Mit dem Herbst beginnt auch die dunkle Jahreszeit. Die Tage werden kürzer, das Wetter trüber und die Temperaturen sinken. Hinzu kommt in diesem Jahr die Corona-Pandemie, die das Reisen und die Freizeitgestaltung massiv einschränkt. Aber um dem Alltag zu entfliehen, musst du nicht unbedingt in ferne Länder fliegen oder viel Geld für Unterhaltungsartikel ausgeben. 

Ein Mikroabenteuer kannst du in deiner näheren Umgebung zu jeder Zeit erleben. Dafür brauchst du nur etwas Kreativität, und schon erlebst du eine ganz neue Welt – trotz Übernachtungsverbot aufgrund des Coronavirus. Wir haben hier ein paar Anregungen für dich.

Waldfrüchte sammeln und essen

Manchmal können die einfachsten Dinge zu schönen Abenteuern werden. Das Suchen und Sammeln von Pilzen, Nüssen und Beeren im Wald gehört unter anderem dazu. Das Praktische daran ist, dass du die Ausbeute auch essen kannst.

Speisepilze findst du zwar das ganze Jahr über – die Hochsaison ist aber im Herbst. Auf deiner Suche solltest du als Anfänger jedoch unbedingt einen Pilz-Ratgeber zur Hand haben, um ja keine giftigen Pilze einzusammeln.

Neben Pilzen findest du im Herbst zudem Haselnüsse, Walnüsse und Beeren wie Hagebutten, Schlehen und Feuerdorn, die sich zu leckeren Marmeladen und Likören verarbeiten lassen. 

Hast du zum Beispiel schon einmal Hagebutten-Marmelade gegessen? Wenn du die Beeren bisher nur als Juckpulver verwendet hast, dann wartet nach der Zubereitung ein echtes Geschmacksabenteuer auf dich. Bei einigen Rezepten im Internet musst du die Früchte nicht mal entkernen.

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Ein Wald-Mandala legen

Anstatt deine Fundstücke aus dem Wald zu essen, kannst du damit als Alternative ein Mandala mitten im Wald legen. Die Pilze solltest du dafür außen vor lassen, damit sich andere Sammler an ihnen erfreuen können. Aber Kastanien, Stöcke, Eicheln, Moos, Tannennadeln, Blätter und Vogelbeeren eignen sich perfekt, um im Wald ein kleines Kunstwerk zu hinterlassen. Dazu gibt es derzeit auf Instagram die #herbstmandalachallenge.

Wer möchte, kann natürlich auch seinen eigenen Garten als Fläche nutzen. So halten die Freude an dem Mandala und die Erinnerung an das Mikroabenteuer noch länger.

Kürbis oder Holz schnitzen

Deiner Kreativität kannst du auch beim Schnitzen freien Lauf lassen. Der Klassiker im Herbst ist natürlich das Kürbis-Schnitzen für Halloween. Das Fruchtgemüse wird dafür ausgehöhlt, mit einer gruseligen Fratze versehen und dann mit einem Teelicht ausgestattet. Aber auch unabhängig von Halloween kann der Kürbis ein tolles Deko-Element sein, wenn du dich dem Abenteuer hingibst und etwas anderes hineinschnitzt als eine Fratze. 

Such dir ein schönes Plätzchen im Freien, wo du ohne Bedenken eine große Sauerei machen kannst. Wenn du dir einen Speisekürbis ausgesucht hast, dann nimm neben einem Messer zum Schnitzen auch einen Campingkocher mit. So kannst du die Überreste während einer Pause zum Essen weichkochen und dir einen heißen Tee zubereiten.

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Fortgeschrittene können als Alternative zur Säge greifen und einen Holzstumpf bearbeiten, um beispielsweise bereits ein Weihnachtsgeschenk herzustellen. Wer sich aber als Anfänger an ein solches Kunstwerk traut, der erlebt mit Sicherheit ein spannendes Abenteuer.

Laternen-Wanderung im Wald

Da im November deutschlandweit meist Martinsumzüge stattfinden, gibt es in jedem großen Supermarkt Laternen und Leucht-Stäbe zu kaufen. Ein Mikroabenteuer kann es auch sein, sich eine solche Laterne selbst zu basteln – wie in der Kindheit eben. 

Doch anstatt an dem Sankt-Martins-Umzug deiner Nachbarschaft teilzunehmen (der im Corona-Jahr 2020 vermutlich sowieso ausfällt), kannst du eine Laternenwanderung bei Dämmerung oder nachts im Wald durchführen. Egal, ob mit deinen Kindern oder mit Freunden, durch das warme Licht entsteht eine ganz besondere Atmosphäre. Außerdem erhältst du einen anderen Blick auf Bäume, Büsche und Lichtungen des Waldes.

Im Regen spazieren gehen – oder sogar tanzen

Im Corona-Herbst gilt: Es dürfen sich in der Öffentlichkeit nur Angehörige zweier Hausstände treffen, also aus zwei Wohnungen, und insgesamt höchstens zehn Leute. Das führt dazu, dass viele Familien tagsüber rausgehen, um den Kopf frei zu bekommen. Besonders an sonnigen Herbsttagen kann es so unbeabsichtigt zu Menschenansammlungen kommen, die wiederum eine Ausbreitung des Virus begünstigen.

Bei Regen bleiben die meisten Menschen aber zu Hause. Das ist die Gelegenheit für dich, die Social-Distancing-Regeln einzuhalten und gleichzeitig ein Mikroabenteuer zu erleben. Dafür reicht ein kleiner Spaziergang schon aus. Genieß einfach das Plätschern der Regentropfen auf deinem Schirm und den Duft des feuchten Laubs. Oder lass den Schirm einfach ganz weg und spür bewusst das kühle Nass auf deinem Gesicht – schließlich bist du nicht aus Zucker. 

Geh bei der Gelegenheit doch mal andere Wege. So hast du nicht nur ein kleines Abenteuer im Regen, sondern entdeckst Dinge, die du zuvor vielleicht nicht gesehen hast. Ein Tanz befreit zusätzlich den Kopf. Und danach kannst du dich mit einem heißen Vollbad wieder ordentlich aufwärmen.

Ein Zelt im Garten oder auf dem Balkon aufschlagen

Solltest du tagsüber keine Zeit für Mikroabenteuer haben, kannst du das ein oder andere Erlebnis auch abends, nachts oder am frühen Morgen in Angriff nehmen. Was hältst du davon, im Herbst mal eine Nacht draußen zu schlafen? Auch das kann ein kleines Abenteuer sein, und dafür musst du nicht unbedingt in irgendeinen Wald fahren.

Schnapp dir einfach ein Zelt und bau es im Garten oder auf dem Balkon auf. In dicke Decken eingemummelt, kannst du noch vor dem Schlafengehen den Sternenhimmel betrachten, ein Glas Wein oder einen heißen Kakao trinken und mit deinem Partner die schönsten Reiseerinnerungen teilen. 

Im Morgengrauen wecken dich dann die Vögel mit ihrem Gezwitscher, wodurch du für diesen kurzen Moment mit Sicherheit vergisst, dass du eigentlich nur zu Hause bist. Wichtig für den Herbst: Die Nächte können extrem frisch werden, du solltest also gut ausgestattet sein, zum Beispiel mit Thermoschlafsäcken.

Ein Feuer machen – oder lernen, es zu entfachen

Zu einem Camping-Abenteuer im eigenen Garten gehört ein kleines Lagerfeuer dazu. Denn es hält dich warm, sorgt für eine entspannte Atmosphäre und du kannst dir Stockbrot oder Marshmallows darüber rösten.

Das eigentliche Abenteuer ist aber das Feuermachen. Denn hier kommt es auf die richtige Technik an. Wenn du wie ein echter Überlebenskünstler agieren willst, dann brauchst du trockene Äste und Gräser zum Entzünden und breite Hölzer, damit das Feuer auch lange brennt. Bei dem feuchten Wetter im Herbst kann das Finden von brennbarem Material schon ein kleines Abenteuer sein. 

Hast du aber welches gefunden, dann darfst du als Anfänger zum Anzünden auch Streichhölzer verwenden. Das genaue Vorgehen findest du zum Beispiel auf der Website Bergzeit.

Wichtig bei der ganzen Aktion ist, dass du eine Feuerschale verwendest und in einem Radius von drei Metern keine brennbaren Gegenstände in der Nähe lagerst.

Kaffee mit einem Campingkocher machen

Nach einer aufregenden Nacht im Garten oder auf dem Balkon macht dich morgens eine Tasse Kaffee bestimmt wieder wach. Allerdings ist es wenig abenteuerlich, sich den Energie-Trunk wie gewohnt in der Küche zuzubereiten. Anders sieht es da schon mit einem Campingkocher aus. 

Denn der Gebrauch ist gar nicht so einfach, wie du denkst. Hier und da klemmt es beim Anschrauben der Gasflasche. Außerdem musst du darauf achten, den Hahn in die richtige Richtung zu drehen. Bei den vielen kleinen Hindernissen, die du vor deinem ersten Kaffee bewältigen musst, hast du bereits morgens das erste Abenteuer hinter dir und bist gleichzeitig für den nächsten echten Camping-Trip gut gewappnet.

Den Sonnenaufgang bewundern

Wie du siehst, brauchst du für Mikroabenteuer nicht sonderlich viel Zeit. Manchmal reichen wenige Stunden oder Minuten aus, um eine wertvolle Erinnerung zu schaffen. Das gilt auch fürs Bestaunen des Sonnenaufgangs. Einen Haken gibt es aber: Du musst dafür früh aufstehen.

Für den perfekten Ausblick kannst du auf einen Berg oder einen Hügel wandern und den Sonnenaufgang von dort genießen. Mit etwas Glück geht die Sonne dann über einem Meer aus Nebel auf, sodass du dich wie in einer anderen Welt fühlst. Eine Alternative könnte aber auch das Dachfenster in deinem Wohnhaus sein. Die Morgenröte und die ersten Sonnenstrahlen des Tages könntest du dort direkt mit einer warmen Tasse Tee oder Kaffee aufsaugen.

Für welchen Weg du dich letztlich entscheidest, ist völlig irrelevant. Denn mit der Erinnerung an einen schönen Sonnenaufgang lässt sich auch ein schwieriger Arbeitstag überstehen, und die Müdigkeit bekämpfst du einfach mit Kaffee.