Kreta, Rhodos, Kos, Korfu und Zakynthos: Die griechischen Inseln zählen für deutsche Urlauber zu den Top-Reisezielen im Mittelmeer. Während es in Deutschland und Mitteleuropa schon richtig herbstlich wird, warten in Griechenland vielerots noch deutlich über 20 Grad Celsius und viel Sonnenschein.

Wer dem deutschen Herbst also entfliehen möchte, muss nur in den Flieger steigen. Und für Griechenland-Fans gibt es gute Neuigkeiten: Das Land ist neben Lettland das einzige Land in der EU, das noch nicht zumindest teilweise Risikogebiet ist. Es gilt auch keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

So ist die aktuelle Corona-Lage in Griechenland

Insgesamt gibt es in dem Land bisher 31.496 gemeldete Covid-19-Fälle (Stand: 27. Oktober). 581 Menschen starben in dem Land in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Allerdings steigen auch in Griechenland die Corona-Neuinfektionszahlen: Der Inzidenzwert liegt nun nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten landesweit bei durchschnittlich 53,09 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage – und damit über dem kritischen Wert von 50. 

Regionale Schwerpunkte sind dem Auswärtigen Amt zufolge die Regionen Attika (Hauptstadtregion Athen), Epirus, West- und Zentralmakedonien (Thessaloniki) sowie einige Inseln. Es könnte also sein, dass die deutsche Bundesregierung kurzfristig auch Regionen in Griechenland zum Risikogebiet erklärt und eine Reisewarnung ausspricht. In der Folge wäre dann für Reiserückkehrer ein Corona-Test nötig, bis zum Erhalt des negativen Ergebnisses würde eine Quarantänepflicht gelten.

Aktuell ist dies nicht nötig, es gelten allerdings vor Ort Regeln, die Urlauber beachten müssen.

Einreise nach Griechenland nur mit QR-Code 

Reisen in alle Landesteile sowie zu allen griechischen Inseln sind für Deutsche nach Angaben des Auswärtigen Amtes möglich, lediglich der Seeweg von und nach Albanien und in die Türkei ist gesperrt. Allerdings müssen sich Urlauber hierfür vor der Anreise anmelden. Reisende müssen sich bis spätestens 24 Stunden vor der Einreise auf der Website der Zivilschutzbehörde registrieren und die „Passenger Locator Form“ (PLF) ausfüllen, eine Bestätigung kommt per Mail.

Alternativ können Reisende das Formular auch über die mobile App Visit Greece, die im Play Store und im App Store erhältlich ist, ausfüllen. Beide Angebote sind auf Deutsch und Englisch. Es gilt die Regel: Eine Anmeldung ist für eine Haushaltsgruppe gültig – Familienangehörige oder Partner müssen also nur eine Anmeldung ausfüllen.

Um kurz nach 23 Uhr am Tag vor der Abreise erhalten Reisende dann einen QR-Code, der ebenfalls für alle gilt, die im Anmeldeformular eingetragen sind. Während die griechischen Behörden auf ihrer Seite darauf hinweisen, dass alle Personen, die in einem Haushalt leben, nur gemeinsam eine PLF ausfüllen sollen, verlangen einige Airlines von jeder Person über 18 Jahre ein eigenes Formular. 

Der QR-Code kommt per E-Mail, er kann entweder auf dem Handy vorgezeigt werden oder in ausgedruckter Form. Viele Airlines wollen den Code bereits beim Check-in sehen, damit Urlauber vor Ort keine Probleme bei der Einreise bekommen.

Urlaub in Griechenland: So steht es um Corona-Tests

Wer mit dem Kreuzfahrtschiff nach Rhodos, Kreta, Korfu, Peloponnes oder in die Städte Volos und Piräus kommt, muss einen maximal 72 Stunden alten negativen Corona-Test vorweisen.

Wer mit dem Flugzeug aus Deutschland kommt, braucht keinen Covid-Test. Allerdings testen die griechischen Behörden stichprobenartig bei der Einreise, bis zur Vorlage des negativen Ergebnisses sollen sich Touristen selbst isolieren.

Trotz Corona nach Griechenland: Maskenpflicht gilt fast überall

Wie in Deutschland gibt es auch in Griechenland Schutzmaßnahmen, um die Ausbreitung der Covid-19-Pandemie einzudämmen. In weiten Teilen Griechenlands gilt seit Samstag, 24. Oktober, eine allgemeine Mundschutzpflicht.

Vor allem Großstädte und Metropolregionen, aber auch bei Urlaubern beliebte Orte wie Mykonos, Samos und Kretas Hauptstadtregion Heraklion, die Hauptstadtregion Athen und die Hafenstadt Thessaloniki sind betroffen. Dazu kommen: Thira, Trikala, Attika, Pella, Boeotia, Larissa, Serres, Achaia, Zakynthos, Karditsa und Kea-Kythnos. 

Für diese insgesamt 19 Regionen gilt auch ein nächtlicher Lockdown von 0.30 bis 5 Uhr. Nur Menschen, die in der Nacht arbeiten, dürfen in dieser Zeit das Haus verlassen. Damit will die Regierung laut „Greek Reporter“ versuchen, einen kompletten Lockdown zu umgehen. 

Die griechischen Behörden haben für die Corona-Maßnahmen eine digitale Karte entwickelt, die immer wieder aktualisiert wird. Je nach Farbe – grün, gelb, orange und rot – gelten verschiedene Maßnahmen. In den rot markierten Gebieten gibt es einen lokalen Lockdown: Private Zusammenkünfte sind verboten und Geschäfte, Museen und Co. müssen geschlossen bleiben. Die Maskenpflicht drinnen wie draußen und die nächtliche Ausgangssperre gelten für alle roten und orangefarbenen Regionen.

Außerdem setzt das Land ebenfalls auf Social Distancing, also die bewusste räumliche Trennung von Menschen. Wer sich also im öffentlichen Raum bewegt, ist dazu verpflichtet, einen Sicherheitsabstand zu allen Personen einzuhalten, die nicht Teil des eigenen Haushalts sind. 

Auch „herkömmliche“ Hygienemaßnahmen, etwa das regelmäßige Händewaschen, empfiehlt die Regierung. Hierunter fallen auch die Nies-und-Husten-Etikette sowie die richtige Entsorgung von Taschentüchern. 

Wer Krankheitssymptome wie Husten oder Fieber aufweist, ist außerdem angehalten, sich bei der örtlichen Gesundheitsbehörde zu melden.