Dem Rauschen der Wellen lauschen, Meerluft schnuppen und die letzten Sonnenstrahlen an der Küste genießen – ein richtiger Urlaub an der Ostsee ist durch das touristische Übernachtungsverbot nicht möglich. Mit dem Inkrafttreten des Lockdowns am 2. November mussen Touristen ihre Reiseziele in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern verlassen.

Die Regeln für Ausflüge im Teil-Lockdown

Einheimische können aber für einen Ausflug an die Ostsee fahren, denn anders als touristische Übernachtungen sind Ausflüge nicht verboten. Grundsätzlich sollten „überregionale tagestouristische Ausflüge“ vermieden werden, es gilt jedoch kein Verbot. 

Ab wie vielen Kilometern Entfernung ein Ausflug nicht mehr als regional gilt, dazu gibt es keine eindeutige Aussage. Der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Florian Hermann, sagte dazu beispielsweise gegenüber dem Sender „Antenne Bayern“, dass die Formulierung vor allem symbolische Wirkung habe. Einen genauen Radius, in dem man sich für Ausflüge bewegen darf, lege sie nicht fest.

Wer sich also an alle Corona-Regeln hält, Menschenmassen meidet und sich überwiegend draußen aufhält, kann einen schönen Tag an der Ostsee verbringen. Wir geben Tipps, was du dort trotz Corona erleben kannst. 

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Pflanzen im Botanischen Garten entdecken

In Schleswig-Holsteins Hauptstadt Kiel sind trotz des Lockdowns einige schöne Ausflüge an der frischen Luft möglich. Wie wäre es beispielsweise mit einem Besuch im Botanischen Garten der Christian-Albrechts-Universität? Dort leuchten gerade die Bäume in kräftigem Gelb oder Orange.

Auf einem Wegnetz von etwa zehn Kilometern kannst du auf der rund acht Hektar großen Fläche Pflanzenarten aus aller Welt betrachten. Im November hat der Botanische Garten von 9 bis 15 Uhr geöffnet. Nur auf die tropischen Pflanzen musst du derzeit verzichten, da die Gewächshäuser wegen der Corona-Maßnahmen geschlossen sind. 

Tiergehege in Kiel besuchen

Anders als die Tierparks in der Region sind die fünf städtischen Tiergehege in Kiel noch geöffnet. Im Tiergehege Hasseldieksdamm etwa kannst du auf 12,7 Hektar Fläche Auerochsen, Bisons, Wisente, Sikawild und Heidschnucken beobachten.

Ähnliche Tierarten gibt es auch in den Tiergehegen Uhlenkrog, Hammer, Suchsdorf und Tannenberg. Uhlenkrog ist mit 2,7 Hektar zwar das kleinste Tiergehege, aber von dort aus ist eine Wandertour an der Struckdieksau möglich, da das Gehege an das Wanderwegnetz der Stadt angeschlossen ist. 

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Radtour am Nord-Ostsee-Kanal

Wenn du dich sportlich etwas betätigen willst, ist eine Radtour am Nord-Ostsee-Kanal ohne Weiteres auch im November möglich. Auf 325 Kilometern führt die NOK-Route durch das Hinterland Schleswig-Holsteins – entdecke doch einen Teil davon! 

Dabei erleben Radfahrer beschauliche Wald- und Wiesenlandschaften, imposante Schleusenanlagen, Brücken und Dutzende Schiffe, die den Kanal zwischen Brunsbüttel und Kiel nutzen. So gibt es sowohl Containerschiffe als auch edle Jachten zu bewundern.

Wandere und radele im Naturschutzgebiet Geltinger Birk

Die Geltinger Birk ist ein Naturschutzgebiet an der schleswig-holsteinischen Ostsee. Es ist der perfekte Ort zum Spazierengehen, Wandern und Radeln. „Dabei sind Vögelschwärme, die sich niederlassen, inklusive – wenn man Glück hat“, verrät Manuela Schütze, Pressesprecherin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein, dem reisereporter. 

Rund 200 Vogelarten tummeln sich dort im Laufe des Jahres. Darunter: Kraniche, Knäkenten, Mittelsäger, Tüpfelrallen, Zwergseeschwalben und natürlich der Seeadler, der fast täglich zu sehen ist. Außerdem gibt es Wildpferde, Highland-Rinder und Ziegen, die dort wild weiden. Du findest sie bei deiner Wanderung oder Radtour durch das Naturschutzgebiet an Seen, Tümpeln und auf Grasfluren.

Schleichwege an der Schlei erkunden

Die Schlei ist ein Meeresarm der Ostsee in Schleswig-Holstein mit idyllischen Dörfern und süßen Orten. Aber anstatt diese zu besuchen, könntest du einfach mit dem Fahrrad Schleichwege durch Felder, Wälder und am Gewässerrand entdecken. Da einige Strecken mitten durch die Natur führen und nicht beschildert sind, kannst du sie teilweise nur erahnen. Somit begibst du dich auf ein echtes Abenteuer. 

Wie wäre es also mit einer Rundtour durch die Waabser Schleichwege? Auf einer Strecke von 26,6 Kilometern fährst du teilweise am Wasser entlang. An der Steilküste gibt es gemütliche Bänke, die zu einem Picknick einladen. Der andere Teil führt dich dann durch weite Felder und schließlich an die Ostsee zurück.

Sehenswürdigkeiten auf Fehmarn bestaunen

Auf Deutschlands drittgrößter Insel gibt es mehr als nur Wind und Wasser. Fehmarn hat zahlreiche Sehenswürdigkeiten, zu denen sich ein Ausflug lohnt. Beispielsweise gibt es gleich fünf Leuchttürme, die den Seeleuten den Weg weisen. Alle wurden sie etwa um 1900 gebaut. Da wären: Flügge, Marienleuchte, Strukkamphuk, Staberhuk und Westermarkelsdorf. Der Flügger Turm ist mit 37 Metern der höchste, und er darf als einziger bestiegen werden. In der Wintersaison ist er allerdings geschlossen.

Der 16 Meter hohe Leuchtturm Flügge ist ein Backsteinturm von 1872.

Ein weiteres beeindruckendes Bauwerk ist die Fehmarnsundbrücke, die Fehmarn mit dem Festland verbindet. Aufgrund ihrer Form wird sie auch der „größte Kleiderbügel der Welt“ genannt. Vom Südwesten der Insel kannst du sie besonders gut sehen.

Wer dann noch Zeit hat, kann Segelschiffe und Jachten bestaunen. 1000 Liegeplätze hat die Marina Heiligenhafen, und fast alle Preisklassen sind dort vertreten – da gibt es für Schiffsliebhaber genügend Auswahl zum Anschauen. Acht weitere Sehenswürdigkeiten auf Fehmarn verrät dir reisereporter Hannes.

Spaziergang und Picknick am Strand

Egal ob auf Rügen, in Timmendorfer Strand oder an der Lübecker Bucht, ein ausgedehnter Spaziergang am Wassersaum entlang ist immer möglich. In Grömitz findest du zudem den längsten Strand an der deutschen Ostsee. Bei acht Kilometern Länge ist mit Sicherheit ein kleines Plätzchen dabei, an dem du dich niederlassen kannst. Entweder genießt du einfach nur das Rauschen der Wellen oder du machst ein kleines Picknick direkt am Strand.

Fischbrötchen an der Ostseeküste essen

Wenn du aber anstatt eines selbst gemachten Picknicks lieber die regionalen Spezialitäten kosten willst, ist das auch im Lockdown möglich. Denn Fischbrötchen kannst du dir weiterhin an verschiedenen Ständen holen, da das Außer-Haus-Geschäft der Gastronomie erlaubt ist. Mach es dir nach einem Spaziergang doch einfach auf einer der Bänke am Strand gemütlich, um den Booten und Möwen am Wasser zuzuschauen.

Durch die Straßen von Lübeck schlendern

Wer nicht unbedingt einen Tagesausflug ans Wasser machen will, kann alternativ durch Lübeck schlendern. Die Altstadt Lübecks ist Unesco-Weltkulturerbe. Allein deshalb lohnt sich ein Besuch. Dabei kannst du so einige idyllische Gänge und Hofe entdecken, die zu kleinen und verwinkelten Häuserzeilen führen. Der Rosengang beispielsweise ist nur einer von vielen solcher Orte, die für jeden zugänglich sind. 

Auch wenn im Herbst und Winter nicht mehr allzu viele Blumen blühen, bleibt die architektonische Vielfalt dennoch sehenswert.

Ein weiterer sehenswerter Anlaufpunkt ist gleichzeitig auch das Wahrzeichen der Stadt: das Holstentor. Das Stadttor aus dem 15. Jahrhundert kannst du vom Vorplatz aus bestaunen. Das in dem Gebäude ansässige Museum ist allerdings aufgrund des Lockdowns geschlossen.