Das Verbot aller touristischen Übernachtungsangebote in Deutschland wird bis zum 10. Januar 2021 verlängert, das haben Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer beschlossen.

Urlaubsverbot: Hotels dürfen keine Touristen beherbergen

Im Beschluss von Bund und Ländern wird deutlich gesagt, dass „Übernachtungsangebote im Inland nur noch für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke“ zur Verfügung gestellt werden dürfen. Zu notwendigen Zwecken zählen Dienstreisen.

Unterkünfte dürften weiterhin „nur noch für notwendige Zwecke wie zwingende Dienstreisen“ geöffnet bleiben. Das bedeutet: Hotels, Pensionen, Ferienhäuser und -wohnungen sowie Airbnb-Anbieter dürfen bis ins neue Jahr keine Urlauber beherbergen. Das gilt auch, wenn Urlauber einen negativen Corona-Test vorweisen können.

Und nun – was ist mit der Hotel-Buchung für Weihnachten und Silvester?

Bekomme ich mein Geld fürs gebuchte Hotel zurück?

Urlauber haben derzeit laut Reiserechtsanwalt Paul Degott ein Recht darauf, das Geld fürs gebuchte Hotel oder Ferienhaus in Deutschland zurückzubekommen. Denn die Unterkunft darf per Verordnung seit Inkrafttreten des Übernachtungsverbotes Reisende nicht mehr beherbergen. Reisende können ihren Urlaub also kostenlos stornieren. Die Verbraucherzentrale rät, sich in diesen Fällen auf die „Unmöglichkeit der Leistung“ zu beziehen.

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Bei einer Pauschalreise ist das kostenlose Stornieren ebenfalls möglich. Veranstalter können einen Gutschein anbieten, den Touristen aber nicht akzeptieren müssen.

Wie sieht es mit Stornierungen über den 10. Januar 2021 hinaus aus? Hier gilt: Wenn keine konkreten Einschränkungen bekannt oder beschlossen sind, können Reisende nicht aus der reinen Angst vor dem Coronavirus kostenlos vom Reisevertrag zurücktreten oder das Hotel stornieren. Reiserechtsanwalt Degott rät in diesem Fall, mit dem jeweiligen Hotelier oder Veranstalter in Kontakt zu treten, um über mögliche Umbuchungen oder Kulanzregelungen zu sprechen.

Was ist mit Verwandtenbesuch an Weihnachten – darf er ins Hotel?

Wenngleich der Lockdown light und das damit verbundene Verbot touristischer Übernachtungen verlängert wurden, gibt es zumindest für Weihnachten und Silvester in vielen Bundesländern eine Ausnahmeregelung. Die folgenden Bundesländer wollen Übernachtungen zum Zwecke des Familienbesuchs zwischen dem 23. und 27. Dezember – teilweise auch bis zum 1. Januar – erlauben:

  • Baden-Württemberg
  • Berlin
  • Bremen
  • Hamburg
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein

In folgenden Bundesländern ist die Lage noch unklar oder wurden die Hotelöffnungen für Verwandte abgelehnt: Bayern, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Saarland, Thüringen. Die genauen Regeln für die Hotelöffnungen gibt es in unserem Überblick zum Nachlesen.

Kritik zu den Hotelöffnungen kommt von Kanzlerin Angela Merkel. Sie hält dies weiterhin für falsch – damit würden „Anreize zum Reisen“ geschaffen. 

Ich kann das Bahnticket nicht nutzen: Bekomme ich das Geld zurück?

Risikogebiet, Lockdown oder Angst vor dem Coronavirus? Das sind alles keine Gründe, um ein Bahnticket kostenlos stornieren zu können. Die Deutsche Bahn empfiehlt daher seit dem Frühjahr die Buchung stornierbarer Angebote. Sowohl die Flexpreise als auch die Sparpreise sind im Rahmen der regulären Tarifkonditionen stornierbar.

Super-Sparpreis-Tickets sind von der Stornierung allerdings ausgeschlossen, darauf weist die Bahn im Buchungsprozess hin.