Mitteleuropa streitet um den Wintersport, nachdem Italien gefordert hat, dass alle Skigebiete europaweit bis zum Jahresende schließen. Italien und Frankreich wollen den Ski-Lockdown, Deutschland lässt die Hotels zu. Und Österreich verhängt eine Quarantäne bei Einreise– in der Alpenregion wird es im Corona-Jahr 2020 teilweise schwierig mit dem Skiurlaub über Weihnachten und Silvester.

Wer Wintersport-Bedarf hat, kann aber den Blick gen Norden richten. In Norwegen und Schweden werden die Skigebiete nämlich öffnen – auch über die Feiertage.

„Die Behörden haben sehr viel Zeit mit einem Corona-Sicherheitsplan verbracht“, wird der Amtsarzt von Geilo, einem der bekanntesten Skigebiete in Norwegen, in der Zeitung „VG“ zitiert. Ministerpräsidentin Erna Solberg sagte: „Auch im Skiurlaub müssen alle den Hygienerichtlinien folgen. Wir glauben nicht, dass es ein großes Ansteckungsrisiko gibt, solange es kein Après-Ski gibt.“

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Norwegens Ministerpräsidentin Solberg: „Das Ansteckungsrisiko auf den Pisten ist nicht hoch“

Allerdings gilt auch in Norwegen: Die Kommunen können selbst strengere Richtlinien verabschieden und bei lokalen Corona-Ausbrüchen die Skigebiete schließen. „Es wird immer wieder neue Absprachen geben, wir werden die Situation mit dem Infektionsgeschehen und der Anzahl an Touristen genau beobachten“, sagte Line Vold vom staatlichen Gesundheitsamt.

Zum Corona-Plan gehört in Norwegen, dass die Anzahl der Menschen, die Skilifte und Pisten nutzen dürfen, limitiert wird, damit es nicht zu Staus kommt und der Sicherheitsabstand gewahrt werden kann. Die üblichen Angebote wie Skischulen oder Skiverleihe werden geöffnet sein, heißt es in dem Bericht.

Das einzige Problem für deutsche Wintersport-Fans: Es droht Quarantäne. Denn Norwegen lässt Deutsche derzeit aufgrund der hohen Infektionszahlen nur noch einreisen, wenn sie sich direkt in eine zehntägige Quarantäne in einem speziell ausgewiesenen Hotel begeben. Es wäre also ein langer Urlaub notwendig. 

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Schweden will am 13. Dezember über Wintersport entscheiden

Wer Schwedens Weg in der Corona-Pandemie verfolgt hat, dürfte nicht überrascht sein, dass es auch dort nicht so aussieht, als würden Skigebiete schließen. Dennoch: Erst am 13. Dezember will sich die Regierung dazu äußern, ob die Pisten über Weihnachten und Neujahr geöffnet sind.

Als Ende November aufgrund erneuter Corona-Ausbrüche einige Gegenden in Schweden lokale Beschränkungen eingeführt haben – etwa, dass sich maximal acht oder zehn Menschen treffen dürfen –, kam die Frage nach den Weihnachtsferien auf den Pisten und Loipen auf.

Schwedische Virologin: „Kein Problem, wenn Familien über Weihnachten wegfahren“

Damals sagte Annika Ersson, Virologin der von den Einschränkungen betroffenen Provinz Jämtland, dem Fernsehsender SVT:„Ich sehe wirklich kein Problem darin, wenn Familien über Weihnachten wegfahren. Wichtig ist, dass sie alle Hygienerichtlinien befolgen und im immer gleichen Personenkreis bleiben.“ 

Sowohl in Norwegen als auch in Schweden werden viele Skigebiete vom Unternehmen Skistar betreut. Dort zeigt man sich zuversichtlich bezüglich der Öffnungen im Winter. Derzeit warte man zwar an vielen Orten noch auf den Wintereinbruch mit ordentlich Schnee; aber: „Wir gehen davon aus, dass wir über die Feiertage geöffnet haben.“ 

In einer Pressemitteilung heißt es weiter: „Das alpine Skifahren an sich ist eine kontaktlose Outdoor-Aktivität, und frische Luft und Bewegung sind gut für die Gesundheit.“ Die Lifte befänden sich in der Regel in einer offenen Bergumgebung und: „Das schwedische Gesundheitsministerium hat bereits kundgetan, dass das Infektionsrisiko im Lift und auf der Piste gering ist.“ 

Pisten sollen in Norwegen und Schweden am 11. Dezember öffnen

Dennoch: Derzeit ist das Skifahren noch nicht möglich. Erst am kommenden Freitag, 11. Dezember, werden die ersten Pisten geöffnet, Hemsedal in Norwegen und Kittelfjäll in Schweden haben diese Daten zur Eröffnung der Saison angegeben.

In Norwegen droht Quarantäne vor allem bei der Einreise, denn nur bestimmte Regionen im Land hat das Robert-Koch-Institut als Risikogebiete ausgewiesen, die beliebten Wintersport-Gebiete Trysil, Geilo oder Hemsedal gehören nicht dazu. Schweden steht hingegen komplett auf der Liste des RKI: Reiserückkehrer müssen sich in Deutschland also in eine zehntägige Quarantäne begeben, ausgenommen sind jene, die in Nordrhein-Westfalen leben.