Die Weihnachtsmärkte fallen wegen Corona zum allergrößten Teil aus – gibt es wenigstens Hoffnung für die Feiertage? Werden wir Ausflüge beispielsweise mit der Bahn zu Freunden und Verwandten machen dürfen, vielleicht sogar reisen können? Für die meisten Menschen wäre Weihnachten im Lockdown in Isolation ein Horrorszenario.

Längerer Teil-Lockdown: Was ist mit Reisen an Weihnachten?

Befeuert wird diese Angst durch die aktuellen Entwicklungen hinsichtlich des Teil-Lockdowns. Denn weil die Infektionszahlen nicht stark genug sinken, sind Lockerungen der Maßnahmen nicht absehbar. Im Gegenteil: Die verschärften Regeln sollen verlängert werden und grundsätzlich bis zum 20. Dezember gelten. Dies betrifft auch die Schließung von Hotels und Restaurants. Die Menschen sollen weiter möglichst zu Hause bleiben und auch dort arbeiten sowie Reisen und Ausflüge unterlassen.

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Darf ich meine Familie an Weihnachten besuchen?

Die aktuell geltenden Corona-Regeln erlauben nur Treffen von Angehörigen aus zwei Haushalten – maximal aber zehn Personen. Die Regelung gilt je nach Bundesland auch für Familien und Verwandte. Generell gilt: Feiern in Wohnungen werden angesichts der ernsten Lage als „inakzeptabel“ bezeichnet.

Menschen sind zudem angehalten, Großeltern, Eltern und andere Verwandte möglichst nicht zu besuchen. Dass die Maßnahmen nach dem 30. November wieder gelockert werden, ist unwahrscheinlich (Stand: 24. November). Viel mehr sollen die Regeln verschärft werden, es sollen sich nur noch fünf Menschen treffen dürfen.

Und wie sieht es mit Weihnachten und Silvester aus? Wird es Ausnahmen geben?

So viele Menschen dürfen sich an Weihnachten und Silvester treffen

Vor der Bund-Länder-Schalte am Mittwoch haben sich die Ministerpräsidenten der Länder darauf geeinigt, wie die Kontaktregeln für Weihnachten und Silvester aussehen sollen – und die scheinen Weihnachten mit der Familie und Silvester mit Freunden möglich zu machen. Denn: Dem Beschlussentwurf zufolge sollen im Zeitraum vom 23. Dezember bis 1. Januar sollen Treffen eines Haushaltes mit haushaltsfremden Familienmitgliedern oder haushaltsfremden Menschen bis maximal zehn Personen ermöglicht werden können, Kinder bis 14 Jahren seien hiervon ausgenommen.

Bund und Länder treffen sich am Mittwoch, 25. November, erneut. Dann soll mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über den Entwurf diskutiert werden.

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Volle Züge zu Weihnachten sind normal: Wie sicher ist die Anreise?

Für viele Deutsche geht es an den Weihnachtsfeiertagen per Zug zur Familie. Grundsätzlich gilt das Reisen im Zug und auch im Flugzeug in der Pandemie als relativ sicher. Aber: Jeder, der das schon einmal gemacht hat, weiß, dass die Züge der Deutschen Bahn zu den Feiertagen für gewöhnlich sehr voll sind. Gangplätze frei lassen? Abstand von 1,5 Metern einhalten? Undenkbar. Wie sicher also wird die Anreise zu Weihnachten im Jahr 2020 sein?

Der große Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn findet am 13. Dezember 2020 statt, von diesem Tag an gilt dann der Winter-Fahrplan 2020/2021. Der Konzern teilt diesbezüglich mit: „Die DB baut derzeit ihr Fahrzeugangebot massiv aus.“ Zum Fahrplanwechsel könnten „deutlich mehr Fernverkehrszüge“ angeboten werden – „mit mehr Verbindungen, dichteren Zugfolgen und mehr neuen Zügen mit täglich 13.000 zusätzlichen Sitzplätzen“.

Bei der Suche nach dem passenden Zug soll nach Angaben der Bahn auch die Auslastungsanzeige im DB-Navigator helfen. Diese zeigt an, wie voll ein Zug ist. Das Problem: Wer heute ein Ticket für einen leeren Zug im Dezember bucht, kann sich nicht darauf verlassen, dass er auch in ein paar Wochen noch halbwegs leer ist.

Wer also die Möglichkeit hat, sollte entweder Stoß- und Hauptreisezeiten vermeiden oder aufs Auto umsteigen. Das hat auch den Vorteil, dass die Reise spontan ohne Zusatzkosten gestrichen werden kann. Denn: Je nach Entwicklung der Corona-Neuinfektionszahlen lässt sich ein dritter (Teil-)Lockdown nicht vollständig ausschließen.

Urlaub an Weihnachten: Geht das 2020?

Und, wie sieht es aus in punkto Wegfahren und Reisen an Weihnachten – den Familienbesuch mal ausgenommen? Die Unsicherheit in Bezug auf die Entwicklung der Corona-Lage führt bei vielen Deutschen zu Reiseunlust, sagt Reiseforscher Jürgen Schmude: „Im Winter planen laut einer aktuellen Umfrage nur 30 Prozent überhaupt einen Urlaub.“ Unsicherheit sei der größte Grund, aktuell nicht zu reisen. „Selbst in Deutschland kommt man schnell durcheinander, was die Corona-Regeln angeht, im Ausland wächst die Verunsicherung dann noch einmal an.“

Schmude macht auch keine großen Hoffnungen auf schnelle Gewissheit: „Was genau im Winter reisetechnisch möglich sein wird, ist aktuell völlig unklar“, sagt er dem reisereporter. 

Weihnachtsurlaub in der Karibik: Fernreisen trotz Corona aktuell möglich

Fernreisen im Corona-Jahr über Weihnachten und die Feiertage am Strand verbringen – das klingt 2020 absurd, denkst du? Tatsächlich könnten die aber nach dem aktuellen Stand möglich sein. Deutschlands größter Reiseveranstalter Tui wirbt in seinem Blog beispielsweise mit Reisen in die Karibik, obwohl dort für einige Länder Reisewarnungen gelten. In diesem Fall hieße es für Touristen: bis zu zehn Tage Quarantäne nach der Rückreise in Deutschland. Die Zeit der Isolation kann frühestens mit einem Corona-Test an Tag fünf verkürzt werden.

Tatsächlich aber gibt es auch beliebte Winterreiseziele, für die keine Reisewarnung gilt, darunter sind aktuell Kuba, Antigua und Barbuda sowie Grenada. Sie erlauben für deutsche Urlauber die Einreise. 

Aber auch hier gilt: Die Situation entwickelt sich dynamisch – zuletzt hatten die Seychellen wieder eine Quarantänepflicht für Reisende aus Deutschland eingeführt. Grund dafür ist das Infektionsgeschehen hierzulande. Den Weihnachtsurlaub werden die Menschen daher wohl, wenn überhaupt, sehr spontan buchen.