbringer

In Italien tragen die Frauen zum Jahreswechsel rote Unterwäsche, um im neuen Jahr für Glück, Gesundheit und Leidenschaft zu sorgen. Die muss allerdings ein Geschenk sein, neuwertig und am 1. Januar weggeschmissen werden. Und falls das nicht als gutes Omen reicht, gibt es bei vielen Familien um Mitternacht ein Linsengericht mit Schweinshaxe. Die Linsen erinnern dabei an Geldmünzen und wer gut isst, hat dem Brauch nach im neuen Jahr einen Geldsegen.

Südafrika: Der erste Karneval im neuen Jahr

Südafrika ist eines der wenigen Länder in Afrika, die überhaupt große Silvesterpartys veranstalten. Dafür geht es in dem Land aber besonders rund. Die Szenarien am 1. und 2. Januar erinnern an eine riesige Karnevals-Party. Dabei strömen die Menschen normalerweise mit weiß geschminkten Gesichtern durch die Straßen und feiern mit lauter Musik das neue Jahr. In Corona-Zeiten ist aber alles anders: 2020 gelten Ausgangssperren und Alkoholverbot.