Der rasante Anstieg an Coronavirus-Neuinfektionen in Deutschland soll mithilfe deutlich verschärfter Kontaktbeschränkungen eingedämmt werden. Das trifft auch Menschen, die im November einen Urlaub geplant hatten. Die Regeln für Reisen lauten im Beschluss der Ministerpräsidenten von Ende Oktober wie folgt:

„Bürgerinnen und Bürger werden aufgefordert, generell auf nicht notwendige private Reisen und Besuche – auch von Verwandten – zu verzichten. Das gilt auch im Inland und für überregionale tagestouristische Ausflüge. Übernachtungsangebote im Inland werden nur noch für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke zur Verfügung gestellt.“

Pünktlich zur Halbzeit im Teil-Lockdown traten die Ministerpräsidenten am 16. November erneut zusammen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Das Ergebnis: Der Bund will den Teil-Lockdown aktuell noch nicht über verbindliche Regelungen verschärfen, berichtet das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). 

Was ist also aktuell erlaubt und was nicht? Wie erklären es:

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Touristische Übernachtungen sind verboten

Klar ist: Hotels, Ferienhäuser, Pensionen und andere Anbieter in Deutschland dürfen keine Touristen mehr beherbergen. Das kommt einem Urlaubsverbot im eigenen Land gleich, das gilt mit Start des Corona-Teil-Lockdowns ab dem 2. November erst einmal für vier Wochen. Diese Regeln gelten auch fürs Zelten und Campen, inklusive Dauercampen.

Ist Urlaub in Deutschland ab Dezember wieder erlaubt?

Der Bund-Länder-Beschluss zur Eindämmung von Corona wurde unter dem Motto „Jetzt Einschränkungen hinnehmen, um sich an Weihnachten wieder treffen zu können“ abgesegnet. 

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Ob das touristische Übernachtungsverbot jedoch über Ende November hinaus gelten könnte, ob also Reisen in Deutschland über Weihnachten und Silvester möglich sind, kann derzeit niemand sagen. Bund und Länder wollen sich im Laufe des Monats mehrmals zusammensetzen und über das weitere Vorgehen beraten. 

Sind Ausflüge trotz Teil-Lockdown noch erlaubt?

Was bedeutet aber die Formulierung „überregionale tagestouristische Ausflüge“? Ab wie vielen Kilometern Entfernung gilt ein Ausflug nicht mehr als regional? Tatsächlich gibt es hierzu keine eindeutige Aussage.

Der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Florian Hermann, sagte dazu beispielsweise gegenüber dem Sender „Antenne Bayern“, dass es sich bei der Formulierung vor allem um ihre symbolische Wirkung handele. Einen genauen Radius, in dem man sich für Ausflüge bewegen darf, lege sie nicht fest. Wichtig ist auch: Überregionale Ausflüge sind – anders als touristische Übernachtungen – nicht verboten, es handelt sich vielmehr um einen dringenden Appell, darauf zu verzichten.

Zur Halbzeit-Bilanz des Teil-Lockdowns fordern Bund und Länder die Bürger erneut dazu auf, freizeitbezogene Aktivitäten und Besuche in Bereichen mit Publikumsverkehr zu unterlassen sowie auf nicht notwendige private Reisen und touristische Tagestouren gänzlich zu verzichten. Ebenso soll auf nicht notwendige Fahrten mit öffentlichen Beförderungsmitteln wie Bus und Bahn verzichtet werden, um die Coronavirus-Neuinfektionszahlen zu senken.

Das Gleiche gilt auch für Ausflüge in Form von Verwandtenbesuchen. Auch auf diese sollen die Menschen verzichten, wenn sie nicht zwingend notwendig sind. 

Mit wie vielen Menschen darf ich mich treffen?

Die verschärfte Bundvorlage sieht vor, dass sich in der Öffentlichkeit nur noch Angehörige des eigenen und maximal zwei Personen eines weiteren Hausstandes treffen dürfen. Das gilt natürlich auch für Ausflüge in der Umgebung, zum Beispiel den Spaziergang im Wald.

Gelten in allen Bundesländern die gleichen Regeln?

Die meisten Beschlüsse werden eins zu eins in die Corona-Landesverordnungen übernommen. Es gibt aber auch feine Unterschiede zwischen den 16 Bundesländern, manche ermöglichen beispielsweise Kindern mehr Kontakte. Das RedaktionsNetzwerk Deutschland liefert einen Überblick, wie die verschärften Regelungen konkret umgesetzt werden