„Zuerst wurde Mauritius geschaffen, dann der Himmel. Und der Himmel ist eine Kopie von Mauritius.“ Mein rechter Fuß schiebt den feinen, warmen Sand vor sich her. Ein Sand wie Puderzucker. Die glitzernden Körner rieseln zwischen meinen Zehen hindurch. Mein Blick klebt am Horizont, wo langsam die Sonne glutrot im Indischen Ozean versinkt. Am liebsten würde ich vor Glück laut losschreien. Diese Minuten, diese Szene, für immer festhalten. Sie in meinen Kopf, in meine Gedanken, einbrennen. Ja, ja, ich erkenne neidlos an: Mark Twain, Sie hatten recht! Dies hier ist der Himmel auf Erden.

Berg Le Morne Brabant bestimmt das Bild

Egal, wie ich mich drehe und wende – ich stehe, sitze, liege oder bewege mich in einer Traumkulisse. Hier im Süden der Insel verzaubert der 550 Meter hohe smaragdgrüne Berg Le Morne Brabant jedes Foto in eine Märchenkulisse. Wie an den meisten Stränden schützt ein riesiges Korallenriff vor den heranrollenden Wellen des Ozeans und lädt zum Schnorcheln, Tauchen oder Wasserski ein. Oder einfach nur dazu, sich faul auf einer Luftmatratze über das kristallklare Wasser treiben zu lassen.

Der Berg Le Morne Brabant im Südwesten von Mauritius ist ein bedeutender Teil der Landschaft und ist ein beliebtes Fotomotiv.


Was Amerikas unvergesslicher Schriftsteller (damals) nicht ahnte, der Himmel ist (inzwischen) für das Portemonnaie die Hölle. Bis zu 800 Euro kostet das Doppelzimmer pro Nacht in den meisten Fünf-Sterne-Hotels, die sich wie eine Perlenkette an den schneeweißen Stränden rund um die Insel aufreihen. Dafür gibt es Luxus pur. Urlaub für die Seele. „Art of Beautiful“, die Kunst des Schönen, nennt es Audrey Cunat, Managerin des Paradis Beachcomber.

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Mit dem Golfkart durchs Ressort

Das Resort erstreckt über fast sechs Kilometer. Sechssitzige Golfkarts pendeln im 30-Minuten-Takt durch die Anlage und bringen uns zu den Restaurants, dem Spa oder zur Rezeption. Die Bungalows haben maximal zwei Stockwerke und fügen sich optisch in die Landschaft ein. Einem Dutzend Bungalows steht jeweils ein eigener Pool zur Verfügung, sodass wir meist allein im Wasser sind und morgens vor dem Frühstück ungestört unsere Bahnen ziehen können.

Eigentlich sind wir im Urlaub rastlose Entdecker, aber hier entdecken wir unsere innere Ruhe. Die Palmenallee reicht bis an den Strand, und auf den dick gepolsterten Liegen träumen wir in den Tag hinein. Zu den traumhaften Sonnenuntergängen mixt uns der immer lustige Dejay mit seinem Team an der Beachbar Cocktails.

Spezialitäten frisch aus dem Meer

Am Abend genießen wir im Fischrestaurant Blue Marlin Delikatessen wie Hummer, Seezunge oder Thunfisch-Carpaccio. Wer will, kann auf der Anlage zwischen acht Restaurants wählen: von kreolischer Küche bis zum Büfett mit internationalen Spezialitäten. Hinter dem Gourmetkonzept steht übrigens Guillaume Bregeat. Der Franzose hatte das Privileg, bei Meisterkoch Bernard Loiseau im La Côte de Or (zwei Michelin-Sterne) im französischen Saulieu zu arbeiten.

Natürlich treibt uns die Neugier auch aus der Nobelherberge auf die Insel hinaus. Reiseführer Jean holt uns frühmorgens vom Hotel ab und fragt gleich: „Habt ihr Regenjacken dabei?“

Das Wasser des Chamaral-Wasserfalls stürzt kanpp 100 Meter in die Tiefe.

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Nach 15 Autominuten biegt Jean zur „kleinen Farm“ des ehemaligen Hotelmanagers Robert Speville ab. Auf Vieille Cheminee, dem alten Kamin, verbringt er seinen Ruhestand. Namensgeber ist der hoch in den Himmel ragende Kamin einer alten Zuckerfabrik. Auf 75 Hektar Regenwald leben zahlreiche vom Aussterben bedrohte Tiere wie Flughunde oder Rosentauben. Gäste seiner Chalets können das wunderschöne Areal durchwandern oder bei begleiteten Ausritten erkunden.

Staunen m Black-River-Gorges-Nationalpark

Ganz in der Nähe der Farm bieten sich im Black-River-Gorges-Nationalpark zwei Naturschauspiele: der Chamarel-Wasserfall und die siebenfarbige Erde, ein prächtiges Naturphänomen, das durch die Umwandlung von Basaltlava in Tonminerale entsteht.

Die siebenfarbige Erde ist ein besonderes Naturphänomen auf Mauritius.


Die Liebe zur Natur spielt auf Mauritius eine wichtige Rolle. Schon seit Jahren bestimmt der sanfte Tourismus die politische Richtung. Zahlreiche Naturparks laden zu Wandertouren ein und schützen den Artenreichtum. So leben im Kestrel Valley heute wieder 300 Kestrels, falkenartige Vögel, die es nur auf Mauritius gibt. Mitte der Siebzigerjahre gab es gerade noch vier Exemplare.

Der Kestrel, ein falkenartiger Vogel, lebt nur auf Mauritius.

Bei unserer heutigen Fahrt über die Insel müssen wir fast bei jedem Stopp mit einem kräftigen Schauer rechnen. Pitschnass besteigen wir nach der Besichtigung des Ganga Talao unseren Wagen. Die auch unter dem Namen Grand Bassin bekannte Anlage zählt zu den heiligsten Pilgerstätten der Hindus auf Mauritius. Die 33 Meter hohe Shiva-Statue am Eingang ist die höchste auf Mauritius und eine Kopie von der am Sursagar-Talav-See im indischen Vadodara.

Die 33 Meter hohe Shiva-Skulptur am Eingang der Hindu-Pilgerstätte Ganga Talao ist die höchste Statue auf Mauritius.

Bei Sega flippen alle aus

Von der Inselmitte fährt uns Jean an die Westküste. Überall, an den öffentlichen Stränden, auf den Straßen, herrscht fröhliches Treiben, bestimmen die bunt bemalten Häuschen das Straßenbild. Im Lauf der Jahrhunderte hat sich die Insel zu einem Schmelztiegel der Kulturen und Religionen entwickelt: Hindus, Tamilen, Moslems mischen sich mit den Anhängern westlicher Religionen. Jeder respektiert den anderen.

Und dann ist da noch der Sega, die Multikultimusik. Ob Trauer, Teufelsaustreibung oder Party am Strand – bei Sega flippen alle aus. Wenn jetzt noch die Freunde des Reggaes dazukommen, geht die Post ab. Klar, dass dann beim Musikmix Seggae im Land des Zuckerrohrs auch der Rum nicht fehlen darf.

Aufgrund des vulkanischen Ursprungs und der klimatischen Bedingungen ist Mauritius für die Rumproduktion und den Anbau von Zuckerrohr bestens geeignet. Mitte des 17. Jahrhunderts entstanden die ersten Zuckerrohrplantagen, die von den Niederländern angelegt wurden. Mittlerweile wird auf Mauritius auf 90 Prozent der kultivierten Fläche Zuckerrohr angebaut.

Auf Mauritius wird auch Rum produziert. Die Fabrik der Rhumerie de Charamel mit angeschlossenem Restaurant kannst du sogar besichtigen.

Tamarin ist Hotspot für Surfer

An der Westküste erstreckt sich auch der längste natürliche Sandstrand der Insel. Der Beach von Flic en Flac lädt zu endlosen Spaziergängen ein. Zum Beispiel ins südlichere Tamarin, dem Hotspot für alle Surfer. Hier befinden sich auch zahlreiche günstigere Hotels und Pensionen. Am Wochenende kommen hier Einheimische aus allen Teilen der Insel zum Grillen und Baden zusammen.

Am späten Nachmittag treffen wir wieder in unserem Hotel ein. Auf der Terrasse des Le Martello genießen wir eine Tasse Bois-Cherie-Black-Label-Tee. Einfach himmlisch, der Geschmack! Da vergisst man schnell, dass ein Ausflug ins Paradies sündhaft teuer werden kann.

Tipps für deine Reise nach Mauritius

Das Reiseziel: Die Insel Mauritius liegt im Indischen Ozean, etwa 1.800 Kilometer östlich des afrikanischen Kontinents, und ist seit dem 12. März 1968 unabhängig. Zwei Drittel sind Indomauritier und stammen vom indischen Subkontinent. Die nächstgrößere Gruppe bilden die Kreolen, Nachfahren der Sklaven aus Afrika und Madagaskar. In der Minderheit: Gruppen mit chinesischer und europäischer Abstammung.

Anreise: Der reguläre Flugverkehr ist derzeit ausgesetzt. Es gibt nur wenige Flüge mit Air Mauritius und Emirates. Ansonsten wird Mauritius von mehreren Airlines angeflogen. Condor plant, ab Mitte Dezember 2020 wieder Direktflüge nach Mauritius aufzunehmen.

Einreise: Die Einreisesperre für Ausländer ist seit Anfang Oktober teilweise aufgehoben. Touristen mit einem geplanten Aufenthalt von mehr als 14 Tagen dürfen wieder einreisen – wenn sie einen negativen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als sieben Tage ist. Bei Ankunft müssen sie einen weiteren Test machen. Während einer 14-tägigen Quarantäne in einem staatlich bestimmten Hotel müssen sie sich am siebten und 14. Tag erneut einem PCR-Test unterziehen.

Währung: Ein Euro entspricht 48,016 Mauritius-Rupien (MUR).