Trotz strikter Maßnahmen zu Weihnachten und Silvester ist die die Belastung in Krankenhäusern und dem restlichen Gesundheitswesen hoch und weiter gestiegen. Daher wird der Lockdown bis zum 31. Januar verlängert. Das haben Bund und Länder am 5. Januar beschlossen.

Schon seit Mittwoch, 16. Dezember, muss der Einzelhandel – bis auf Lebensmittelgeschäfte – geschlossen bleiben, Schulen und Kitas ebenfalls (oder die Präsenzpflicht wird aufgehoben). Kanzlerin Angela Merkel weist noch einmal
eindrücklich darauf hin, dass Reisen in Risikogebiete ohne triftigen Grund unbedingt zu vermeiden sind, sei es im Inland oder ins Ausland.

Weitere massive Einschränkungen gelten in Deutschland schon seit November – unter anderem faktisch auch ein Urlaubsverbot. Hotels, Pensionen, Ferienhäuser und andere Beherbergungsbetriebe dürfen Übernachtungsangebote nur noch für notwendige Zwecke wie zwingende Dienstreisen, aber nicht für Touristen, anbieten. Auch diese Regelung gilt nun bis Ende Janaur.

Was bedeutet das für Reisende? Können sie ihr bereits gebuchtes Hotel kostenlos stornieren? Bleiben Reisen ohne Übernachtungen erlaubt? Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen dem Übernachtungsverbot und dem Beherbergungsverbot? Hier eine Übersicht:

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Kann ich meinen Urlaub in Deutschland kostenlos stornieren?

Mit dem Beschluss über das Übernachtungsverbot für die gesamte Bundesrepublik wurde die Rechtslage im Vergleich zum Beherbergungsverbot klarer.

So haben Urlauber laut Reiserechtsanwalt Paul Degott ein Recht darauf, das Geld fürs gebuchte Hotelzimmer oder Ferienhaus zurückzubekommen, wenn die Unterkunft Reisende aufgrund einer Verordnung nicht beherbergen dürfen. Das ist mit dem Inkrafttreten des Übernachtungsverbots der Fall. Reisende können ihren Urlaub also kostenlos stornieren. Die Verbraucherzentrale rät, sich auf die „Unmöglichkeit der Leistung“ zu beziehen.

Auch bei Pauschalreisen bekommen Urlauber ihr Geld zurück. Reiseveranstalter können einen Gutschein anbieten, den Reisende aber nicht akzeptieren müssen. Diese Regeln gelten bis zum 31. Januar, solange ist das Übernachtungsverbot mindestens in Kraft.

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Wer aber zum Beispiel einen Skiurlaub Mitte Februar gebucht hat, kann aus Angst vor dem Coronavirus nicht kostenlos von dem Urlaub zurücktreten. Degott rät in diesem Fall, mit dem jeweiligen Hotelier in Kontakt zu treten, um über mögliche Umbuchungen oder Kulanzregelungen zu sprechen. 

Kann ich mein Bahn-Ticket kostenlos stornieren?

Auch Bahntickets können nicht ohne weiteres kostenlos storniert werden, denn die Bahn hat lediglich einen Beförderungsvertrag. Da sie diesen unabhänigig von dem Übernachtungsverbot erfüllen kann, gelten die jeweiligen Stornierungsbedingungen für das gebuchte Ticket. 

Da es aktuell nicht, wie im Frühjahr, spezielle Kulanzregelungen bei der Deutschen Bahn gibt, gelten die normalen Beförderungsbedingungen. Das gilt auch für die Zeit des verlängerten Lockdowns – „die Stornobedingungen bleiben bestehen“, heißt es auf reisereporter-Anfrage am Sonntag. Und weiter: „Die DB wird ihrer Verantwortung gerecht und will möglichst viele Sitzplätze anbieten, um die Abstände zwischen Reisenden in den Zügen groß zu halten. Deswegen fahren wir trotz des angekündigten Lockdowns unverändert das volle Programm.“

Was ist der Unterschied zum Beherbergungsverbot? 

Der Unterschied zum Beherbergungsverbot liegt darin, dass Touristen eine Übernachtung überhaupt nicht mehr angeboten werden darf. Nur für notwendige Zwecke wie zwingende Dienstreisen dürfen die Hotels Zimmer anbieten – Risikogebiete innerhalb Deutschlands spielen keine Rolle mehr. 

Beim Beherbergungsverbot hingegen konnten Touristen aus Corona-Hotspots ganz normal in einem Beherbergungsbetrieb übernachten, wenn sie einen negativen Corona-Test vorweisen konnten. Diese Möglichkeit entfällt nun komplett. 

Darf ich in Deutschland noch Ausflüge machen?

Das Reisen in Deutschland generell ist nicht verboten, auch wenn Hotels, Ferienwohnungen oder Gästehäuser nicht mehr für touristische Zwecke zur Verfügung stehen. Ein Besuch bei der Familie oder Freunden ist weiterhin erlaubt, sofern die Corona-Regeln eingehalten werden. Allerdings werden nur noch private Zusammenkünfte mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person erlaubt.

Und in Landkreisen mit einer 7-Tages-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern können die Länder weitere lokale Maßnahmen zur Einschränkung des Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort ergreifen. Das heißt, Menschen in Corona-Hotspots dürfen – sofern kein triftiger Grund vorliegt – diesen Radius nicht verlasssen. Einkaufen, Reisen und tagestouristische Ausflüge beispielsweise in Wintersportorte stellen explizit keinen triftigen Grund dar.

Gleichzeitig fordert der Bund dazu auf, in den nächsten drei Wochen alle Kontakte auf das absolut notwendige Minimum zu beschränken und soweit möglich zu Hause zu bleiben: „Auch Reisen in Risikogebiete ohne triftigen Grund gilt es unbedingt zu vermeiden.“