Wegen der extrem steigenden Corona-Neuinfektionszahlen gelten in Deutschland ab Montag massive Einschränkungen. Unter anderem wird auch ein faktisches Urlaubsverbot für Touristen durchgesetzt: Hotels, Pensionen, Ferienhäuser und andere Beherbergungsbetriebe dürfen Übernachtungsangebote nur noch für notwendige Zwecke wie zwingende Dienstreisen anbieten. Die Regelung tritt am 2. November in Kraft und gilt zunächst für vier Wochen.

Nach zwei Wochen wollen sich Bund und Länder über notwendige Anpassungen beraten. Können Reisende ihr bereits gebuchtes Hotel also kostenlos stornieren? Bleiben Reisen ohne Übernachtungen erlaubt? Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen dem Übernachtungsverbot und dem Beherbergungsverbot? Hier eine Übersicht:

Kann ich meinen Urlaub in Deutschland kostenlos stornieren?

Mit dem Beschluss über das Übernachtungsverbot für die gesamte Bundesrepublik wird die Rechtslage im Vergleich zum Beherbergungsverbot nun klarer.

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So haben Urlauber laut Reiserechtsanwalt Paul Degott ein Recht darauf, das Geld fürs gebuchte Hotelzimmer oder Ferienhaus zurückzubekommen, wenn die Unterkunft Reisende aufgrund einer Verordnung nicht beherbergen dürfen. Das ist mit dem Inkrafttreten des Übernachtungsverbots der Fall. Reisende können ihren Urlaub also kostenlos stornieren. Die Verbraucherzentrale rät, sich auf die „Unmöglichkeit der Leistung“ zu beziehen.

Auch bei Pauschalreisen bekommen Urlauber ihr Geld zurück. Reiseveranstalter können einen Gutschein anbieten, den Reisende aber nicht akzeptieren müssen. Da das Übernachtungsverbot aber zunächst nur für vier Wochen gilt, sind kostenlose Stornierungen über den November hinaus noch nicht möglich.

Wer zum Beispiel einen Skiurlaub im Januar gebucht hat, kann aus Angst vor dem Coronavirus nicht kostenlos von dem Urlaub zurücktreten. Degott rät in diesem Fall, mit dem jeweiligen Hotelier in Kontakt zu treten, um über mögliche Umbuchungen oder Kulanzregelungen zu sprechen. 

Kann ich mein Bahn-Ticket kostenlos stornieren?

Auch Bahntickets können nicht ohne weiteres kostenlos storniert werden, denn die Bahn hat lediglich einen Beförderungsvertrag. Da sie diesen unabhänigig von dem Übernachtungsverbot erfüllen kann, gelten die jeweiligen Stornierungsbedingungen für das gebuchte Ticket. 

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Da es aktuell nicht, wie im Frühjahr, spezielle Kulanzregelungen bei der Deutschen Bahn gibt, gelten die normalen Beförderungsbedingungen.

Was ist der Unterschied zum Beherbergungsverbot? 

Der Unterschied zum Beherbergungsverbot liegt darin, dass Touristen eine Übernachtung überhaupt nicht mehr angeboten werden darf. Nur für notwendige Zwecke wie zwingende Dienstreisen dürfen die Hotels Zimmer anbieten – Risikogebiete innerhalb Deutschlands spielen keine Rolle mehr. 

Beim Beherbergungsverbot hingegen konnten Touristen aus Corona-Hotspots ganz normal in einem Beherbergungsbetrieb übernachten, wenn sie einen negativen Corona-Test vorweisen konnten. Diese Möglichkeit entfällt nun komplett. 

Darf ich in Deutschland noch Ausflüge machen?

Das Reisen in Deutschland generell ist nicht verboten, auch wenn Hotels, Ferienwohnungen oder Gästehäuser nicht mehr für touristische Zwecke zur Verfügung stehen. Ein Besuch bei der Familie oder Freunden ist weiterhin erlaubt, sofern die Corona-Regeln eingehalten werden. So dürfen sich ab dem 2. November nur noch Angehörige zweier Haushalte treffen – maximal zehn Personen.

Gleichzeitig fordert der Bund aber dazu auf, generell auf private Reisen und auf Verwandtenbesuche zu verzichten. Das gilt auch für Tagesausflüge.