Gähnende Leere statt Après-Ski-Gaudi: Wo sonst Adrenalinjunkies und Sportbegeisterte die Berge hinuntergesaust sind, herrscht aktuell vor allem Stille. Die Coronavirus-Pandemie hat auch dem Start der Ski-Saison 2020 einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht.

Rom fordert europaweites Skiverbot zu Weihnachten

Weil in Italien, Österreich und Deutschland hohe Infektionszahlen verzeichnet werden, sind die meisten Ski-Gebiete aktuell geschlossen. Die italienische Regierung hat sogar eine mögliche Schließung der Skipisten über Weihnachten und Silvester ins Spiel gebracht, das berichtet die römische Tageszeitung „La Repubblica“. Der Wunsch sei ein europaweites Skiurlaub-Verbot. Demnach sollten die Skigebiete erst Ende Januar für Urlauber öffnen, wenn die Infektionszahlen sinken und die EU-Länder mit Impfkampagnen beginnen. Aber: Die Skigebiete protestieren heftig gegen diesen Vorschlag und verweisen auf ihre Sicherheitskonzepte. Einfach wird die Wintersaison 2020/2021 aber sicher nicht.

Wegen der Lockdown-Maßnahmen in Deutschland, Österreich und Italien dürfen die Bergbahnen und Pisten derzeit aber ohnehin nicht für Skiurlauber öffnen. Das betrifft auch die Gletscher-Skigebiete, in denen Wintersport um diese Jahreszeit schon denkbar wäre.

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Für alle Alpenländer gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes – Österreich, Schweiz, Frankreich und Italien gelten aktuell als Corona-Risikogebiete und stehen auf der entsprechenden Liste des Robert-Koch-Institutes.

Wo Skiurlauber ab wann und mit welchen Einschränkungen womöglich doch auf Skiern oder Snowboard durch den Schnee düsen können? Ein Überblick. 

Corona-Regeln in Deutschlands Skigebieten

Deutschland befindet sich seit Anfang November im Teil-Lockdown. In diesem Zuge sind nicht nur die Hotels an den Urlaubsorten, sondern auch alle Skihallen des Landes geschlossen worden. Was die Skigebiete angeht, wurde der Saisonstart auf der Zugspitze zum Beispiel auf Mitte Dezember verschoben – eigentlich hätte die Wintersaison bereits am 13. November starten sollen. Auch in Feldberg am Schwarzwald soll die Saison je nach Witterung frühestens Mitte Dezember starten. Um die Besucherströme dann besser steuern zu können, soll es Lift-Karten nur noch online geben. 

Damit das Ganze aber in Zeiten der Pandemie auch gelingen kann, arbeitet der Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte laut dem ADAC aktuell an einem Hygienekonzept für den Skibetrieb in allen 350 deutschen Skigebieten für diesen Winter. Das bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr hat zusätzlich bereits ein Konzept für den Betrieb von Seilbahnen vorgelegt, das unter anderem eine Maskenpflicht und Abstandsregeln vorsieht. 

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Ob und in welcher Form das entsprechende Konzept aber greift, ist auch davon abhängig, wie lange der Teil-Lockdown in Deutschland generell aufrechterhalten werden soll. Das beraten die Ministerpräsidenten der Bundesländer an diesem Mittwoch mit Kanzlerin Angela Merkel. 

Corona-Regeln in Österreichs Skigebieten

Auch Österreich befindet sich derzeit bis mindestens zum 6. Dezember im Lockdown. Das beliebte Skigebiet Ischgl hat den Saisonstart bereits auf den 17. Dezember verschoben, viele andere Hotspots haben den Start auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben. 

In Sachen Hygienekonzept ist Ischgl klarer Vorreiter in Österreich. So berichtet ein Gastwirt des beliebten Skiortes dem „Spiegel“ etwa von einer Investition in Überwachungskameras und eine App, in der sich die Gäste registrieren können. 

Aber auch das größte Skigebiet Österreichs, Ski Arlberg, fiebert gespannt auf den Saisonstart hin. Österreichs Kanzler Sebastian Kurz hat dafür ein allgemeingültiges Konzept für Skigebiete erstellt. Darin setzt er vor allem auf große Abstände in Wartebereichen und Skiliften. Aktuell ist es allerdings nur Profisportlern erlaubt, in den Skigebieten aktiv zu werden. 

Corona-Regeln in Italiens Skigebieten

Italien ist bereits zum zweiten Mal besonders schwer von der Coronavirus-Pandemie betroffen. Die Skigebiete im ganzen Land sind deshalb geschlossen. Und das soll laut Ministerpräsident Giuseppe Conte auch erst mal so bleiben. Skiurlaub zu Weihnachten und Silvester werde es demnach in Italien nicht geben. „Das können wir uns nicht erlauben“, sagte er in einem Fernsehinterview. Er arbeite derzeit an einem gemeinsamen Winterkonzept mit Deutschland und Frankreich.

Eine Nachricht, die nicht nur Skifahrer, sondern auch die Skigebiete in Italien verärgert. So plädiert etwa Alberto Cirio, der Präsident der Region Piemont, für die Öffnung der Skilifte und der Gastronomie, wie die „Tagesschau“ berichtet. 

Und auch im kleinen Skigebiet Plose in Südtirol war man auf die Skisaison unter schwierigen Bedingungen vorbereitet: Es wurden extra „Covid-Ranger“ ausgebildet, die die Einhaltung der Regeln bewachen sollten. Außerdem habe man zwei zusätzliche Schneekanonen angeschafft, die Desinfektionsmittel in die Luft sprühen sollten, erzählt Geschäftsführer Alessandro Marzola dem „Spiegel“. 

Corona-Regeln in Schweizer Skigebieten

Die Schweiz befindet sich nicht in einem Lockdown, wird allerdings aufgrund der hohen Infektionszahlen vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiet eingestuft. Das bedeutet für Ski-Fans: Der Skiurlaub in der Schweiz ist zunächst grundsätzlich möglich, aber mit einem Coronatest und Quarantäne bei der Rückkehr verbunden. 

Die beliebte Skiregionen Zermatt/Matterhorn und Saas-Fee haben bereits ihre Pisten geöffnet. Alle anderen Skigebiete wollen im Laufe des Winters mit dem Betrieb starten, solange es die epidemiologische Lage zulässt. Einzige Ausnahme: das Skigebiet Fideriser Heuberge. Das lässt die Saison aufgrund der Pandemie in diesem Winter ausfallen. 

In allen aktiven Skibereichen allerdings gibt es einheitliche Corona-Regeln wie das Tragen des Mund-und-Nasen-Schutzes und das Einhalten des Mindestabstandes. 

Ähnliche Corona-Regeln gelten auch in den geöffneten Skigebieten in Skandinavien und Frankreich. Frankreich hat darüber hinaus erweiterte Stornierungsbedingungen für Ski-Urlaube erlassen, um den Reisenden größtmögliche Flexibilität zu gewährleisten.