Atemberaubende Ausblicke auf Weinberge oder das Meer, eine ruhige Piazza zu Füßen einer Barock-Kirche, bunte Häuser, die sich an Felsen schmiegen, enge Gassen, durch die Geplapper hallt: Italien hat ein Geheimnis – und zwar das der versteckten Schönheiten. 

Während sich die meisten Touristen um die Piazza San Marco in Venedig, vor dem Schiefen Turm von Pisa, dem Kolosseum in Rom oder der Kathedrale von Florenz drängen, zieht es die Kenner an andere Orte. Denn es gibt sie noch: die unentdeckten, von Touristenströmen bislang verschonten Städtchen und Dörfer in Italien. Sie heißen Borghi – und sind echte Insider-Tipps. Also: ab in die Provinz!

Dorftourismus in Italien: DER Geheimtipp für Urlauber

Aber, Moment mal: Was heißt Borghi genau? Meist wird der Begriff ganz einfach mit dem deutschen Wort Dorf übersetzt, doch das wird den Örtchen nicht gerecht. Sie sind viel mehr: Symbole der italienischen Kultur mit künstlerischem und architektonischem Wert, sie stehen für das ursprüngliche Italien. Borghi sind Ortschaften, die im Allgemeinen im Mittelalter oder in der Renaissance rund um einen Adelssitz oder ein Schloss entstanden sind. Von ihnen gibt es über das ganze Land verteilt mehr als 1000 – von den Dolomiten bis nach Sizilien.

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In den Abruzzen, zwischen Weinbergen und Olivenhainen, steht das mittelalterliche Städtchen Casoli.

Die Frage, welches Dorf in Italien eigentlich das schönste sei, lässt sich bei all den schönen Örtchen gar nicht so einfach beantworten. Deswegen hat die Vereinigung „I borghi più belli d’Italia“ (zu Deutsch: die schönsten Dörfer Italiens) auch ganz einfach eine lange Liste erstellt, auf der nun schon 315 der schönsten Dörfer stehen. Etwa zwei Dutzend von ihnen zählen auch zum Unesco-Welterbe. Im Herbst 2020 kamen sechs Neuzugänge auf die Liste: Bassano in Teverina, Monteleone d’Orvieto, Tropea, Monte Sant’Angelo, Montechiarugolo und Casoli.

Karte: Die schönsten Dörfer in Italien

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Um zum Club der „schönsten Dörfer“ zu gehören, muss ein Dorf mehrere Kriterien erfüllen, darunter Integrität des städtischen Gefüges, architektonische Harmonie, Bewohnbarkeit des Ortes sowie künstlerische und historische Qualität von öffentlichen und privaten Gebäuden. Die Borghi befinden sich oft abseits der normalen Touristenstrecken, sind also echte Geheimtipps für Reisende. Und doch gibt es ein Problem: Die Dörfer leiden häufig unter der Landflucht, schrumpfen also, damit steigt das Risiko für Verfall und Verwahrlosung.

Reiseführer und Touren zu den schönsten Dörfern Italiens

Das Dorf Montechiarugolo ist ein echter Hingucker, vor allem wegen des gleichnamigen Kastells.

Um dem entgegenzuwirken, sollen Touristen angelockt werden, unter anderem mit einem neuen Reiseführer für das Jahr 2021. Auf 792 Seiten stellt er alle 315 Borghi vor (auf Italienisch), gibt Tipps für Lokale und Ausflüge. 

Außerdem gibt es einen Tourenanbieter, der exklusiv mit der Vereinigung zusammenarbeitet: Über die Website des „Borghi Italia Tour Network“ können Unterkünfte gebucht werden, der Reiseveranstalter bietet aber auch organisierte Touren durch die Regionen an. Wie wäre es zum Beispiel mit Weinberg-Hopping im Piemont, Wandern und Reiten im Bergmassiv Gran Sasso oder einem Besuch bei Kunsthandwerkern auf Sardinien – samt Tour durch die Borghi der Region?