Einige der Fachwerkhäuser sind aufwendig mit bunten Malereien und Schnitzereien verziert, andere wirken mit ihren schiefen Fassaden zwischen den neueren Gebäuden und dem geschäftigen Innenstadttreiben wie Tore in eine vergangene Zeit. Kein Wunder: Die Gebäude sind vielfach über 500 Jahre alt – das älteste sogar über 750! Wir nehmen dich mit auf eine Tour zu den schönsten Fachwerkhäusern der Göttinger Altstadt.

Junkernschänke – Fachwerk meets Fusionsküche

Stilvoll Burger essen in einem der schönsten Fachwerkhäuser Göttingens.

Stehen bleiben und Smartphone zücken: Die Junkernschänke ist das prachtvollste unter Göttingens Fachwerkhäusern, nicht umsonst eines der beliebtesten Fotomotive und darüber hinaus auch noch eine der ältesten Weinstuben Deutschlands. Das Gebäude wurde 1446 zunächst als gotisches Fachwerkhaus erbaut und von 1547 bis 1549 im Stil der Renaissance umgebaut. Dabei erhielt es die heutige Fassade mit den bunten Schnitzereien – mit Motiven aus der Bibel, Wappen und Tierkreiszeichen. Auf dem Eckpfosten befindet sich eine Darstellung des Erbauers und seiner Frau.

Die Junkerschänke spielt auch in der modernen Göttinger Gastro-Szene eine Rolle. Hier kannst du deutsch-amerikanische Fusionsküche in dem Burger-Restaurant „Bacon Supreme“ genießen. Ganz im Zeichen des Stilmixes steht auch das Innere der Junkernschänke: Moderne Elemente treffen auf den rustikalen Charme des Fachwerks.

Wo? Barfüßerstraße 5!

Haus des Abel Bornemann – Renaissance Stil und Live-Musik im Börneviertel

Beeindruckender Früh-Renaissance-Stil trifft Kunst und Live-Musik im Innenhof.

Ebenfalls in der Barfüßerstraße liegt das Haus des Abel Bornemann. Dieser Fachwerkbau, auch Börnersches Haus genannt, stammt aus der Früh-Renaissance (1536), weist aber auch gotische Stilelemente auf. Die sogenannte „Utlucht“, der kleine Erker im ersten Stock, ist typisch für diese Zeit.

Das Fachwerk solltest du nicht nur von außen bewundern: Durch das Tor gelangst du in das „Börnerviertel“ – eine Passage, die mehrere gemütliche Innenhöfe verbindet. Lass dich von dem etwas unscheinbaren Eingang nicht täuschen. Vor und in der Passage gibt es mehrere Kunstwerke zu bestaunen und im Innern machen ein mediterranes Restaurant sowie eine Bar das Ambiente perfekt. Im gemütlich beleuchteten Innenhof finden in unregelmäßigen Abständen Konzerte mit Künstler*innen aus der Independent-Szene statt, aber auch wenn gerade keine Veranstaltung ist, solltest du für das Börnerviertel mal von den Hauptwegen abweichen.

Wo? Barfüßerstraße 12!

Schrödersches Haus – Kunsthandwerk auf der Shoppingmeile

Schnitzereien und bunte Verzierungen im Stil der Renaissance: Hier lohnt es sich, einen Moment stehen zu bleiben und genauer hinzusehen.

Am Schröderschen Haus kommen vermutlich sehr viele Besucherinnen und Besucher in Göttingen vorbei: Es liegt direkt an der Haupteinkaufsmeile, der Weender Straße. Über den Schaufenstern der Geschäfte im ersten Stock ist ein wahres Meisterwerk des Renaissance-Fachwerkbaus zu sehen. Die Schnitzereien und Verzierungen an der Fassade zeigen biblische und weltliche Szenerien.

Das Gebäude wurde 1549 erbaut. Wer Mitreisende beeindrucken will, kann sich Folgendes auf den Spicker schreiben: Auf den Beruf des ersten Besitzers Jürgen Hovet weisen Schnitzereien oberhalb des Torbogens hin. Weberschiffchen und Weberkamm stehen für das Handwerk der Tuchmacher.

Wo? Weender Straße 62!

Holbornsches Haus – das älteste Gebäude Göttingens

Das Holbornsche Haus wurde 1266 erbaut und ist damit das älteste Gebäude in Göttingen.

Das Holbornsche Haus mag – zumindest von außen – nicht das spektakulärste Fachwerkgebäude in Göttingen sein. Aber: Es ist das älteste Gebäude der Stadt. Das Haus wurde 1266 gebaut und ist in Göttingen der einzige Profanbau in romanischem Baustil. Im Untergeschoss befindet sich ein aufwändiger Kreuzgrat-Gewölbekeller mit einer romanischen Säule. Heute ist das Haus Sitz der Stadtarchäologie und kann für Veranstaltungen gemietet werden.

Wo? Rote Straße 34!

Unser Tipp: Paulinerstraße – das perfekte Fotomotiv!

In der Paulinerstraße reiht sich Fachwerkhaus an Fachwerkhaus.

Von dem Platz vor der Paulinerkirche aus hast du einen großartigen Blick auf Fachwerkfassaden aus dem 15. bis 18. Jahrhundert, die die Paulinerstraße säumen. Im Hintergrund machen die Kirchtürme von St. Johannis das Bild perfekt. Der Straßenzug wurde vollständig saniert und ist mit seinen charmant schiefen Häusern einer der Foto-Spots in Göttingen, die ihr nicht verpassen solltet.

Wo? Paulinerstraße, direkt hinter dem Johanniskirchhof!