Abertausende Menschen hat sie in diesem Jahr gepackt, die Wanderlust: Während viele Dinge zeitweise nicht erlaubt beziehungsweise nicht möglich waren, sind scharenweise Menschen in die Natur geströmt und haben die Wanderwege Deutschlands erobert. Die Menschenmassen, die sonst im Sommer beispielsweise nach Thailand, Spanien oder in die Türkei gereist sind, tummelten sich also in diesem Jahr in Deutschlands Nationalparks. Und angesichts der aktuellen Lage wird der Wander-Boom wohl auch noch eine ganze Weile anhalten. 

Allerdings bleibt der große Ansturm auf die beliebtesten Wanderwege vor der eigenen Haustür nicht ohne Folgen: Ute Dicks, Geschäftsführerin des Deutschen Wanderverbandes, spricht gegenüber der „Stuttgarter Zeitung“ auch negative Auswirkungen des Branchen-Booms an. So seien die vielen Menschen auf den Wanderwegen eine Herausforderung für die Natur, die Müllverschmutzung nehme zu und die Tiere würden sich zunehmend zurückziehen. 

Dabei schließen sich Wandern und Umweltschutz nicht aus, im Gegenteil: Es ist durchaus möglich, sehr umweltbewusst durch die Natur zu stapfen. Was du dabei beachten musst, verrät dir der reisereporter im nachhaltigen Wander-Guide. Damit du nicht der nächste Mensch in Wanderstiefeln bist, der Bambi in die Tiefen des Waldes verjagt.

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1. Wähle deine Wander-Route weise

Wer das Wandern neu für sich entdeckt, der greift bei der Routenplanung in der Regel auf gut ausgebaute und beliebte Wanderwege zurück. Und grundsätzlich ist das auch die optimale Taktik, um erst mal in diese Art des Urlaubs hineinzuschnuppern. Da in diesem Jahr allerdings wirklich viele Menschen zu den Wanderneulingen gehören, sind die bekannten Wanderwege teilweise so überfüllt, dass sie gesperrt werden müssen. 

Und mal ehrlich: Was sucht man beim Wandern? Auf jeden Fall auch Ruhe, oder? Wie wäre es deshalb mit einem Taktikwechsel? Nachhaltige und weniger bewanderte Routen findest du zum Beispiel auf www.wanderkompass.de. Dort kannst du nach Bundesland sortiert viele neue Wegenetze erkunden. Und während du neue Orte in deiner Umgebung entdeckst, tust du nebenbei noch etwas Gutes für die Umwelt. 

2. Schlafe am richtigen Platz

Für viele Menschen gehört zelten oder campen zum perfekten Wandertrip dazu. Hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie das am Ende genau aussieht. Wildcamping allerdings ist nicht nur in vielen Teilen Deutschlands und auch Europas verboten, sondern auch schlecht für die Natur. 

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Wenn du dich also für einen öffentlichen Zelt- oder Campingpatz entscheidest, tust du nicht nur deinem Geldbeutel einen Gefallen, weil du eine Geldstrafe ausschließt. Nein, du sorgst auch dafür, dass du nicht aus Versehen an einem Ort schläfst, der eigentlich das Zuhause von Tieren ist oder an dem Pflanzen wachsen, die du durch dein Zelt zerstörst.  

3. Wandere mit Achtsamkeit

Fröschewanderung, Vogelnester und Grablöcher von Maus und Maulwurf: Sobald du in der Natur unterwegs bist, durchkreuzt du auch den Lebensraum etlicher Lebewesen. Du wanderst durch das Zuhause von Rehen, Dachsen und Füchsen, trittst auf die Heimat von Käfern und Insekten und begegnest deutlich mehr Tieren, als dir im ersten Moment bewusst ist. 

Damit du also nicht plötzlich mitten durch eine Fröschewanderung verschwindend kleiner Kröten läufst und womöglich auf eine drauftrittst, versuche dich in Achtsamkeit auf deinem Wandertrip. Das bedeutet konkret: Achte bewusst auf deine Umgebung und nimm sie wahr. Das hat übrigens auch Vorteile für dich: Du kannst die Natur noch intensiver genießen. 

4. Packe deinen Rucksack klug

Auch in deinem Gepäck gibt es Dinge, die du zum Wohle der Natur verändern kannst. So kannst du zum Beispiel bereits zu Hause versuchen, deinen Proviant in Mehrweg-Verpackungen zu transportieren, statt Plastikverpackungen zu verwenden. Außerdem solltest du eine Art Müllbeutel für unterwegs mitnehmen, damit du den Müll nicht zwangsläufig mitten im Wald lassen „musst“. 

5. Lerne von den Profis

Last, but not least: Schau dir an, wie sich Wanderer verhalten, die das Ganze schon länger machen. Viele wissen nämlich die Natur zu schätzen und verhalten sich deshalb eben umweltfreundlich. 

Solltest du allerdings trotzdem noch etwas Orientierung benötigen, hat der Österreichische Alpenverein einen Leitfaden für nachhaltiges Bergwandern erstellt: 

Falls du noch Ideen für deinen nächsten Wandertrip brauchst: Wir haben mal 5 Tipps für Wanderrouten fernab der Touristenmassen in Deutschland rausgesucht.