Die Corona-Pandemie wütet auch im Jahr 2021 weiterhin in Deutschland und seinen Nachbarländern. Damit gehen zahlreiche neue Corona-Regeln einher, die sich auf Reisen und Tagesausflüge über die Grenze auswirken. So hat unter anderem die Bundesrepublik Deutschland den Lockdown bis Ende Januar verlängert und wieder eine Testpflicht für Reiserückkehrer eingeführt.

Seit dem 11. Januar gilt: Wer aus einem internationalen Risikogebiet nach Deutschland reist, muss entweder einen maximal 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen oder sich unmittelbar bei der Einreise testen lassen. Weiterhin gilt die digitale Anmeldepflicht und die zehntägige Quarantänepflicht, die nach dem fünften Tag verkürzt werden kann. Das gilt sowohl bei Flugreisen als auch bei Reisen mit Bahn oder Auto.

Wie so oft setzen die 16 Bundesländer den Beschluss aber teilweise unterschiedlich um. In Sachsen-Anhalt beispielsweise müssen Geimpfte und Menschen, die bereits Corona hatten, nicht in Quarantäne. Mittlerweile gelten alle direkten Nachbarländer Deutschlands als Risikogebiete – außer die Gemeinden Mittelberg und Jungholz in Österreich. Seit dem 14. Januar werden Risikogebiete zudem in drei Stufen unterteilt– je nach Einstufung gelten jeweils andere Einreiseregeln bei der Rückkehr. Bisher zählen aber alle Nachbarländer weiterhin zu den „normalen“ Risikogebieten. Außerdem wurden in vielen Bundesländern die Maßnahmen für Tagesausflüge verschärft.  

Deutschland: Die Regeln für Ausflüge im Lockdown 2021

Schon seit November heißt es von Bund und Ländern: „Bürgerinnen und Bürger werden aufgefordert, generell auf nicht notwendige private Reisen und Besuche – auch von Verwandten – zu verzichten. Das gilt auch im Inland und für überregionale tagestouristische Ausflüge.“

Da es aber unter anderem in einigen Naherholungsgebieten wie etwa Willingen, Winterberg oder dem Harz zu einem Ansturm an Tagestouristen kam, wird in Corona-Hotspots seit dem 11. Januar die Bewegungsfreiheit eingeschränkt – jedenfalls in vielen Bundesländern. Das heißt, in Landkreisen und kreisfreien Städten mit mehr als 200 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner dürfen sich die Menschen in ihrer Freizeit – Wandern, Spaziergänge oder Sport – maximal in einem Radius von 15 Kilometern bewegen.

Außnahmen gibt es meist für Familien- sowie  Arztbesuche, Arzttermine, unaufschiebbare Umzüge oder den Weg zur Arbeit. Einkaufen, Reisen und tagestouristische Ausflüge stellen explizit keinen triftigen Grund dar, heißt es im Beschluss. 

Ausflüge in Landkreisen ohne 15-Kilometer-Bewegungsradius nicht verboten

Bei allen Bundesländern und Landkreisen, die die Bewegungsfreiheit nicht einschränken, bleibt es wie gehabt. Dort wird weiterhin der Verzicht auf „überregionale tagestouristische Ausflüge“ propagiert.

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Aber: Ab wie vielen Kilometern Entfernung ein Ausflug nicht mehr als regional gilt, dazu gibt es keine eindeutige Aussage. Einen genauen Radius, in dem man sich für Ausflüge bewegen darf, lege die Formulierung nicht fest, sagte etwa der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Florian Herrmann, gegenüber dem Sender „Antenne Bayern“. Die Formulierung solle vor allem eine symbolische Wirkung habe.

Dort, wo es keinen 15-Kilometer-Bewegungsradius gibt, können Deutsche also unter Einhaltung der Corona-Regeln weiterhin Ausflüge im eigenen Land machen, beispielsweise in den Harz, an die Nordsee oder die Ostsee.

Wie sieht es aber mit Autofahrten über die Grenze aus? Sind Ausflüge in die Nachbarländer erlaubt? Müssen Tagestouristen einen Corona-Test nach einem Ausflug machen? Der reisereporter klärt über die Regeln im nahen Ausland auf.

Belgien

Die Grenzen zwischen Belgien und Deutschland sind für Reisende frei passierbar. Die Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland lehnen neue Beschränkungen an den Grenzen zu Frankreich und den Benelux-Staaten ab. Allerdings unterliegen in Baden-Württemberg auch Tagesausflüge unter 24 Stunden aus touristischen Gründen oder zu Zwecken des Einkaufs der Quarantäne- und Testpflicht. Ausnahmen bestehen nur, wenn ein triftiger Grund vorliegt. Beispielsweise für berufliche, dienstliche, geschäftliche, schulische, medizinische oder familiäre Zwecke.

Aufgrund des hohen Infektionsrisikos stuft auch Belgien Deutschland als „rote Zone“ ein, also quasi als Risikogebiet. Reisende müssen grundsätzlich 48 Stunden vor der Einreise ein elektronisches „Passenger Locator Form“ ausfüllen und elektronisch versenden. Ein Nachweis sollte bei Einreise mitgeführt werden, da Kontrollen möglich sind, so das Auswärtige Amt.

Außerdem besteht mindestens eine siebentägige Quarantänepflicht, die mit einem negativen Corona-Test aufgehoben werden kann. Von diesen Regelungen ausgenommen sind Personen, die weniger als 48 Stunden in Belgien verbleiben und nicht mit dem Flugzeug oder Schiff einreisen.

Belgien: Brauche ich einen Corona-Test?

Wer außerdem länger als 48 Stunden im Land bleiben möchte, muss einen negativen PCR-Test mit sich führen. Die Abstrichentnahme darf maximal 72 Stunden zurückliegen.

Niederlande

Um Reisen in die Niederlande steht es für Deutsche schlecht. Denn Urlauber müssen nun zweimal jeweils für zehn Tage in Quarantäne – sowohl nach der Einreise ins Nachbarland als auch bei der Rückkehr nach Deutschland. Beide Länder gelten im jeweils anderen Land als Risikogebiet.

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Diese Corona-Regeln gelten in den Niederlanden

Seit 29. Dezember müssen alle Flugreisenden beim Einchecken einen negativen PCR-Test vorweisen, wenn sie in die Niederlande fliegen wollen, so das Auswärtige Amt. Gleiches gilt für Reisende per Zug, Bus oder Schiff. Der Test darf nicht älter als 72 Stunden sein. Der negative Test, der für die Einreise in die Niederlande benötigt wird, ist kein Ersatz für die Quarantäne. Diese Regel gilt auch für Transitreisende. Grenzübergänge zwischen Deutschland und den Niederlanden waren stets offen. Personen, die mit dem Auto in die Niederlande kommen, müssen derzeit kein negatives Testergebnis vorlegen.

Und auch Niedersachsen sieht keine Maßnahmen nach dem kleinen Grenzverkehr vor, sofern der Aufenthalt nicht länger als 24 Stunden dauert. In NRW besteht keine Quarantänepflicht, da diese durch ein Gericht gekippt wurde.

Luxemburg

Luxemburg setzt beim Kampf gegen die Corona-Pandemie derzeit auf eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 26 und 6 Uhr. Einen Lockdown gibt es nicht. Restaurants, Cafés, Gaststätten und Hotels sind außerdem geschlossen. 

Luxemburg: Brauche ich einen Corona-Test?

Die Ein- und Durchreise ist für Deutsche ohne Einschränkungen möglich und damit auch Ausflüge ins Nachbarland.

Allerdings gilt auf deutscher Seite Luxemburg als Risikogebiet. Nach einer Reise gilt seit dem 8. November eine Quarantänepflicht, die erst nach dem fünften Tag durch einen negativen Corona-Test verkürzt werden kann. Und seit dem 11. Januar gilt in den meisten Bundesländern eine Testpflicht. Ein Ausflug für 24 Stunden ist aber weiterhin ohne Quarantäne und Corona-Test möglich.

Frankreich

Frankreich hat strenge Ausgangsbeschränkungen, die landesweit zwischen 20 und 6 Uhr gelten. In einigen Regionen, darunter das Departement Moselle an der Grenze zu Rheinland-Pfalz und dem Saarland, besteht diese von 18 bis 6 Uhr. Das heißt, nur Menschen mit einem triftigen Grund dürfen in diesen Zeitfenstern unterwegs sein.

Frankreich: Brauche ich einen Corona-Test?

Deutsche können weiterhin nach Frankreich reisen. Da das Land aus deutscher Sicht aber als Risikogebiet gilt, besteht bei der Rückreise in den meisten Bundesländern eine Testpflicht sowie eine zehntägige Quarantänepflicht, die nach fünf Tagen mit einem negativen Corona-Test verkürzt werden kann.

Kurztrips wie Wanderungen und Radtouren in Frankreich sind zwar theoretisch ohne Quarantäne möglich – wenn sie nicht länger als 24 Stunden dauern. Die strengen Ausgangsbeschränkungen in Frankreich könnten das aber erschweren. 

Schweiz

Bisher hatte die Schweiz den lockeren Weg in Sachen Eindämmung der Coronavirus-Pandemie genommen. Doch ab dem 18. Januar geht das Land in den Lockdown. Alle Geschäfte, die keine Güter des täglichen Bedarfs verkaufen, müssen schließen. Die Skipisten und Hotels können aber weiterhin geöffnet bleiben. Wie damit umgegangen wird, ist den einzelnen Kantonen überlassen.

Schweiz: Brauche ich einen Corona-Test?

Deutsche können derzeit uneingeschränkt in die Schweiz einreisen, nur Sachsen gilt seit dem 28. Dezember in der Schweiz als Risikogebiet. Reisende aus Sachsen und anderen Risikoländern müssen für zehn Tage in Quarantäne. Da die Schweiz seit dem 24. Oktober in Deutschland als Risikogebiet gilt, besteht auch eine zehntägige Quarantäneplicht nach der Rückreise, die erst am fünften Tag mit einem negativen Corona-Test verkürzt werden kann. Außerdem gibt es in dem meisten Bundesländern eine Testpflicht nach der Einreise.

Auch Tagesausflüge unter 24 Stunden aus touristischen Gründen oder zu Zwecken des Einkaufs unterliegen in Baden-Württemberg seit dem 22. Dezember diesen Regeln. Ausnahmen bestehen nur, wenn ein triftiger Grund vorliegt, beispielsweise berufliche, dienstliche, geschäftliche, schulische, medizinische oder familiäre Zwecke. Wandern oder Skifahren in den Schweizer Alpen ist damit nicht ohne Quarantäne- und Testpflicht möglich. Bayern hat die 24-Stunden-Regel bereits Wochen zuvor ausgesetzt.

Österreich

Auch Österreich befindet sich noch bis mindestens 25. Januar im Lockdown. Die Skigebiete dort haben zwar geöffnet, aber die Hotels sind geschlossen. Zusammen mit den strengen Einreiseregeln für Personen aus Risikogebieten ist für Deutsche ein Urlaub quasi unmöglich.

Österreich: Brauche ich einen Corona-Test?

Bis 31. März sieht die neue Einreiseverordnung eine Quarantänepflicht für Reisende aus Deutschland und zahlreichen weiteren Ländern vor. Vorab muss eine obligatorische Einreiseanmeldung erfolgen. So müssen sich seit dem 15. Januar alle Personen vor der Einreise nach Österreich elektronisch registrieren und die Empfangsbestätigung bei der Einreise ausgedruckt oder auf einem mobilen Gerät vorweisen.

Auch Österreich gilt in Deutschland als Risikogebiet, weshalb bei der Rückkehr in den meisten Bundesländern eine Qurantäne- und Testpflicht besteht. Touristische Ausflüge unter 24 Stunden, beispielsweise zum Wandern oder Einkaufen in Österreich, sind bei einer Rückkehr nach Bayern ohnehin mit anschließender Quarantäne verbunden.

Tschechien

Deutsche können zwar nach Tschechien einreisen, da Deutschland aber der roten Kategorie zugeordnet ist, ist die Einreise ohne negativen PCR-Test, Online-Einreiseanmeldung und Quarantäne nicht möglich. Ausnahmen gibt es für Beschäftigte im internationalen Personen- und Güterverkehr, Grenzpendler und Schüler und Studenten aus Nachbarländern sowie zwingend notwendige Reisen, deren Aufenthalt 24 Stunden nicht überschreitet.

Sind touristische Ausflüge in Tschechien möglich?

Seit dem 25. September steht Tschechien auf der RKI-Liste als Risikogebiet. Dennoch war lange der kleine Grenzverkehr möglich. Mittlerweile ist dies ohne triftigen Grund nicht mehr erlaubt. Von tschechischer Seite aus ist eine Einreise aus touristischen Gründen, beispielsweise zum Besuch von Freunden oder für Freizeitaktivitäten, nicht möglich. Aber auch Sachsen und Bayern bestehen nach der Rückkehr von Ausflügen unter 24 Stunden auf eine digitale Anmelde- und eine Quarantänepflicht von zehn Tagen.

Dänemark

Sowohl Deutschland als auch Dänemark haben das jeweils andere Land als Risikogebiet eingestuft. Zur Eindämmung des Virus sind dort Einreisen zu rein touristischen Zwecken grundsätzlich nicht erlaubt – auch von anderen Ländern.

Ausländer ohne Wohnsitz in Dänemark dürfen nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes nach Dänemark einreisen. Bei der Einreise muss ein negativer Corona-Test vorgelegt werden, der maximal 24 Stunden vor der Einreise vorgenommen wurde. Personen mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein dürfen aus triftigen Gründen mit einem negativen PCR-Test, der nicht älter als sieben Tage ist, oder Antigentest einreisen.

Polen

In Polen gilt nach der Einreise über eine EU-Binnengrenze zunächst bis 17. Januar eine zehntägige Quarantänepflicht bei Einreise mit organisierten Reisen beispielsweise per Bus, Bahn, Flugzeug oder Schiff. Eine Einreise mit dem privaten Auto ist davon ausgenommen. Ausgenommen davon sind auch Personen, die dort arbeiten, studieren, zur Schule gehen oder eine erfolgte Impfung gegen Covid-19 nachweisen können.  

Polen: Ausflüge über die Grenze – droht dann Quarantäne?

Wer aus touristischen Gründen nach Polen fährt, muss allerdings in allen benachbarten Bundesländern für zehn Tage in Quarantäne. Diese Regelung gilt sowohl in Sachsen als auch in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin.