Während der Weihnachtsfeiertage über Skipisten brettern oder das neue Jahr auf der Skihütte feiern – all das könnte es in diesem Jahr nicht geben. Zumindest, wenn es nach den Regierungschefs von Italien, Frankreich und Deutschland geht. Die fordern nämlich eine Schließung der Skigebiete bis mindestens 10. Januar. Und zwar am besten in der gesamten EU.

Welche Länder ihre Skigebiete trotzdem öffnen wollen, wass die Schließungen für Urlauber bedeuten würden und welche Hygienekonzepte einen Skiurlaub ermöglichen würden, erfährst du hier.

Welche Länder wollen Skiurlaub verbieten?

Vorweg: Konkrete Beschlüsse gibt es zu diesem Thema noch nicht. In drei Ländern wird eine Schließung der Skigebiete im Dezember aber immer wahrscheinlicher: in Italien, Frankreich und Deutschland. Zunächst hatte die italienische Regierung eine mögliche Schließung der Skigebiete bis ins neue Jahr thematisiert. Am Dienstag sprach sich auch Emmanuel Macron für eine solche Lösung aus, am Mittwoch dann Kanzlerin Merkel. Sie alle fordern vor allem eine europaweite Lösung, damit Wintersportfans ihren Skiurlaub nicht einfach aufs Ausland verlegen.

„Mir wäre lieber, wir würden ein einheitliches Übereinkommen auf europäischer Ebene haben: keine Skilifte offen überall beziehungsweise kein Urlaub überall“, sagte etwa Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Aufgrund der Lockdowns in Italien, Österreich und Deutschland ist aktuell de facto ohnehin kein Skiurlaub möglich, Hotelübernachtungen sind nur für Hotelreisende erlaubt, die Gastranomie ist geschlossen. Österreich will mit einem härteren Lockdown und Massentests die Situation im Dezember aber wieder in den Griff bekommen – und Skiurlaub über Weihnachten ermöglichen.

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Welche Länder sind gegen das Skiverbot über Weihnachten?

Entsprechend kritisch äußerten sich viele Stimmen aus Österreich gegenüber dem diskutierten EU-weiten Skiverbot. Kanzler Kurz hält eine internationale Abstimmung für „übertrieben“, Tourismusministerin Elisabeth Köstinger könne der Schließung der Skigebiete über Weihnachten „nichts abgewinnen“.

Neben Österreich sprachen sich dem „Standard“ zufolge auch die folgenden Länder gegen ein Skiverbot an den Feiertagen aus: die Slowakei, Slowenien, Schweden, Polen und Spanien. Ohnehin außen vor bei einer EU-weiten Lösung wäre die Schweiz – sie ist kein Mitglied der EU. Das Land will die Skigebiete auch an den Feiertagen öffnen.

Welche Regeln könnten im Skiurlaub gelten?

Um eine Skisaison auch im Winter zu ermöglichen, haben die Wintersportorte, Liftbetreiber, Verbände und Skigebiete in den vergangenen Monaten bereits intensiv an Hygiene- und Sicherheitskonzepten gearbeitet.

In fast allen Skigebieten im In- und Ausland sollen Maskenpflicht und Abstandsregeln gelten, zum Beispiel in Wartebereichen, Skiliften und Gondeln. Darüber hinaus setzen einige Skigebiete auf zusätzliche Maßnahmen, etwa ein Limit für die Zahl der täglich ausgestellten Skipässe oder der Einsatz von Security-Personal, das die Einhaltung der Regeln kontrolliert.

Wie steht es aktuell um den Skiurlaub?

Vielerorts wurde der Saisonbeginn bereits auf Anfang bis Mitte Dezember geschoben. Und derzeit sieht es so aus, dass sich Wintersportfans wohl zumindest in einigen Ländern noch bis nächstes Jahr gedulden müssen.

Und: Sollten sich die EU-Länder nicht auf einheitliche Schließungen einigen können, müssten Skiurlauber mit ziemlicher Sicherheit nach der Reise in Quarantäne. Derzeit gilt für alle Alpenländer eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes – Österreich, Schweiz, Frankreich und Italien gelten aktuell als Corona-Risikogebiete. In Bayern besteht künftig sogar für Tagesausflüge unter 24 Stunden, die ins Ausland führen, eine Quarantänepflicht. Das hat Bayerns Kabinett beschlossen.

Die Bundesregierung betont aber unabhängig davon auch ganz klar: Auf Reisen sollte möglichst verzichtet werden.