Deutschland befindet sich im Teil-Lockdown light. Heißt: Die meisten Freizeitaktivitäten fallen weg, Sozialkontakte ebenfalls und Urlaub sowieso. Die gute Nachricht: Der Herbst ist gleichzeitig die perfekte Zeit, um sich in dicke – oder dünne – Bücher zu vertiefen. Welche Geschichten dich dabei in andere Länder entführen, erfährst du hier:

„Der Gesang der Flusskrebse“: Reise in die USA

Kya Clark, die Protagonistin dieses Romandebüts, könnte man als Expertin im Social Distancing bezeichnen. Seit ihrer Kindheit lebt sie alleine im Marschland nahe einem kleinen Küstenstädtchen in den USA. Von ihrer Familie verlassen lernt sie, auf sich allein gestellt inmitten der wilden Natur zu leben. Doch eine Affäre, eine Liebe und ein Tod drohen ihre Welt aus den Fugen zu heben.

„Der Gesang der Flusskrebse“ erzählt gleichzeitig zart und roh von Kyas zurückgezogenem Leben. Der Mix aus Kriminalfall, Kyas Gedanken und fast verträumten Naturbeschreibungen ist dabei ein echtes Erfolgsrezept: Seit über einem Jahr hält sich der Roman in der Top Ten der „Spiegel“-Bestsellerliste. Ein absolutes Must-read für alle, die das Buch noch nicht kennen!

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„Normale Menschen“: Interrail durch Europa

In eine irische Kleinstadt, nach Dublin und zu einem Interrail-Trip durch Europa– dorthin nimmt uns Sally Rooneys Roman „Normale Menschen“ mit. Vor allem aber steht hier die Beziehung zwischen Marianne und Connell im Mittelpunkt. Die ist geprägt von sozialen Unterschieden und dem Druck dazuzugehören. Vom Druck, „normal“ zu sein – was auch immer das ist.

Und so kommen sich Connell und Marianne im Laufe des Buches mal näher, mal stoßen sie sich ab oder verpassen einander. Das ist beim Lesen nicht immer einfach zu ertragen, doch nicht zu Unrecht gilt Sally Rooney als Stimme der Millennials. Moderne Liebe vor dem Hintergrund sozialer Unterschiede in Irland – das kann sie, wie schon ihr Roman „Gespräche mit Freunden“ bewiesen hat!

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„Zugvögel“: Die Liebe zum Meer

Manchmal fällt es schwer, trotz aller Widrigkeiten und vermeintlicher Auswegslosigkeit die Hoffnung nicht zu verlieren. Davon handelt auch der Roman „Zugvögel“, der wie „Normale Menschen“ im August 2020 erschienen ist. Protagonistin Franny reist dabei den letzten noch lebenden Küstenseeschwalben hinterher, die sich auf den Weg von Grönland zur Antarktis gemacht haben.

Dafür begibt sie sich an Bord eines Fischerbootes, auf dem sie umgeben ist von anderen Menschen, die wie sie an ihrer Liebe zum Meer und an ihrer Leidenschaft festhalten, obwohl bereits alles verloren scheint. Ein düsterer, spannender Roman über das Artensterben und das Seelenleben einer zutiefst verzweifelten Frau. Und ein Plädoyer fürs Kämpfen und Durchhalten.

„Über dem Meer tanzt das Licht“: Reise nach Norderney

Manchmal hilft nur eine Schnulze. Eine Handlung, für die keine allzu große Konzentration nötig ist, vor der sommerlichen Kulisse der ostfriesischen Insel Norderney zum Beispiel. Genau das findest du in dem Roman „Über dem Meer tanzt das Licht“ von Meike Werkmeister. Nach „Sterne sieht man nur im Dunkeln“ ist dies ihr zweites Buch, das auf der Insel in der Nordsee spielt.

Norderney-Fans kommen bei dem seichten Liebesroman auf ihre Kosten.

Diesmal begleiten wir Café-Besitzerin Maria bei den beruflichen und privaten Herausforderungen, vor die sie das Leben in einem Sommer auf der beschaulichen Insel stellt. Dabei fällt es leicht, sich vorzustellen, neben Maria durch die Dünen zu radeln, auf den Wellen zu reiten oder am Strand die Zehen in den Sand zu graben. Das perfekte Buch, um kurz den grauen Herbst und alle Sorgen zu vergessen.

„Leaving the Frame“: Weltreise mit Käfer Heidi

Diese Liste wäre nicht komplett ohne ein klassisches Reisebuch. Besonders gepackt hat mich in dieser Kategorie zuletzt „Leaving the Frame“ von Maria Ehrich. Der Name dürfte Film-Fans bekannt sein, Maria steht nämlich seit sie zehn Jahre alt war als Schauspielerin vor der Kamera und ist unter anderem aus der „Ku’damm“-Reihe bekannt.

Für eine Weltreise mit ihrem Freund Manuel Vering hat sie sich auf die Suche nach spannenden Menschen und Geschichten gemacht, die so kein Drehbuch schreiben könnte. Fündig wurden die beiden unter anderem in Afrika, Kanada, den USA und Mexiko.

Über ihre abenteuerliche Reise mit Käfer Heidi und die Menschen, die sie unterwegs getroffen hat, schreibt Maria in ihrem Buch. Mal abenteuerlich, mal nachdenklich, mal lebensfroh und immer ehrlich. Auf Netflix gibt’s übrigens auch eine gleichnamige Doku.

Mehr Buchtipps gibt Leonie im Podcast „Schmökerei“ bei Spotify oder Apple Podcast.