Die hohen Coronavirus-Neuinfektionen in Deutschland sollen mithilfe deutlich verschärfter Corona-Regeln und Kontaktbeschränkungen eingedämmt werden – daher wird der Lockdown bis zum 31. Januar verlängert. Für Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, wird unter anderem wieder eine Testpflicht eingeführt

Das trifft auch Menschen, die im Januar einen Urlaub geplant hatten. Außerdem soll ein Bewegungsradius Tagesausflüge in Corona-Hotspots einschränken. Darauf haben sich Bund und Länder am 5. Januar geeinigt.

Sind Tagesausflüge nun also verboten? Wir erklären, was aktuell erlaubt ist und was nicht:

Aktuelle Deals

Touristische Übernachtungen sind verboten

Klar ist: Hotels, Ferienhäuser, Pensionen und andere Anbieter in Deutschland dürfen keine Touristen mehr beherbergen. Das kommt einem Urlaubsverbot im eigenen Land gleich. Das gilt allerdings schon seit dem Start des Corona-Teil-Lockdowns am 2. November.

Zunächst galt das Übernachtungsverbot für vier Wochen, mittlerweile wurde es mehrmals verlängert und gilt nun bis zum 31. Januar. Die Regeln beziehen sich auch aufs Zelten und Campen, inklusive Dauercampern. 

Ist Urlaub in Deutschland ab Februar wieder erlaubt?

Der Bund-Länder-Beschluss zur Eindämmung von Corona gilt zunächst bis Ende Januar. Am 25. Januar beraten Bund und Länder erneut, ob die Schließungen zum 1. Februar tatsächlich aufgehoben werden.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Sind Ausflüge trotz Lockdown noch erlaubt?

Schon seit November heißt es von Bund und Ländern: „Bürgerinnen und Bürger werden aufgefordert, generell auf nicht notwendige private Reisen und Besuche – auch von Verwandten – zu verzichten. Das gilt auch im Inland und für überregionale tagestouristische Ausflüge.“

Da es aber in einigen Naherholungsgebiete wie etwa Willingen, Winterberg oder dem Harz in den vergangenen Tagen zu einem Ansturm an Tagestouristen kam, verschärft die Politik die Regelung noch einmal. 

So können Landkreise in Corona-Hotspots, die eine 7-Tages-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern aufweisen, einen Bewegunsgradius von 15 Kilometern verhängen. Einwohner dürfen sich dort dann nur noch, sofern kein triftiger Grund vorliegt, 15 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen. Außnahmen bilden etwa Arztbesuche oder der Weg zur Arbeit. Einkaufen, Reisen und tagestouristische Ausflüge stellen explizit keinen triftigen Grund dar, heißt es im Beschluss.

Aktuell (Stand 7. Januar) überschreiten nur einige Landkreise in in Sachsen, Thüringen, Bayern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, und Kommunen in Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen den Wert. Und nur einige Bundesländer wollen die Beschränkung durchsetzen.Baden-Württemberg hat bereits angekündigt, den Bewegungsradius nicht einschränken zu wollen. 

Bei allen Bundesländern und Landkreisen, die die Bewegungsfreiheit nicht einschränken, bleibt es wie gehabt. Dort wird weiterhin der Verzicht auf „überregionale tagestouristische Ausflüge“ propagiert. Aber was bedeutet die Formulierung überhaupt? Ab wie vielen Kilometern Entfernung gilt ein Ausflug nicht mehr als regional? Tatsächlich gibt es hierzu keine eindeutige Aussage.

Der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Florian Hermann, sagte dazu beispielsweise gegenüber dem Sender „Antenne Bayern“, dass es sich bei der Formulierung vor allem um ihre symbolische Wirkung handele. Einen genauen Radius, in dem man sich für Ausflüge bewegen darf, lege sie nicht fest. Wichtig ist auch: Überregionale Ausflüge sind – anders als touristische Übernachtungen – nicht verboten, es handelt sich vielmehr um einen dringenden Appell, darauf zu verzichten.

Außerdem fordern Bund und Länder die Bürger dazu auf, freizeitbezogene Aktivitäten und Besuche in Bereichen mit Publikumsverkehr zu unterlassen sowie auf nicht notwendige private Reisen und touristische Tagestouren gänzlich zu verzichten. Ebenso soll auf nicht notwendige Fahrten mit öffentlichen Beförderungsmitteln wie Bus und Bahn verzichtet werden, um die Coronavirus-Neuinfektionszahlen zu senken.

Das Gleiche gilt auch für Ausflüge in Form von Verwandtenbesuchen. Auch auf diese sollen die Menschen verzichten, wenn sie nicht zwingend notwendig sind. 

Mit wie vielen Menschen darf ich mich treffen?

Der neue Beschluss sieht vor, dass nur noch private Zusammenkünfte mit einer nicht im Haushalt lebenden Person erlaubt sind. Das gilt natürlich auch für Ausflüge in der Umgebung, zum Beispiel den Spaziergang im Wald.

Gelten in allen Bundesländern die gleichen Regeln?

Die meisten Beschlüsse werden eins zu eins in die Corona-Landesverordnungen übernommen. Es gibt aber auch feine Unterschiede zwischen den 16 Bundesländern. Das RedaktionsNetzwerk Deutschland liefert einen Überblick, wie die verschärften Regelungen konkret umgesetzt werden