Im November tritt ein Urlaubsverbot in Deutschland in Kraft: Denn Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Mittwochabend in einer Pressekonferenz verkündet, dass sich Bund und Länder darauf geeinigt haben, touristische Übernachtungsangebote im Inland zu verbieten. Hotels dürfen Touristen also nicht beherbergen. Übernachtungsangebote dürften nur noch für notwendige Zwecke wie zwingende Dienstreisen gemacht werden.

Diese Entscheidung ging bereits aus einer Beschlussvorlage des Bundes hervor, welche dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) am Mittwochmorgen, 28. Oktober vorlag. Über diese und weitere Maßnahmen hatten sich Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer im laufe des Tages beraten. Dabei kam heraus, dass die verschärften Maßnahmen ab dem 2. November deutschlandweit bis zum 30. November in Kraft treten. Nach zwei Wochen soll aber über notwendige Anpassungen beraten werden. 

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Übernachtungsverbot ab November kommt

Das Übernachtungsverbot trifft aber nicht nur Beherbergungsbetriebe, sondern auch Reisende hart: Urlaub in Deutschland könnte dadurch fast den gesamten November über verboten sein. Denn Übernachtungsangebote dürften nur noch für notwendige Zwecke gemacht werden, beispielsweise für zwingende Dienstreisen.

Weiterhin erlaubt wäre beispielsweise ein Besuch bei der Familie oder bei Freunden – unter Einhaltung der anderen Maßnahmen. Alle Deutschen werden jedoch aufgefordert, generell auf private Reisen und auf Verwandtenbesuche zu verzichten. Auch diese Regelung soll ab November bis Ende des Monats gelten.

Bereits im Vorfeld hatte Merkel mehrfach an die Bevölkerung appelliert, nur noch zwingend notwendige Treffen durchzuführen.

Touristikverband: Es geht ums reine Überleben

Für die Touristikbranche ist das der nächste herbe Schlag in diesem Jahr. Beim Deutschen Tourismusverband (DTV) stößt ein solcher Reise-Lockdown nicht auf Verständnis stoßen: „Das Robert-Koch-Institut hat mehrfach in seinen Lageberichten darauf hingewiesen, dass das aktuelle Infektionsgeschehen vor allem mit vermehrten Häufungen in Zusammenhang mit privaten Feiern steht. Übernachtungen oder Restaurantbesuche spielen dagegen kaum eine Rolle“, teilt der DTV-Geschäftsführer Norbert Kunz mit. 

Die touristischen Akteure hätten seit Monaten mit Schutz- und Hygienekonzepten für Sicherheit im Deutschland-Tourismus gesorgt. „Wenn es jetzt zu Restaurantschließungen kommt, ist das ein herber und Existenzen gefährdender Rückschlag auch für die Beherbergungsbetriebe und alle Bereiche des Deutschland-Tourismus“, so Kunz. Für viele Unternehmen in der Branche gehe es gerade um das reine Überleben. 

Zudem sei von den fast 25 Milliarden Euro an Überbrückungshilfen, die zur Verfügung stehen, kaum etwas bei den existenzbedrohten Betrieben angekommen. Es sei daher gut, dass die Bundesregierung angekündigt hat, hier bald nachzusteuern. „Wenn sich die Situation jetzt aber weiter in dem Maße verschärft wie bisher und die Branche quasi wieder in den Lockdown geschickt wird, müssen die verbesserten Überbrückungshilfen unverzüglich noch ab November wirksam werden.“