Im Corona-Herbst haben viele Länder in Europa erneut Lockdowns angeordnet. Darunter sechs Nachbarländer Deutschlands: Belgien, Frankreich, Niederlande, Österreich, Polen, Tschechien – und die Bundesrepublik selbst. Damit gehen zahlreiche neue Corona-Regeln einher, die sich auf Reisen und Tagesausflüge über die Grenzen auswirken.

Deutschland: Die Regeln für Ausflüge im Teil-Lockdown

Der Teil-Lockdown in Deutschland beinhaltet unter anderem ein touristisches Übernachtungsverbot. Reisen innerhalb des Landes ist dadurch quasi unmöglich. „Überregionale tagestouristische Ausflüge“ sollten vermieden werden, sind aber nicht verboten. 

Ab wie vielen Kilometern Entfernung ein Ausflug nicht mehr als regional gilt, dazu gibt es keine eindeutige Aussage. Einen genauen Radius, in dem man sich für Ausflüge bewegen darf, lege die Formulierung nicht fest, sagte etwa der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Florian Hermann, gegenüber dem Sender „Antenne Bayern“. Die Formulierung solle vor allem eine symbolische Wirkung habe.

Deutsche können unter Einhaltung der Corona-Regeln also weiterhin Ausflüge im eigenen Land machen, beispielsweise an der Nordsee, Ostsee oder in Bayern.

Wie sieht es aber mit Trips über die Grenze aus? Sind Ausflüge in die Nachbarländer erlaubt? Müssen Tagestouristen einen Corona-Test nach einem Ausflug machen? Der reisereporter klärt über die Regeln im nahen Ausland auf.

Belgien

In Belgien gilt seit dem 2. November ein sechswöchiger Lockdown – alle nicht zwingend notwendigen Geschäfte sind geschlossen. In weiten Teilen des Landes gilt eine Ausgangssperre ab 22 Uhr. Bürger müssen, wenn möglich, von zu Hause aus arbeiten. Außerdem gelten scharfe Kontaktbeschränkungen für Personen verschiedener Haushalte.

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Belgien: Brauche ich einen Corona-Test?

Aufgrund des hohen Infektionsrisikos stuft Belgien Deutschland als „rote Zone“ ein. Einreisende unterliegen einer Quarantänepflicht von bis zu zehn Tagen, die nicht mit einem Corona-Test aufgehoben werden kann – außerdem müssen sie online ein Gesundheitsformular ausfüllen. Davon ausgenommen sind allerdings Personen, die sich weniger als 48 Stunden in Belgien aufhalten. Kurze Ausflüge über die Grenze zum Wandern oder Einkaufen sind also weiterhin möglich.

Zurück in Deutschland besteht ebenfalls keine Quarantänepflicht, wenn der Aufenthalt nicht länger als 24 Stunden gedauert hat – obwohl ganz Belgien seit dem 30. September als Risikogebiet gilt.

Der Grund: Die Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Saarland und Baden-Württemberg wollen die Grenzen nach Belgien, Luxemburg, Frankreich und in die Schweiz weiterhin offen lassen, damit das alltägliche Leben an den Außengrenzen nicht lahmgelegt wird.

Niederlande

Um Reisen und Tagesausflüge in die Niederlande steht es für Deutsche schlecht. Denn Urlauber müssen nun zweimal jeweils für zehn Tage in Quarantäne – sowohl nach der Einreise ins Nachbarland als auch bei der Rückkehr in Deutschland. Beide Länder gelten im jeweils anderen Land als Risikogebiet.

Diese Corona-Regeln gelten in den Niederlanden

Seit dem 14. Oktober gilt ein Teil-Lockdown in den Niederlanden. Kneipen, Cafés und Restaurants müssen geschlossen bleiben, der Verkauf von Alkohol in Supermärkten und anderen Geschäften ist ab 20 Uhr verboten. Die Bürger dürfen nur maximal drei Gäste pro Tag in ihrer Wohnung empfangen. Zudem sollen sie Bus und Bahn nur in dringenden Fällen nutzen. Zwar haben die Hotels weiterhin geöffnet – deutsche Touristen müssten sich jedoch die ersten zehn Tage ihres Aufenthalts in Quarantäne begeben. 

Für Durchreisen gilt die Quarantänepflicht nicht. Auch Grenzkontrollen finden nicht statt, dennoch ist die Einreise nur unter Beachtung der Quarantäne-Vorschrift möglich. Somit gilt die 24-Stunden-Regel bei Ausflügen für die Niederlande nicht.

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Luxemburg

Luxemburg setzt beim Kampf gegen die Corona-Pandemie derzeit auf eine nächtliche Ausgangssperre, die noch bis Ende November in Kraft bleibt. Einen Lockdown gibt es nicht. Restaurants, Cafés, Gaststätten und Hotels haben weiterhin geöffnet. Allerdings dürfen nur zehn Gäste beim Essen an den Tischen sitzen – dabei muss ein Mindestabstand von zwei Metern zu fremden Personen strikt eingehalten werden.

Luxemburg: Brauche ich einen Corona-Test?

Die Ein- und Durchreise ist für Deutsche ohne Einschränkungen möglich und damit auch Ausflüge oder gar Reisen ins Nachbarland.

Allerdings gilt auf deutscher Seite Luxemburg als Risikogebiet. Nach einer Reise gilt seit dem 8. November eine Quarantänepflicht, die erst nach dem fünften Tag durch einen negativen Corona-Test verkürzt werden kann. Ein Ausflug für 24 Stunden ist aber weiterhin, ohne Quarantäne und Corona-Test, möglich.

Frankreich

Frankreich ist seit dem 29. Oktober im Lockdown mit strengen Ausgangsbeschränkungen. So dürfen Einwohner nur eine Stunde pro Tag Frischluft genießen, und zwar in einem Radius von einem Kilometer um die eigene Wohnung. Geöffnet sind nur noch dringend benötigte Geschäfte und Einrichtungen. Private Treffen sind nur in der Kernfamilie gestattet. Zudem gilt in weiten Teilen des Landes eine nächtliche Ausgangssperre.

Frankreich: Brauche ich einen Corona-Test?

Deutsche können weiterhin nach Frankreich reisen. Da das Land aus deutscher Sicht aber als Risikogebiet gilt, besteht bei der Rückreise eine zehntägige Quarantänepflicht, die nach fünf Tagen mit einem negativen Corona-Test verkürzt werden kann.

Kurztrips wie Wanderungen und Radtouren in Frankreich sind zwar theoretisch ohne Quarantäne möglich – wenn sie nicht länger als 24 Stunden dauern. Die strengen Ausgangsbeschränkungen in Frankreich könnten das aber erschweren. 

Schweiz

Obwohl auch die Schweiz sehr viele Corona-Neuinfektionen verzeichnet und mit einer Inzidenz von 499 pro 100.000 Einwohner (Stand: 12. November) den Richtwert von 50 deutlich überschreitet, gibt es keinen Lockdown im Land. Für Restaurants und Bars gilt lediglich eine Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr.

Schweiz: Brauche ich einen Corona-Test?

Deutsche können derzeit uneingeschränkt in die Schweiz einreisen, da Deutschland nicht als Risikogebiet gelistet ist. Ansonsten müssen Reisende aus Risikoländern für zehn Tage in Quarantäne. Da die Schweiz aber seit dem 24. Oktober in Deutschland als Risikogebiet gilt, besteht eine zehntägige Quarantäneplicht nach der Rückreise, die erst nach fünf Tagen mit einem negativen Corona-Test verkürzt werden kann.

Für Ausflüge unter 24 Stunden trifft das jedoch nicht zu. Wandern in den Schweizer Alpen ist damit weiterhin möglich. Umgekehrt dürfen sich Schweizer ebenso ohne Folgen für maximal 24 Stunden in Deutschland aufhalten.

Österreich

In Österreich wiederum gibt es einen Teil-Lockdown bis Ende November. Es besteht eine nächtliche Ausgangssperre nach 20 Uhr und Restaurants, Hotels, Kultur- und Sporteinrichtungen müssen geschlossen bleiben. Ein Urlaub für deutsche Reisende ist damit aktuell nicht möglich – es sei denn, sie kommen bei Verwandten oder Freunden unter. 

Österreich: Brauche ich einen Corona-Test?

Eine Einreise ist aber weiterhin uneingeschränkt möglich, ebenso wie Tagesausflüge. Bei einer Rückkehr nach Deutschland innerhalb von 24 Stunden besteht keine Quarantänepflicht. Erst bei einem längeren Aufenthalt müssen Reisende für zehn Tage in Quarantäne, die sie erst mit einem negativen Corona-Test nach fünf Tagen aussetzen können.

Tschechien

Aufgrund der hohen Corona-Neuinfektionszahlen gilt in Tschechien seit dem 22. Oktober ein Lockdown. Touristen dürfen nicht einreisen – auch nicht für Tagesausflüge unter 24 Stunden. Ausnahmen gibt es unter anderem für Geschäfts- und Dienstreisen, Familienbesuche, Reisen aus medizinischen Gründen oder zur Wahrnehmung von Behördenterminen. Seit dem 25. September steht das Land auf der RKI-Liste als Risikogebiet.

Lockdown in Tschechien: Diese Regeln gelten

Für die Bürger von Tschechien gilt eine Ausgangssperre – nur Wege zur Arbeit, zur Familie, zum Arzt oder zum Einkaufen, Spaziergänge und Sport im Freien sind erlaubt. Draußen dürfen sich maximal zwei Personen treffen.

Außerdem mussten alle Geschäfte schließen, davon ausgenommen sind Lebensmittelläden, Apotheken und Drogerien. Ebenso sind alle Restaurants, Bars und Nachtlokale geschlossen, sie dürfen nur Gerichte zum Mitnehmen bis 20 Uhr verkaufen. Auch Sehenswürdigkeiten, Museen, Theater und Hotels sind dicht. Nur für Dienstreisen sind die Hotels in Betrieb.

Dänemark

In Dänemark gibt es keinen Lockdown, trotz hoher Corona-Zahlen. Restaurants, Cafés, Geschäfte, kulturelle Einrichtungen, Zoos, Schwimmbäder und Vergnügungsparks sind geöffnet. Das gilt allerdings nicht in den Gemeinden Hjørring, Frederikshavn, Brønderslev, Jammerbugt, Vesthimmerland, Thisted und Læsø in der Region Nordjylland, da dort eine neue Variante des Coronavirus entstanden ist. 

Sowohl Deutschland als auch Dänemark haben das jeweils andere Land als Risikogebiet eingestuft. Zur Eindämmung des Virus ist deutschen Touristen seit dem 29. Oktober die Einreise nach Dänemark jedoch verboten – ein negativer Corona-Test hat keine Auswirkung auf diese Regelung. Auch Tagesausflüge sind nicht erlaubt. Ausnahmen gibt es für Schleswig-Holstein.

Polen

In Polen herrscht ein Teil-Lockdown mit einem touristischen Übernachtungsverbot. Wie auch in Deutschland sind die Hotels nur noch für Geschäftsreisende geöffnet, Touristen dürfen seit dem 7. November dort aber nicht übernachten. 

Polen: Brauche ich einen Corona-Test?

Deutsche dürfen dennoch uneingeschränkt einreisen – ein Corona-Test ist nicht nötig. Kurztrips zum Wandern, Einkaufen und Co. sind damit weiterhin möglich. Bei einem Aufenthalt unter 24 Stunden greift die Quarantäneregel nicht, obwohl ganz Polen seit dem 24. Oktober als Risikogebiet gilt. Wer jedoch beispielsweise Verwandte für einen längeren Zeitraum besucht, muss bei der Rückreise für zehn Tage in Quarantäne. Die kann aber mit einem negativen Corona-Test nach fünf Tagen verkürzt werden.