Als einer der ersten Corona-Hotspots in Europa machte Ischgl im Frühjahr negative Schlagzeilen. Bald steht die neue Skisaison an – wenn auch etwas später als ursprünglich geplant. Grund dafür sind die strengen Corona-Maßnahmen, die im November in Österreich gelten. Auch Italien greift wieder hart durch. Und etliche Reiseziele für den Winterurlaub gelten mittlerweile als Risikogebiete.

Ist ein Skiurlaub im Corona-Winter unter diesen Umständen möglich – und wenn ja, wie? Hier gibt es Antworten:

Skigebiete in Österreich geschlossen

Generell gilt in Österreich: Seilbahnen und Gondeln stehen still, Ski fahren ist nur noch Berufssportlern erlaub. Die Konsequenz: Zahlreiche Skigebiete müssen wieder schließen oder ihren Saisonstart verschieben. Und das, nachdem bereits viel in Gesundheits- und Sicherheitskonzepte investiert worden ist. So habe allein der Liftbetreiber Silvrettaseilbahn in Ischgl rund 700.000 Euro dafür ausgegeben.

Nun verschiebt sich in dem beliebten Skigebiet allerdings der Saisonstart wie auch im Rest des Landes. Ischgl plant das Opening für den 17. Dezember und damit fast einen Monat später als normalerweise.

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Die anderen Skigebiete im Paznaun, also See, Kappl und Galtür, wollen die Saison einen Tag nach Ischgl beginnen, berichtet die „Tiroler Tageszeitung“. Etwas eher an den Start will das Skigebiet Samnaun gehen, das mit Ischgl verbunden ist: Dort ist der 11. Dezember angepeilt. Am 4. Dezember will dem „ADAC“ zufolge St. Anton am Arlberg die Wintersaison angehen.

Einige Skigebiete hatten bereits geöffnet und mussten wieder schließen: Stubaier Gletscher, Kaunertaler Gletscher, Pitztaler Gletscher, Mölltaler Gletscher, Hintertuxer Gletscher, Sölden, Dachstein und Kitzsteinhorn.

Die Hygienemaßnahmen für Skiurlaub in Österreich

Damit sich ein Bild wie im März nicht wiederholt, sollen für den Wintertourismus in den Skigebieten in Österreich strenge Corona-Regeln gelten. So gibt es etwa eine Maskenpflicht in Skiliften sowie ein Après-Ski-Verbot. Die Mitarbeiter der Tourismusbetriebe werden regelmäßig auf Covid-19 getestet, auch Reiseleiter und Skilehrer können sich gratis testen lassen. Außerdem haben viele Skigebiete angekündigt, ihre Öffnungszeiten zu verlängern, um Stoßzeiten zu vermeiden.

Aktuell gilt Österreich als Risikogebiet, das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung ausgesprochen. Wer aus Österreich zurückkehrt, muss seit dem 8. November zehn Tage in Quarantäne, die nur durch ein negatives Corona-Testergebnis auf fünf Tage verkürzt werden kann. Außerdem müssen sich Rückkehrer vor der Einreise online anmelden.

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Winterurlaub in Italien frühestens ab Ende November möglich

Ende Oktober gab es auch für die Skigebiete in Italien einen herben Rückschlag: Da verkündete die Regierung, dass die Skigebiete bis mindestens zum 24. November schließen müssen. In Südtirol lief der Skibetrieb zunächst eingeschränkt weiter, seit dem 8. November stehen aber auch dort die Seilbahnen still.

Wie es ab dem 24. November weitergeht, ist noch völlig offen und hängt stark vom Infektionsgeschehen ab. Genau wie Österreich gilt auch ganz Italien aktuell als Risikogebiet, es gibt ebenfalls eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Damit gelten dieselben Quarantäne- und Anmelderegeln für Rückkehrer.

Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen in italienischen Skigebieten

In Italien setzt man ebenfalls auf Maskenpflicht und das Abstandhalten. Viele Skigebiete bieten Online-Skipässe an. Gondeln sollen mit Schutzabtrennungen versehen und regelmäßig desinfiziert werden.

Hoffnung auf Skiurlaub in Deutschland ab Dezember

Weil Hotels und Bergbahnen seit dem 2. November schließen müssen, ist auch hierzulande Skiurlaub aktuell unmöglich – und zwar vorerst bis Ende November. Die Zugspitze hofft im Dezember auf einen Start in die Wintersaison. Aktuell sind die Zugspitzbahnen geschlossen. Dort hätte die Skisaison eigentlich am 13. November beginnen sollen.

In Feldberg am Schwarzwald soll die Wintersaison je nach Schnee- und Corona-Lage Anfang bis Mitte Dezember beginnen. Ob die aktuellen Corona-Maßnahmen in Deutschland auch in den Dezember hinein verlängert werden könnten, soll sich Mitte November entscheiden.

Corona-Maßnahmen für Skiurlaub in Deutschland

Als wichtigste Corona-Regeln gelten in den deutschen Skigebieten vor allem die Maskenpflicht und das Abstandhalten, besonders in Wartebereichen und Gondeln. Außerdem sollen die Besucherströme so gelenkt werden, dass große Menschenansammlungen verhindert werden. Darüber hinaus haben die rund 350 Skigebiete in Deutschland zum Teil eigene Maßnahmen entwickelt. In Feldberg beispielsweise soll es Liftkarten nur online geben.

Skigebiete in der Schweiz sind geöffnet

Ein wenig Hoffnung auf Skiurlaub gibt es in der Schweiz. Dort dürfen die Skigebiete (weiterhin) öffnen. „Skigebiete-Test“ zufolge kommen (Hobby-)Wintersportler aktuell in allen Gletscher-Skigebieten auf ihre Kosten, darunter in Saas-Fee, Zermatt und Engelberg. Und jedes Wochenende starten weitere Skigebiete in die Wintersaison 2020/2021.

Allerdings gilt die Schweiz seit dem 24. Oktober ebenfalls komplett als Risikogebiet, für das es auch eine Reisewarnung gibt. Urlauber müssen sich nach der Rückkehr deshalb online anmelden und auf eine Quarantäne einstellen.

Kleinere Skigebiete in der Schweiz haben aber bereits angekündigt, aufgrund der Corona-Situation in diesem Winter nicht zu öffnen. Den Betreibern des Skigebiets Fideriser Heuberge sei es zum Beispiel zu unsicher, ob ein wirtschaftlicher Betrieb in dieser Saison möglich sei. Und es sei wahrscheinlich, dass weitere kleine Skigebiete in der Schweiz diesem Beispiel folgen müssten.

Die Corona-Regeln für Ski-Urlaub in der Schweiz

In Liften, Warteschlangen und öffentlich zugänglichen Gebäuden gilt eine Maskenpflicht. In einigen Kantonen sind die Restaurants geschlossen, etwa in Wallis. Einige Skigebiete verlangen eine vorherige Online-Anmeldung, da die Kapazitäten verringert wurden. Das gilt etwa für Andermatt.

Frankreich

In Frankreich stehen die Gondeln seit dem 30. Oktober still. Das Land befindet sich im Lockdown – der noch strenger ausfällt als in Deutschland. So dürfen die Menschen in unserem Nachbarland maximal einen Stunde am Tag vor die Tür. Der Skibetrieb kann dort deshalb – ähnlich wie in Deutschland und Österreich – frühestens im Dezember wieder starten.

Skiurlaub in Skandinavien möglich

Neben der Schweiz ist auch in Skandinavien derzeit der Winterurlaub möglich. Allerdings sollten Urlauber auch hier die aktuellen Reisewarnungen im Blick behalten. Schweden gilt derzeit etwa als Risikogebiet, mit Ausnahme der Provinz Västernorrland. In Finnland gibt es mit der Region Österbotten allerdings momentan nur ein Risikogebiet.

Schon im Oktober öffneten die ersten Skigebiete in Schweden und Finnland. Sie gehen außerdem mit vergleichsweise lockeren Corona-Regeln an den Start: Zwar muss auch dort Abstand gehalten werden, auf eine Maskenpflicht wird allerdings vielerorts verzichtet.