Der Lockdown in Deutschland ist erneut verlängert worden – und zwar bis zum 14. Februar. Außerdem wird die Maskenpflicht verschärft und ein Bewegungsradius von 15 Kilometern soll weiterhin Reisen in Corona-Hotspots einschränken. Sind Tagesausflüge nun also verboten? Wir erklären, was aktuell erlaubt ist und was nicht:

Verschärfte Maskenplicht in Zügen und Bussen

„In den Zügen, Bussen und an Bahnhöfen besteht die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske“, ist inzwischen auf der Webseite der Deutschen Bahn zu lesen. Diese Maßnahme hatten Bund und Länder auf der Konferenz am 19. Januar beschlossen.

Wer Bus, S-Bahn, Regionalzug, IC oder ICE fährt, muss demnach nun eine medizinische Maske tragen, darunter fallen beispielsweise OP-Masken, aber auch FFP2-Masken. Schals, Tücher und selbsgenähte Alltagsmasken sind nicht mehr erlaubt. In Bayern sind die Regeln noch strenger: Dort gilt eine FFP2-Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkauf bereits seit dem 18. Januar.

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Touristische Übernachtungen bleiben verboten

Hotels, Ferienhäuser, Pensionen und andere Anbieter in Deutschland dürfen weiterhin keine Touristen beherbergen. Das kommt einem Urlaubsverbot im eigenen Land gleich. Diese Maßnahme gilt schon seit dem Start des Corona-Teil-Lockdowns am 2. November. Zunächst galt das Übernachtungsverbot für vier Wochen, mittlerweile wurde es mehrmals verlängert und gilt nun bis zum 14. Februar. Die Regeln beziehen sich auch aufs Zelten und Campen, inklusive Dauercampern. 

Ist Urlaub in Deutschland ab März wieder erlaubt?

Der Bund-Länder-Beschluss zur Eindämmung von Corona gilt zunächst bis 14. Februar – ob es danach für den Tourismus aber wieder losgehen kann, ist fraglich. Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe soll nun damit beauftragt werden, eine sichere und gerechte Öffnungsstrategie zu erarbeiten.

Sind Ausflüge trotz Lockdown noch erlaubt?

In Hotspots – also Landkreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 200 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner – können Tagesausflüge verboten sein. Grund dafür ist die 15-Kilometer-Regel: In vielen Bundesländern greift dann die lokale Maßnahme „zur Einschränkung des Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort, sofern kein triftiger Grund vorliegt“. Tagestouristische Ausflüge sind „explizit“ kein triftiger Grund. 

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Aktuell (Stand 21. Januar, 13 Uhr) überschreiten 40 Landkreise in Deutschland diesen Wert, vor allem in Sachsen, Thüringen, Bayern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, aber auch Kommunen in Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Aber: Eine einheitliche Regelung für ganz Deutschland gibt es wie so oft nicht, da die Umsetzung Ländersache ist. Hier kommt der Überblick:

Tagesausflüge verboten: Welches Bundesland den 15-Kilometer-Radius einführt

Bayern: Wer in einem Corona-Hotspot lebt, darf sich für tagestouristische Ausflüge nicht weiter als 15 Kilometer Luftlinie vom eigenen Wohnort entfernen. Gezählt wird aber ab der Grenze der Wohnortgemeinde oder der Stadt.

Brandenburg: Es gilt die vom Bund beschlossene 15-Kilometer-Regel.

Bremen: Es gilt die vom Bund beschlossene 15-Kilometer-Regel.

Hessen: In Corona-Hotspots gilt der 15-Kilometer-Bewegungsradius rund um den Wohnort. Zudem können nächtliche Ausgangssperren von 21 bis 5 Uhr verhängt werden.

Mecklenburg-Vorpommern: Es gilt der 15-Kilometer-Bewegungsradius in Corona-Hotspots. Es zählt die Meldeadresse.

Saarland: Die 15-Kilometer-Regelung in Hotspots gilt nur für tagestouristische Reisen. Verwandte, die außerhalb des Radius wohnen, dürfen besucht werden.

Sachsen: Bereits seit Dezember gilt eine 15-Kilometer-Regel. Zudem darf die Wohnung tagsüber nur aus triftigen Gründen verlassen werden. Zwischen 22 und 6 Uhr sind die Ausgangsbeschränkungen weiter verschärft.

Sachsen-Anhalt: In Corona-Hotspots gilt die 15-Kilometer-Regel und gilt ab den Grenzen von Städten, Gemeinden oder Verbandsgemeinden. Sollte das gesamte Bundesland die Inzidenz von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den letzten fünf Tagen überschreiten, droht ganz Sachsen-Anhalt ein 15-Kilometer-Bewegungsradius.

Tagesausflüge erlaubt: Welches Bundesland den 15-Kilometer-Radius nicht einführt

Baden-Württemberg plant derzeit keine entsprechende Regel. In Nordrhein-WestfalenNiedersachsen und Thüringen entscheiden die Kommunden selbst darüber, auch in Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein haben Kommunen Mitspracherecht. In Berlin müssen die Bewohner bis zum 31. Januar immer einen triftigen Grund vorlegen, wenn sie die Wohnung verlassen, dazu zählen Arztbesuche, der Job oder Einkaufen.

Bei allen Bundesländern und Landkreisen, die die Bewegungsfreiheit nicht einschränken, bleibt es wie gehabt. Dort wird weiterhin der Verzicht auf „überregionale tagestouristische Ausflüge“ propagiert. Aber was bedeutet die Formulierung überhaupt? Ab wie vielen Kilometern Entfernung gilt ein Ausflug nicht mehr als regional? Tatsächlich gibt es hierzu keine eindeutige Aussage.

Der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Florian Hermann, hatte dazu beispielsweise gegenüber dem Sender „Antenne Bayern“ gesagt, dass es sich bei der Formulierung vor allem um ihre symbolische Wirkung handele. Einen genauen Radius, in dem man sich für Ausflüge bewegen darf, lege sie nicht fest. Wichtig ist auch: Überregionale Ausflüge sind – anders als touristische Übernachtungen – nicht verboten, es handelt sich vielmehr um einen dringenden Appell, darauf zu verzichten.

Außerdem fordern Bund und Länder die Bürger dazu auf, freizeitbezogene Aktivitäten und Besuche in Bereichen mit Publikumsverkehr zu unterlassen sowie auf nicht notwendige private Reisen und touristische Tagestouren gänzlich zu verzichten. Ebenso soll auf nicht notwendige Fahrten mit öffentlichen Beförderungsmitteln wie Bus und Bahn verzichtet werden, um die Coronavirus-Neuinfektionszahlen zu senken.

Mit wie vielen Menschen darf ich mich treffen?

Der Beschluss sieht vor, dass nur noch private Zusammenkünfte mit einer nicht im Haushalt lebenden Person erlaubt sind. Das gilt auch für Ausflüge in der Umgebung, zum Beispiel den Spaziergang im Wald.

Gelten in allen Bundesländern die gleichen Regeln?

Die meisten Beschlüsse werden eins zu eins in die Corona-Landesverordnungen übernommen. Es gibt aber auch feine Unterschiede zwischen den 16 Bundesländern – informier dich darüber immer detailliert über die Auflistung bei der Bundesregierung.