Romantische Kutschfahrten zwischen Kolosseum, Petersdom und Trevi-Brunnen – das ist in Rom künftig nicht mehr möglich. Wie Bürgermeisterin Virginia Raggi auf Facebook verkündet, hat sich die Stadt dazu entschieden, die Kutschen von den Straßen zu verbannen.

Damit zahlreiche Touranbieter nicht ihre Existenz verlieren, aber gleichwohl mehr für den Tierschutz getan wird, sollen die Kutschen weiterhin in den Parks in der italienischen Hauptstadt fahren dürfen. „Es ist eine Entscheidung, die getroffen wurde, um das Wohlergehen der Pferde zu schützen, aber gleichzeitig eine Tradition unserer Stadt zu bewahren“, schrieb sie am Donnerstagabend. 

Aktuelle Deals

Die Stadt will hierfür bestimmte Routen auszeichnen, die sich mit dem Tierschutz vereinbaren lassen. Villa Borghese, Villa Doria Pamphilj und der Park mit den alten Aquädukten sollen für Touristen weiterhin per Kutsche erreichbar sein. „Aber ihr werdet nie wieder müde, der absoluten Hitze der Sonne ausgesetzte Pferde auf unseren Straßen sehen, denn das haben wir verboten“, so Raggi.

Verbot von Kutschfahrten in Rom: Zwischen Tierschutz und Arbeitsplatzsicherung

Im offiziellen Schreiben der Stadt heißt es, dass man versucht habe, einen Kompromiss zu finden, Tierwohl und die Sicherung von Arbeitsplätzen zu vereinigen. Demnach sollen die Kutscher eine Taxilizenz erhalten – eine Praxis, die bisher auch häufig genutzt wird und dazu führte, dass in Rom nur noch 23 Personen eine Lizenz für Kutschfahrten haben. 

Auch für jene, die weiterhin Kutschfahrten anbieten, gibt es viele neue Regeln, etwa dass nur noch spezielle Pferderassen vor die Kutschen gespannt werden und Pferde nur noch maximal sieben Stunden am Tag im Einsatz sein dürfen. Eine Temperaturgrenze lag bereits vor der Änderung bei 30 Grad Celsius – ist es wärmer müssen die Kutschen stehen bleiben. Verstöße gegen die neuen Regeln werden mit bis zu 500 Euro bestraft. 

Verbot von Kutschen in der Innenstadt: Kutscher und Tierschützer sind unzufrieden

Für die Kutscher dürfte es sich dennoch um einen großen Einschnitt handeln. Laut „The Guardian“ verlangen sie bis zu 350 Euro für eine zweistündige Kutschfahrt mit vier Personen. Der Vorsitzende des Verbandes der Kutschfahrer, Angelo Sed, sagte der Zeitung, das Geschäft werde stark einbrechen, es werde in den Parks nicht sein wie auf den Straßen. Gerade in Zeiten, in denen die Kutscher unter den Corona-Beschränkungen litten, sei das ein schwieriger Vorstoß.

Für Tierschützer hingegen geht der Vorstoß nicht weit genug. Rinaldo Sidoli von der Umweltschutzorganisation Alleanza Popolare Ecologista sagte: „Raggi hat 2016 versprochen, dass sie Kutschfahrten in Rom generell verbieten will und nicht, sie lediglich in Parks umzusiedeln. Diese Pferde werden weiterhin ausgebeutet werden.“