Wasser ist manchmal nicht einfach nur Wasser – gelegentlich erscheint es an ungewöhnlichen Orten, in bunten Farben und faszinierenden Formen. Wenn du das Elixier des Lebens mal auf eine neue Art und Weise entdecken möchtest, dann findest du weltweit zahlreiche Möglichkeiten dazu.

Der reisereporter stellt sieben Wasserwunder vor, zu denen sich eine Reise auf jeden Fall lohnt.

1. Türkei: Terrassen von Pamukkale

Ein faszinierendes Wasserwunder sind die weißen Terrassen von Pamukkale in der Türkei. Sie liegen an einer Felskante, über die heißes Wasser fließt. Beim Abkühlen setzt sich Kalk ab, wodurch über die Jahrtausende eine märchenhafte Landschaft entstand.

Seit 1988 zählen sie zum Unesco-Welterbe. Touristen ist das Baden aber nur in einigen künstlich angelegten, flachen Betonbecken möglich. Das Thermalquellenwasser ist etwa 30 Grad warm.

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In Pamukkale in der Türkei findest du diese Kalksinterterrassen.

2. Belize: Great Blue Hole

Das Great Blue Hole befindet sich vor der Küste des mittelamerikanischen Staates Belize. Von oben betrachtet sieht es aus wie ein riesiger, dunkelblauer Fleck im türkisblauen Wasser der Karibik. Es ist insgesamt 125 Meter tief und verfügt über ein unterirdisches Höhlensystem, weshalb es bei Tauchern sehr beliebt ist. 

Das blaue Loch hat einen Durchmesser von rund 300 Metern und ist von vielen Koralleninseln umgeben. Seit 1996 gilt es als Unesco-Welterbe, und 2009 kam die Aufnahme in die Liste der gefährdeten Weltnaturerbestätten hinzu.

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Das Great Blue Hole in Belize ist ein Paradies für Taucher.

3. Grand Prismatic Spring, Wyoming

Im Yellowstone-Nationalpark im US-Bundesstaat Wyoming findest du die größte Thermalquelle der USA und die drittgrößte der Erde. Das ist aber nicht alles: Die Grand Prismatic Spring erscheint zusätzlich in vielen bunten Farben.

Das Wasser ist aufgrund der tiefen Quellen-Mitte stets tiefblau. Der Randbereich wechselt aber stetig seine Farben. Im Sommer ist er orange und rot, im Winter eher dunkelgrün. Der Grund dafür sind Mikroorganismen im Biofilm der mineralienreichen Thermalquelle, die sich der Wassertemperatur anpassen. 

Grand Prismatic Spring – so heißt die größte Thermalquelle der USA und die drittgrößte der Erde.

4. China: Hukou-Wasserfall

Tosende Wassermassen strömen die Felsen hinab, an einigen Stellen scheint es, als würden sie den Boden mitreißen. Was wie eine Umweltkatastrophe wirkt, ist tatsächlich der Hukou-Wasserfall in China. Es ist der einzige gelbe Wasserfall der Welt und Teil des Gelben Flusses.

Um seine beeindruckenden Wassermassen selbst zu erleben, musst du in die Provinz Shaanxi reisen. Anfang April erreicht die Durchflussmenge über 1000 Kubikmeter pro Sekunde, bei der Flut im Sommer sind es sogar 8000 Kubikmeter pro Sekunde.

Hukou-Wasserfall in der chinesischen Provinz Shaanxi wirkt auf den ersten Blick wie eine Umweltkatastrophe. Auf den zweiten Blick ist er ein tolles Wasserwunder.

5. River of Five Colors, Kolumbien

Der Caño Cristales in Kolumbien wird auch Fünf-Farben-Fluss genannt. Aber nur von Juli bis November schimmert er in bunten Tönen. Denn in diesen Monaten entfalten sich Pflanzen, die auf dem Grund des Flusses wachsen. 

Um das Wasserwunder sehen zu können, musst du allerdings eine kleine Abenteuerreise durchstehen. So fliegst du zunächst von der Stadt Villavicencio mit einem kleinen Flugzeug in das Dorf La Macarena. Dann hast du noch eine Bootsfahrt und eine Wanderung vor dir, bevor du schlussendlich zum Fluss gelangst.

Der Caño Cristales in Kolumbien schimmert in bunten Farben.

6. Brasilien und Argentinien: Iguazú-Wasserfälle

Die Iguazú-Wasserfälle an der Grenze von Brasilien und Argentinien sind mit 275 einzelnen Wasserfällen das größte Wasserfallsystem der Welt. Die Wasserfälle sind dreimal so breit und doppelt so hoch wie die Niagarafälle und zu jeder Jahreszeit beeindruckend. 

Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, einen Regenbogen aufgrund der Wassermassen zu sehen, in der Trockenzeit von April bis Juni am höchsten. Ein Foto des Wasserwunders wäre somit noch schöner. 

Die Iguazú-Wasserfälle befinden sich an der Grenze zwischen Brasilien und Argentinien – wahnsinnig beeindruckend, oder? Das Naturwunder ist nicht das einzige in diesem Land, hier finden Touristen auch Gletscherseen, Teile der Anden und die Pampas.

7. Dallol, Äthiopien

Der Dallol ist ein Vulkan in der äthiopischen Wüste Danakil, der sich über dem Boden eines Salzsees erhebt. Salz, Schwefel und Kalium-Mineralien werden von heißen Quellen gefördert, wodurch sich die vielen Farben in dem Geothermalgebiet ergeben. 

Dallol bringt ein breites Spektrum an Farben und Formen einer sonst extrem kargen Landschaft der Danakil-Senke hervor.

Zwar kannst du den Ort als Tourist besuchen, aber sei gewarnt: Der Dallol ist mit seinen Schwefelquellen einer der heißesten Orte der Erde, und die Luft ist teilweise belastet mit stark giftigen Gasen, sodass ein Betreten ohne Atemmaske an vielen Stellen der Region nicht möglich ist.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes war auch der Grüne See in Österreich gelistet. Anders als genannt darf in dem See aber nicht mehr getaucht werden, auch schwimmen und Bootsfahrten sind dort untersagt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.