Weihnachten und Silvester stehen vor der Tür und für viele Deutsche geht es an den Feiertagen per Zug zur Familie. Aber noch bevor das Corona-Jahr 2020 zu Ende geht, findet am 13. Dezember 2020 der große Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn statt. Von diesem Tag an gilt dann der Winter-Fahrplan 2020/2021. 

Auf welche Änderungen müssen sich Bahnfahrer noch vor den Feiertagen einstellen? Werden aufgrund der Corona-Pandemie mehr Züge eingesetzt? Welche Sicherheitsmaßnahmen gelten grundsätzlich bei der Deutschen Bahn und bei einer Fahrt in ein Risikogebiet? Wann können Reisende ihre Fahrt kostenlos stornieren? Wir haben bei der Deutschen Bahn nachgefragt.

Fahrplanwechsel: Steigen die Preise bei der Bahn?

Eine der wichtigsten Fragen bildet der Fahrpreis. Mit dem Fahrplanwechsel passt die Deutsche Bahn die Preise im Fernverkehr leicht an – sie steigen im Durchschnitt moderat um einen Prozent. 

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An den Super Sparpreisen, Sparpreisen, BahnCards 25 und 50 ändert sich nichts. Preisveränderungen gibt es bei den Flexpreisen, die um 1,5 Prozent steigen, und bei den Streckenzeitkarten sowie der BahnCard 100 um durchschnittlich plus 1,9 Prozent.

Wie sicher ist die Reise mit der Deutschen Bahn?

Grundsätzlich gilt das Reisen im Zug und auch im Flugzeug in der Pandemie als relativ sicher. Laut der Bahn werden Züge während und nach der Fahrt intensiv gereinigt. „In allen Zügen reinigen wir während der Fahrt mehrfach Kontaktflächen und WCs. Im Fernverkehr geschieht dies alle zwei Stunden beziehungsweise mehrfach am Tag. Regio-Züge reinigen wir im Schnitt drei Mal pro Tag, bei Linien mit vielen Reisenden auch häufiger“, so ein Bahnsprecher zum reisereporter.

Doch jeder, der schon einmal an den Feiertagen zur Familie gereist ist, weiß, dass die Züge der Deutschen Bahn für gewöhnlich sehr voll sind. Den Abstand von 1,5 Metern zu anderen Reisenden einzuhalten wäre quasi unmöglich. Ob der Lockdown und die Apelle der Regierung zu Kontakteinschränkungen in diesem Jahr daran etwas ändern, bleibt abzuwarten.

Der Winterfahrplan 2020/2021 und einige Corona-Maßnahmen der Bahn könnte solche Situationen aber entzerren. So teilt der Konzern diesbezüglich mit: „Die DB baut derzeit ihr Fahrzeugangebot massiv aus.“ Zum Fahrplanwechsel könnten „deutlich mehr Fernverkehrszüge“ angeboten werden – „mit mehr Verbindungen, dichteren Zugfolgen und mehr neuen Zügen mit täglich 13.000 zusätzlichen Sitzplätzen“.

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Vor allem die zentralen Achsen – Hamburg-Berlin, NRW-Berlin und München-Zürich – würden davon profitieren. Zwischen Hamburg und Berlin gibt es erstmals einen Halbstundentakt.

Ausgelastete Strecken vor dem Buchen erkennen

Bei der Suche nach dem passenden Zug soll nach Angaben der Bahn auch die Auslastungsanzeige im DB-Navigator helfen. Diese zeigt an, wie voll ein Zug ist. Das Problem: Wer heute ein Ticket für einen leeren Zug im Dezember bucht, kann sich nicht darauf verlassen, dass er auch in ein paar Wochen noch halbwegs leer ist.

Allerdings behält sich die Bahn vor, bei Zügen mit voraussichtlich sehr hoher Auslastung den Ticketvorverkauf auszusetzen, sodass Kunden weniger ausgelastete Züge nutzen müssen, um das Ansteckungsrisiko zu mindern. Ungeachtet dessen sollen Bahnfahrer auch weiterhin spontan zusteigen können – eine Reservierungspflicht soll es nicht geben.

Welche Corona-Regeln gibt es bei der Deutschen Bahn?

Reisende in Zügen und Bussen der Deutschen Bahn sind verpflichtet, Mund und Nase zu bedecken. Während der Reise unterstützt zudem das Bordservicepersonal die Kunden dabei, sich innerhalb der Züge bestmöglich zu verteilen. „Die Zahl der Reservierungen wird von vornherein begrenzt, um Reisenden größtmögliche Flexibilität und die Möglichkeit zu schaffen, sich bei Bedarf umzusetzen“, teilt die DB mit. 

Auch der Kauf und Kontrolle der Fahrkarten laufen kontaktlos ab: Das Ticket kaufen Kunden zum Beispiel über bahn.de oder den DB-Navigator. Der Zugbegleiter prüft kontaktlos. In vielen Fernverkehrszügen besteht außerdem die Möglichkeit, den Komfort-Check-in zu nutzen, womit die persönliche Kontrolle ganz entfällt.

Worauf müssen Reisende aus Risikogebieten achten?

Fahrgäste, die mit einem Zug der Deutschen Bahn aus einem Corona-Risikogebiet nach Deutschland einreisen, müssen ihre Kontaktdaten und Angaben zu ihrer Reise hinterlegen. Auf der Webseite der Bahn finden Fahrgäste alle Informationen zur Digitalen Einreiseanmeldung, die seit dem 8. November für Reisende aus Risikogebieten besteht.

Zusätzlich weist die DB Reisende auf die gültigen Bestimmungen für Einreisen aus Risikogebieten mit Durchsagen in den Zügen hin.

Corona-Winter: Können Bahnfahrer die Reise kostenlos stornieren?

Risikogebiet, Lockdown oder Angst vor dem Coronavirus? Das sind alles kleine Gründe, um ein Bahnticket kostenlos stornieren zu können. Die DB empfiehlt daher seit dem Frühjahr aktiv die Buchung stornierbarer Angebote.

Sowohl die Flexpreise als auch die Sparpreise sind im Rahmen der regulären Tarifkonditionen stornierbar. Super-Sparpreis-Tickets sind von der Stornierung allerdings ausgeschlossen. Darauf weist die Bahn im Buchungsprozess explizit hin.