Spieglein, Spieglein, an der Wand, … welches ist das schönste Dorf im Land? Diese Frage in Italien zu beantworten ist schier unmöglich, oder? Deswegen hat die Vereinigung „I borghi più belli d’Italia“ (zu Deutsch: die schönsten Dörfer Italiens) auch ganz einfach eine lange Liste erstellt, auf der nun schon 315 der schönsten Dörfer stehen. 

Neu hinzugekommen sind in diesem Herbst die sechs Örtchen Bassano in Teverina, Casoli, Monte Sant’Angelo, Montechiarugolo, Monteleone d’Orvieto und Tropea. Was diese auszeichnet? Wir verraten es dir: 

1. Casoli

Inmitten der Hügellandschaft der Abruzzen, zwischen Weinbergen, Olivenhainen und Naturschutzgebieten, steht das mittelalterliche Städtchen Casoli. Auch die Aussicht ist bemerkenswert: Touristen überblicken das Tal des Flusses Aventino, sehen bis zu den Gipfeln des Bergmassivs Majella und zur Trabocchi-Küste. 

Im historischen Zentrum zählen Kirchen und Adelspaläste zu den Sehenswürdigkeiten, das Symbol von Casoli ist das Herzogsschloss: Ein Besuch seiner Säle ermöglicht es, die wichtigsten Momente der Stadtgeschichte zu erleben.

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In den Abruzzen, zwischen Weinbergen und Olivenhainen, steht das mittelalterliche Städtchen Casoli.

2. Bassano in Teverina

Du hast noch nie von Bassano in Teverina gehört? Keine Sorge, da bist du nicht allein. Den kleinen Ort findest du etwa 84 Kilometer nördlich von Rom im Tal des Tiber, das ist der drittlängste Fluss Italiens. Der mittelalterliche Ortskern von Bassano erhebt sich auf einem Tuffsteinfelsen über einem steilen Hang.

Bassano in Teverina befindet sich 84 Kilometer nördlich von Rom im Tal des Tiber, das ist der drittlängste Fluss Italiens.

Eine Besonderheit ist der Uhrturm – nach Angaben der Vereinigung „I borghi più belli d’Italia“ eine der architektonischen Schönheiten des Dorfes. Er wurde unter Einbeziehung des Glockenturms der benachbarten Kirche Santa Maria dei Lumi erbaut.

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3. Monte Sant’Angelo

Fahr an den höchsten Punkt des Gargano, das nördliche Vorgebirge Apuliens, und du kommst nach Monte Sant’Angelo. Die Stadt hat knapp 12.000 Einwohner und beherbergt ein Unesco-Weltkulturerbe, nämlich die Grottenkirche San Michele. Typisch für den Ort sind auch die vielen weißen Häuser sowie der Ausblick.

Denn von Monte Sant’Angelo blicken Besucher zum einen auf die Ebene Tavoliere delle Puglie und zum anderen auf den Golf von Manfredonia. Und sie erreichen auch das Naturschutzgebiet Foresta Umbra, das von uralten Buchenwäldern dominiert wird.

Monte Sant’Angelo ist bekannt für die weißen Häuser und die Grottenkirche.

4. Montechiarugolo

Montechiarugolo hat nur 87 Einwohner – und ist eine von fünf Ortschaften der gleichnamigen italienischen Gemeinde. Trotzdem ist das Dorf ein echter Hingucker, nicht zuletzt wegen des Kastells Montechiarugolo, das auf einem Hügel thront. Es beherbergt mehrere Fresken und wertvolle Möbel, zu verdanken ist das dem Grafen Pomponio Torelli. Er verwandelte das Kastell im 16. Jahrhundert in einen richtigen Hof. Besichtigt werden kann es am besten bei einem Tagestrip von der Stadt Parma aus, die nur knapp 20 Kilometer entfernt ist.

Das Dorf Montechiarugolo ist ein echter Hingucker, vor allem wegen des gleichnamigen Kastells.

5. Monteleone d’Orvieto

Der kleine Ort Monteleone d’Orvieto mit nur etwa 1300 Einwohnern befindet sich in Umbrien – die Region gilt als das grüne Herz Italiens. Von den vielen Balkonen und Dächern der meist rötlichen Häuser aus kann die Natur bewundert werden, die beste Aussicht bietet wahrscheinlich die Piazza del Torrione. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Chiesa dei Santi Apostoli Pietro e Paolo, die als eine der schönsten Kirchen der Region gilt.

Der kleine Ort Monteleone d’Orvieto mit nur etwa 1300 Einwohnern befindet sich in Umbrien – dem grünen Herz Italiens.

6. Tropea

Eine Altstadt auf einem Felsen, Strände und rote Zwiebeln: Für diese drei Dinge ist Tropea bekannt. Der Ort mit gut 6000 Einwohnern befindet sich an der Küste der Region Kalabrien, die sich im Südwesten Italiens befindet. Die Häuser stehen auf einem etwa 40 Meter hohen Felsen, die Bewohner haben einen freien Blick auf Strand und Meer. Wenn das Wetter gut ist, können sie sogar bis zu den Liparischen Inseln mit dem Vulkan Stromboli schauen.

Die bekannteste Sehenswürdigkeit des Ortes ist die jahrhundertealte Kirche Santa Maria dell’Isola auf einem Felsen am Meer. Südlich von Tropea befindet sich der berühmte Aussichtspunkt Capo Vaticano.

Die Häuser von Tropea stehen auf einem etwa 40 Meter hohen Felsen.

So werden die schönsten Dörfer Italiens ausgewählt

Um zum Club der „schönsten Dörfer“ zu gehören, muss ein Dorf mehrere Kriterien erfüllen: Integrität des städtischen Gefüges, architektonische Harmonie, Bewohnbarkeit des Ortes, künstlerische und historische Qualität von öffentlichen und privaten Gebäuden, Bürgerservice sowie (am Ende geht’s ja meist nie ohne Kohle) die Zahlung eines jährlichen Mitgliedsbeitrages.

Meist handelt es sich bei den verifizierten Örtchen um kleine, oft mittelalterliche Zentren des Landes, manchmal auch einzelne Stadtteile, Fraktionen und Burgen von „herausragendem historischen und künstlerischen Interesse“. Sie befinden sich oft abseits der normalen Touristenstrecken, sind also echte Geheimtipps für Reisende. Die Dörfer leiden häufig unter der Landflucht, schrumpfen also, damit steigt das Risiko für Verfall und Verwahrlosung.