Stay at home – so lautet aus Sicht der Bundesregierung die Devise für den November. Sie hat im Zuge der verschärften Kontaktbeschränkungen aufgrund stark gestiegener Corona-Neuinfektionen auch ein Verbot für touristische Übernachtungen in Deutschlands ausgesprochen. Reisen im eigenen Land sind damit praktisch unmöglich.

Reisen ins Ausland sind erlaubt – aber nicht erwünscht

Paradox: Eine Reise ins Ausland bleibt hingegen möglich, solange die Grenze geöffnet ist und das Ziel die Einreise erlaubt. Denn: Einen Urlaub in anderen Ländern kann die deutsche Regierung nicht verbieten.

Wer trotz des Appells, auf alle nicht zwingend notwendigen Reisen zu verzichten, einen Urlaub plant, dem werden jedoch in vielen Fällen Steine in den Weg gelegt. Denn: Mittlerweile gelten alle Länder der EU aus deutscher Sicht ganz oder teilweise als Corona-Risikogebiet. Damit gilt nach der Rückreise in Deutschland die Pflicht zum Corona-Test und zur Quarantäne. 

Umgekehrt verbieten Länder wie Frankreich, Dänemark, Finnland, Tschechien und Ungarn deutschen Urlaubern die Einreise, andere Staaten in Europa setzen auf harte Quarantäne-Regeln, mit denen ein Urlaub praktisch unmöglich ist. Dazu zählt beispielsweise Norwegen. Es gibt aber auch Ausnahmen.

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Urlaub in Europa ohne Quarantäne für Deutsche

Denn in einigen Regionen wäre ein Urlaub derzeit ohne Konsequenzen möglich. Sie gelten nicht als Risikogebiet und das Auswärtige Amt hat keine Reisewarnung ausgesprochen. Hier gibt’s den Überblick.

Madeira und Azoren in Portugal

Während ganz Portugal und die Azoren als Risikogebiete gelten, bleibt die Insel Madeira risikofrei. Portugal erlaubt Touristen außerdem die Einreise, damit stünde dem Urlaub nichts im Wege.

Allerdings müssen Reisende bei Einreise persönliche Angaben zum Zielort, Reisegrund und ihrer Erreichbarkeit, auch während des Aufenthalts in Portugal, machen. Die mehrsprachige Einreisekarte wird von den Airlines einbehalten. Bei allen Einreisenden wird die Temperatur gemessen, wer mehr als 38 Grad hat, muss mit weiteren Untersuchungen und Maßnahmen, zum Beispiel Quarantäne, rechnen. 

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Anmeldung und Corona-Test für Madeira 

Wer nach Madeira will, muss eine Gesundheitserklärung abgeben. Das Formular wird von den Airlines und der Regionalregierung als Online-Formular für Madeira zur Verfügung gestellt. 

Außerdem ist für Madeira vor der Einreise ein Corona-Test Pflicht. Er darf maximal 72 Stunden vor Abflug durchgeführt worden sein. Alternativ können Touristen bei Einreise einen kostenfreien Covid-19-Test durchführen lassen, dessen Ergebnis in der Regel innerhalb von zwölf Stunden vorliegt. Bis dahin müssen die Urlauber aber im Hotel in Quarantäne. Für die Azoren wird ein Corona-Test benötigt, wenn die Touristen vom Festland aus dorthin fliegen.

Kanaren in Spanien

Gute Nachrichten auch für alle, die auf den Kanarischen Inseln den Sommer verlängern wollen: Die Inselgruppe mit Teneriffa, Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote, La Palma, La Gomera und El Hierro gilt seit dem 24. Oktober nicht mehr als Risikogebiet. Auch die Reisewarnung ist entfallen.

Für Urlauber bedeutet das, dass sie nach der Rückkehr in Deutschland nicht mehr wie bislang in Quarantäne müssen. Auch die Corona-Testpflicht entfällt. Das gilt allerdings nur für die Kanaren – der Rest Spaniens wird weiterhin als Risikogebiet eingestuft.

Informieren sollten die Touristen vorab über die Enwticklungen auf den Kanarischen Inseln. Die Regionalregierung macht einen Corona-Test zur Pflicht. Am Donnerstag, 29. Oktober, wurde ein Gesetzestext beschlossen, demnach für den Zugang zu den Beherbergungsbetrieben ein negativer Covid-19-Test vorgelegt werden muss. Dieser darf nicht älter als 72 Stunden sein und muss belegen, dass die Person kein Überträger der Krankheit ist. Das Gesetz soll innerhalb der nächsten 14 Tage in Kraft treten.

Griechische Inseln

Nach Griechenland ist die Einreise für Deutsche möglich, lange Zeit war es sogar ganz ohne Konsequenzen möglich. Inzwischen jedoch ist das Land stärker von Covid-19 betroffen. Und die Regionen Attika, Epirus, Mittelgriechenland (mit den Inseln Euböa und Skyros), Nördliche Ägäis, Ostmakedonien und Thrakien, Peleponnes, Thessalien, Westmakedonien und Zentralmakedonien gelten als Risikogebiete (Stand: 20. November), dort stiegen die Corona-Neuinfektionen über den kritischen Wert von durchschnittlich 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Lockdown in Griechenland nach Corona-Rekord

Die beliebten griechischen Inseln Rhodos, Kreta, Kos und Mykonos sind bisher nicht betroffen, eine Reise ist daher aktuell ohne Konsequenzen möglich. Aber: Touristen sollten sich darüber im Klaren sein, dass ganz Griechenland sich gerade im Lockdown befindet. Es gelten Ausgangssperren, Restaurants sind dicht.

Darauf müssen Reisende noch achten: Wer nach Griechenland will, sollte eines nicht vergessen: sich vorab anzumelden und einen Corona-Test zu machen.

Infos zur Corona-Testpflicht: Seit dem 11. November 2020 ist die Einreise nur noch mit einer Bescheinigung über einen negativen maximal 72 Stunden alten PCR-Test eines anerkannten Testlabors aus dem Abreiseland mit begleitender Diagnose in englischer Sprache unter Nennung von Name, Adresse und Pass/Personalausweisnummer möglich.

Infos zum QR Code: Spätetens 24 Stunden vor der Abreise muss das Online-Formular „Passenger Locator Form“ ausgefüllt werden. Reisende erhalten dann eine Bestätigung samt eines QR-Codes, der vorgezeigt werden muss. Wer ohne einreist, muss mit einer Strafe von 500 Euro rechnen. Einige Airlines und Fährgesellschaften verweigern auch die Mitnahme.

Urlaub außerhalb von Europa

Du willst trotz der Corona-Pandemie ins außereuropäische Ausland? Tatsächlich gibt es weltweit Ziele, die Touristen einreisen lassen. Dazu zählen beispielsweise einige Regionen in der Karibik sowie Namibia und die Seychellen in Afrika. Wir haben dir die Lage für Fernreisen im Herbst und Winter in einem Überblick zusammengefasst. Hier ein kleiner Vorgeschmack:

Karibik: Inseln ohne Reisewarnungen

  • Antigua und Barbuda: Negativer, maximal sieben Tage alter Corona-Test ist bei der Einreise vorzuweisen, ein weiterer Test erfolgt bei Einreise.
  • Grenada: Online-Registrierung und maximal sieben Tage alter Corona-Test sind Pflicht.
  • Kuba: PCR-Test bei der Einreise, Quarantäne für Touristen ist nicht vorgesehen.
  • St. Lucia: Online-Registrierung und maximal sieben Tage alter Corona-Test sind Pflicht; Aufenthalt nur im Hotelbereich erlaubt, Touren nur mit zertifizierten Anbietern.
  • St. Vincent und die Grenadinen: Online-Registrierung und maximal fünf Tage alter Corona-Test sind Pflicht.

Afrika-Urlaub: Staaten ohne Reisewarnung

  • Namibia: Vorlage eines maximal 72 Stunden alten negativen Corona-Tests.
  • Ruanda: Online-Registrierung und maximal fünf Tage alter negativer Corona-Test sind Pflicht; bei Einreise wird erneut getestet – Quarantäne bis zum Ergebnis in einer staatlichen Einrichtung.
  • Uganda: Maximal 72 Stunden alter negativer Corona-Test; Kontakt zu Einheimischen ist verboten; für Touristen sind nur bestimmte Gegenden geöffnet.