Werden bald Hunde die gängigen PCR- und Corona-Schnelltests ersetzen? Ein Modell aus Finnland macht jedenfalls Hoffnung – mit erstaunlich guten Zahlen in einem ersten, weltweit einzigartigen Versuch. 

Am Flughafen Helsinki sind nämlich seit Mitte September zehn Spürhunde im Einsatz, die erschnüffeln können, ob eine Person mit dem Coronavirus infiziert ist. Und die Hunde können das offenbar besser als PCR- und andere Corona-Tests. Laut Forschern der Veterinär-Fakultät an der Universität Helsinki liegen die Hunde nämlich bei einer Trefferquote von fast 100 Prozent – und sind damit zuverlässiger als Tests.

Gegenüber dem norwegischen Reisemagazin „FlySmart24“ sagte Elina Suominen, Sprecherin von Flughafenbetreiber Finavia, dass man zwar noch immer in der Testphase sei, die ersten Ergebnisse aber vielversprechend seien. „Wir haben schon viele Anfragen von Flughäfen in Europa bekommen, die die Hunde kaufen wollen“, sagte Suominen. 

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Corona-Schnüffel-Hunde in Finnland: Anfragen aus ganz Europa

Die zehn in Finnland trainierten Hunde sind allerdings in Privatbesitz und dauerhaft an den Flughafen verliehen; sie werden also nicht ins Ausland verkauft. In Finnland bilden die Hunde eine echte Alternative zu den Corona-Tests. Kein Wunder also, dass es viele Anfragen aus dem Ausland gibt.

Finavia hofft gar, mit der Methode Vorbild in Europa zu werden. Und auf dem Weg befindet man sich bereits: Auch andernorts werden Hunde ausgebildet, um Corona zu erschnüffeln. Auch Tierärzte in Hannover arbeiten bereits daran, Hunde zum Erschnüffeln von Covid-19 zu trainieren. Erfolgreich waren die Hunde hierzulande zwar, allerdings bei Weitem nicht so erfolgreich wie in Finnland. Eine Studie ergab, dass die Trefferquote der Hunde nach einer Woche Training bei 94 Prozent liegt. 

Hunde statt Corona-Tests: Sie sind schneller, effizienter und einfacher 

Weitere Vorteile waren schon zu Beginn der Testphase bekannt geworden: Die zehn Hunde arbeiten deutlich schneller – sehr viel schneller als Schnelltests, denn in wenigen Sekunden bis Minuten können sie eine Corona-Infektion erkennen. Sie benötigen dafür auch nur 10 bis 100 Moleküle, während für die Tests 18 Millionen notwendig sind.

Plus: Eine Corona-Infektion kann – anders als bei den Tests – direkt nach der Infektion festgestellt werden, Hunde erkennen einen Covid-19-Fall also mehrere Tage, bevor ein Corona-Test ein positives Ergebnis anzeigen würde. Die Hunde bekommen für den Corona-Test ein Tuch, das zuvor über die Haut des Passagiers gerieben wurde. In einem stillen Kämmerlein verrichten die Tiere sodann ihre Arbeit – ohne dass der Passagier in Kontakt mit ihnen kommt.

Derzeit gibt es in Europa offenbar nur in Finnland eine derartige Testphase, doch der Erfolg ist vielversprechend. Dennoch: In Finnland haben Einreisende derzeit die Wahl, ob sie sich vom Hund, durch einen PCR-Test oder überhaupt nicht auf Covid-19 testen lassen.