Die digitale Einreiseanmeldung funktioniert seit dem 8. November auch in Deutschland. Reiserückkehrer aus ausländischen Risikogebieten müssen sich seither online registrieren. So sollen Infektionsketten besser nachverfolgt werden können. Außerdem werden sich zum 8. oder 9. November auch die Quarantänevorschriften für die Einreise in den Bundesländern ändern. Was gilt dann konkret? Der Überblick:

So funktioniert die „digitale Einreise“ nach Urlaub im Risikogebiet

Bisher mussten Reiserückkehrer nach einem Aufenthalt in Risikogebieten im Flugzeug Papieraussteigekarten ausfüllen. Andere Länder sind da schon weiter: In elf EU-Staaten gibt es bereits digitale Formate zur Anmeldung, diese sind auch unter dem englischen Namen Passenger Locator Form (PLF) bekannt. Nun soll die „digitale Einreise“ auch in Deutschland helfen, Infektionsketten nachzuverfol­gen.

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So funktioniert die digitale Anmeldung

Jeder, der aus einem Risikogebiet nach Deutschland reist, muss sich laut der neuen Quarantäneverordnungen künftig vorab registrieren – nicht nur Flugurlauber, sondern auch Autofahrer und Busreisende. Dies geschieht per Online-Formular auf www.einreiseanmeldung.de, etwa übers Handy, Tablet oder Laptop. Es müssen folgende Daten angegeben werden: Name, Adresse, Telefonnummer, Herkunfts- und Zielort, der Zeitpunkt der Wiedereinreise und bei Flugreisen auch die Flugnummer.

Die Anwendung wurde zum 8. November in Betrieb genommen werden – nachdem die Länder die neuen Quarantäneverordnungen in Kraft gesetzt haben, teilt das Bundesinnenministerium mit.

Die Daten aus dem digitalen Einreiseformular werden auch an das jeweils zuständige Gesundheitsamt weitergeleitet. Die Daten werden nach offiziellen Angaben verschlüsselt, 14 Tage nach der Einreise sollen sie automatisch wieder gelöscht werden.

Zehn Tage Quarantäne nach Risikogebiet-Reise

Grundsätzlich gilt: Nach einem Urlaub in einem Risikogebiet müssen Deutsche nach der Rückreise in Quarantäne. Mit den neuen Quarantäneverordnungen wird allerdings der Zeitraum reduziert. Konkret gelten folgende Regelungen:

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  • Wer sich nicht auf das Coronavirus testen lassen will, muss zehn Tage in Quarantäne bleiben.
  • Die Quarantäne kann vorzeitig beendet werden, wenn ein negativer Corona-Test vorgelegt wird. Dieser darf frühestens am fünften Tag der häuslichen Isolation in Deutschland gemacht werden.

Das bedeutet: Reisen in Risikogebiete wurden weiter erschwert, denn zuvor konnten Menschen in den meisten Bundesländern sofort nach Erhalt des negativen Corona-Testergebnisses die Quarantäne verlassen – oder sie durch einen Test maximal 48 Stunden vor der Einreise ganz verhindern. Die Auswertung eines Corona-Tests dauert nach Angaben des Gesundheitsministeriums in der Regel zwischen 24 und 48 Stunden.

Was die neue Quarantäneregelung für die Arbeit bedeutet

Verboten werden darf eine Reise ins Risikogebiet vom Arbeitgeber nicht. Und noch müssen Arbeitnehmer, die für die Zeit der Quarantäne nicht von zu Hause aus arbeiten oder weiteren Urlaub einsetzen können, nicht einmal Urlaub dafür nehmen oder auf einen Teil des Gehaltes verzichten. Es greift eine Klausel aus Paragraf 56 des Infektionsschutzgesetzes – demzufolge muss der Staat für Verdienstausfälle aufkommen, wenn jemand „Verboten in der Ausübung seiner bisherigen Erwerbstätigkeit unterliegt oder unterworfen wird und dadurch einen Verdienstausfall erleidet“. Das gilt aktuell sogar bei einer bewussten Reise ins Risikogebiet – bei der durch leichtsinniges Verhalten eine zehntägige Quarantäne riskiert wird.

Aber: Das Infektionsschutzgesetz soll sich in diesem Punkt ändern. Wer eine vermeidbare Reise in ein 48 Stunden vor Reiseantritt ausgewiesenes Risikogebiet unternommen hat und anschließend in Quarantäne muss, soll keine Entschädigung mehr für den durch die Quarantäne verursachten Verdienstausfall erhalten. Das teilt die Bundesregierung mit.

Die Quarantäneverordnungen der Bundesländer im Überblick

Der Bund hat den 16 Bundesländern für die Quarantäneverordnungen als Grundlage eine sogenannte Musterverordnung vorgelegt. Rechtlich umgesetzt werden muss das aber von den jeweiligen Landesregierungen. Im Wesentlichen wurden die Vorgaben übernommen, aber je nach Land gibt es Feinheiten. In Bayern beispielsweise gibt es weiterhin eine regelmäßige Testpflicht für Grenzgänger.

Du willst dich ganz konkret darüber informieren, was in deinem Bundesland für dich gilt? Dann klick dich über unsere Übersicht direkt zur Quarantäneverordnung in den 16 Ländern: