Die Kirchtürme von St. Johannis und St. Jacobi bieten einen 360°-Ausblick über alle Stadtteile Göttingens, die sich zwischen den Hügeln des Leinetals erstrecken. Von hier aus gewinnen Besucher*innen Einblick in die verborgene Seiten der Stadt: Wie viele grüne Oasen sich in den Hinterhöfen der Altstadt verbergen, wird erst von oben sichtbar. Ein Geheimtipp für eine beeindruckende Aussicht ist neben den Kirchtürmen die Kantine im Neuen Rathaus. Alle drei Aussichtspunkte in Göttingen liegen mitten in der Innenstadt und sind bequem zu erreichen.

Johanniskirchturm: 360°-Blick über die Altstadt

Aufstieg mit Infos: Die Aussichtsgalerie von St. Johannis bietet einen Rundumblick.

Die Johanniskirche prägt das Göttinger Altstadt-Panorama. Die Kirche ist im gotischen Stil erbaut und hat zwei unterschiedliche Türme, von denen der höhere – der Nordturm – begehbar ist. Wer den Ausblick von der Aussichtsgalerie aus über die Altstadt genießen will, muss eine gewisse Fitness mitbringen: 240 Stufen geht es in St. Johannis hinauf.

Der Aufstieg beginnt mit einer engen, steinernen Wendeltreppe – aber keine Sorge: Damit ihr keinen Drehwurm bekommt, werden während der Turmführung immer wieder Pausen eingelegt. Währenddessen machen euch die Turmführerin oder der Turmführer mit spannenden Geschichten und Anekdoten aus der Historie der Johanniskirche ein bisschen schlauer.

Auf dem Weg nach oben kommt ihr an der Glockenstube und der größten Kirchenglocke Göttingens und der Turmstube vorbei, in der fast 530 Jahre lang die städtischen Turmwächter über Göttingen wachten. Wirklich ungewöhnlich ist, dass die Stube bis 2001 als Wohnung für Studierende diente – und damit die höchstgelegene Studentenbude Deutschlands war.

Von der Turmkapelle geht es hinaus auf die Aussichtsgalerie. Nach dem schweißtreibenden Aufstieg wird man hier mit einem herrlichen 360°-Ausblick über die ganze Stadt belohnt. Von hier sind die grünen Oasen inmitten des Häusermeers der Altstadt besonders gut zu erkennen: Ein Blick, der auch Einheimische immer wieder überrascht.

  • Wann: Aufstieg im Rahmen einer Turmführung immer samstags 12 Uhr (Extraführung für Gruppen nach Anmeldung)
  • Eintritt: 4,00 €, ermäßigt 2,00 €, Kinder bis 14 Jahre frei

Jacobikirchturm: Nichts für schwache Nerven

Jacobkirche Göttingen Ausblick

Direkt an der Haupt-Einkaufsstraße liegt die St. Jacobikirche. Mit einer Höhe von 72 Metern ist der Kirchturm der höchste in Göttingen. Ihr könnt ihn besteigen – wenn ihr schwindelfrei und trittsicher seid. Der Ausblick ist den Aufstieg definitiv wert: Vom Turm aus haben Besucher*innen in jede Himmelsrichtung freie Sicht auf die City und das Göttinger Land.

Über viele schmale und steile Holzstiege gelangt ihr nach oben. Dabei kommt ihr an der Turmuhr, dem Glockenspiel und den Glocken der Kirche vorbei. In der Turmstube erlauben Fensterluken den Blick in alle vier Himmelsrichtungen. Außerdem erläutern einige Infotafeln die Baugeschichte des Turms.

Vor dem Aufstieg meldet ihr auch bei der Kirchenaufsicht an und bekommt dort auch das Eintrittsticket. Rucksäcke und Taschen solltet ihr dort abgeben, denn beim Aufstieg muss man beide Hände zum Festhalten freihaben – so lautet die Einweisung, bevor man auf den Turm gehen darf.

  • Wann: Aufstieg während der Öffnungszeiten der Kirche möglich (i.d.R. täglich von 11– 15 Uhr).
  • Eintritt: 2,00 €/ Kinder 1,00 €

Kantine im Neuen Rathaus: der Geheimtipp

Mittagessen mit Ausblick: In der Kantine im Neuen Rathaus sind Gäste willkommen.

Der Johanniskirchturm ist nur am Wochenende geöffnet und der Aufstieg auf den Jacobikirchturm ist vielleicht nicht jedermanns Sache. Es gibt aber noch eine Alternative, die ein echter Geheimtipp ist: Die Kantine im 16. Stock des Neues Rathauses (Hiroshimaplatz 1-4).

Zu den Öffnungszeiten der Kantine (Mo-Do 7.30-14.00, Fr 7.30-13.30 Uhr) können Besucher*innen mit dem Aufzug ganz bequem nach oben fahren und von der großen Fensterfront den Blick über die Altstadt schweifen lassen. Übrigens: Hier sind nicht nur die Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung, sondern auch Gäste zum Essen willkommen.