Pflanzen, Insekten, Tiere oder Lebensmittel aus dem Ausland – schon vor Ausbruch des Coronavirus hat Australien streng darauf geachtet, dass Touristen und Einheimische bei ihren Reisen nichts Schädliches in das Land einschleppen. Während also viele Länder im Laufe das Jahres trotz der Pandemie ihre Grenzen wieder geöffnet haben, hält Australien weiterhin an dem Einreiseverbot für alle ausländischen Reisenden fest, um Corona einzudämmen und fernzuhalten.

Anscheinend mit Erfolg: In den vergangenen sieben Tagen wurden im ganzen Land offiziellen Angaben zufolge nur 57 Corona-Neuinfektionen gemeldet, die Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt lediglich bei 0,23 (Stand: 17. November). Lockdown wie in Europa? Das gibt es in Australien nicht mehr. Umfassende Einschränkungen gelten nur noch im Bundesstaat Victoria, insbesondere in Melbourne.

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Einreise Australien: Öffnen die Grenzen frühestens im zweiten Halbjahr 2021?

Doch die geschlossenen Grenzen haben auch Nachteile, insbesondere für die Reiseveranstalter und die lokale Tourismusbranche. Die Einnahmen durch den internationalen Tourismus fehlen. Und das bleibt vermutlich noch eine ganze Weile so.

Vertreter der australischen Anbieter Sunlover Reef Cruises und Discover Aboriginal Experiences vermuten, dass europäische Touristen erst wieder im zweiten Halbjahr 2021 in das Land einreisen können, wie „Reise vor 9“ unter Berufung auf Gespräche des ersten „Australia Marketplace Online“ berichtet.

Australiens größter Anbieter für Busreisen AAT Kings ist der Auffassung, dass nur ein Impfstoff dazu führen könne, dass Besucher aus Europa früher einreisen dürften. Daher habe man alle Touren für den internationalen Markt bis Juni abgesagt.

Bis wieder ausländische Reisende reingelassen werden, setzt die australische Reiseindustrie auf Staatshilfen, die noch bis März laufen, und den Inlandstourismus. Da auch die Australier das Land nicht verlassen dürfen, gibt es für sie immer mehr Sightseeing- und Reise-Angebote. 

Qantas rechnet mit nur wenigen internationalen Flügen bis Juli 2021

Die australische Airline Qantas beispielsweise bietet „Flüge ins Nirgendwo“ und „Flüge nach irgendwo“ an, um ohne internationale Flüge weiterhin Einnahmen zu generieren. Dabei fliegt die Fluggesellschaft entweder im Tiefflug über Sehenswürdigkeiten hinweg oder steuert diese direkt an.

Die internationalen Flüge hat Qantas zunächst bis März aus dem System genommen, aber Airline-Chef Alan Joyce geht nicht von einem nennenswerten Aufkommen vor Juli aus, so „Reise vor 9“. Hoffnung setze Qantas in die sogenannten Travel Bubbles. Durch solche Flugkorridore können Länder mit niedrigem Infektionsgeschehen miteinander verbunden werden. Für Neuseeland ist eine solche Reiseblase im Frühjahr geplant. Auch asiatische Länder wie Japan und Südkorea stehen zur Diskussion.