Tagsüber sorgt der Herbst für viele bunte Blätter und goldene Farben, wohin das Auge reicht – aber nicht überall. Einige Orte in Deutschland sind besonders in der dunklen Jahreszeit derart gruselig, dass sie aus einem Horrorfilm stammen könnten. Meist sind es Lost Places, die dich durch ihren Verfall auch am Tag das Fürchten lehren. Darunter sind verlassene Heilstätten, mysteriöse Villen und eine Höhle mit bizarren Knochenfunden. Der reisereporter hat weitere Gruselstätten ergänzt. Traust du dir zu, die Orte beispielsweise an Halloween aufzusuchen?

Gespensterwald – Nienhagen

Der Gespensterwald an der Ostseeküste in Nienhagen ist eigentlich ein wunderschöner Ort – zumindest bei strahlendem Sonnenschein. Doch im Herbst und Winter kann es dort ganz schön düster werden. Wenn nämlich nachts Nebel aufzieht, erscheinen die großen, dürren Bäume wie unheimliche Gestalten im Mondlicht.

Knackende Äste im Wind und kleine Tierchen in der Umgebung, die komische Geräusche von sich geben, können da schnell beängstigend werden, schreibt „Travelcircus“.

Der Gespensterwald Nienhagen.

Schlosshotel Waldlust – Freudenstadt

Eigentlich ist in einem Hotel immer was los: Gäste checken ein und aus und das Personal tut alles, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Doch einige Hotels in Deutschland stehen schon seit Jahren leer und verkommen daher zu Lost Places.

Durch den Verfall sind sie alle irgendwie gruselig. Aber ein leer stehendes Hotel im Schwarzwald lässt dir bestimmt einen Schauer über den Rücken laufen: Denn das Schlosshotel Waldlust in Freudenstadt bei Stuttgart soll verflucht sein – zumindest, wenn man den Legenden glaubt.

In den 30er-Jahren war es ein edles Luxushotel, das sogar von Fürsten, Sultanen und Königen besucht worden sein soll. Doch im Zweiten Weltkrieg wurde es zum Lazarett umfunktioniert, sodass viele Menschen in den prunkvollen Räumen ihr Leben verloren.

Aktuelle Deals

Allerdings ist das noch nicht alles. Nachdem das Gebäude wieder als Hotel öffnete, soll die gute Seele des Hauses, Adele B., im Jahr 1949 ermordet worden sein. Das berichtet der „Südkurier“. Ihr Geist soll deshalb dort sein Unwesen treiben. 

Vor diesem Hintergrund sprachen bereits in den 1960er-Jahren Angestellte von Geistererscheinungen. Da sich die Vorfälle häuften, wurde das Hotel als Ort unerlöster Seelen bekannt. Seit 2005 ist das Hotel geschlossen. Wer aber selbst herausfinden möchte, ob es in dem Hotel nun wirklich spukt, der kann bei einer kostenlosen Führung auf Geisterjagd gehen. 

Haus Fühlingen – Köln

Ein weiteres Gruselhaus ist das Haus Fühlingen in Köln. Denn in dem Gebäude sowie auf dem dortigen Grund und Boden sind viele Menschen gestorben. Historisch belegt ist, dass auf der Fühlinger Heide im Jahr 1288 über 1000 Menschen bei einer blutigen Ritterschlacht ums Leben gekommen sind.

Doch damit nicht genug: Einst gehörte das Haus dem ehemaligen NS-Richter Gerhard van K., der sich in der Silvesternacht 1962 im zweiten Stock des Gebäudes erhängte. Dann fanden 2007 Jugendliche eine weitere Leiche im Haus Fühlingen – und auch dieser Mann soll sich im zweiten Stock erhängt haben. 

Das Haus Fühlingen in Köln gehört zu den gruseligsten Orten in Deutschland.

Teufelsberg – Berlin

In Deutschlands Hauptstadt Berlin findest du so einige Lost Places. Auf dem Teufelsberg beispielsweise befinden sich die markanten Bauten einer Flugüberwachungs- und Abhörstation der US-amerikanischen Streitkräfte. Nach dem Kalten Krieg zog das Militär ab und die Anlage wurde von 1991 bis 1999 als Flugsicherungs-Radarstation genutzt. Seitdem stehen die Gebäude leer und verfallen.

Als Relikt jener Zeit lässt es seinen Besuchern aber nicht nur deshalb kalt den Rücken runterlaufen. Durch den Verfall versprühen die runden Kuppeln eine Art Endzeit-Flair, der wie in einem Film den Untergang der modernen Welt darstellen könnte.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Der Teufelsberg gehört zu den gruseligsten Orten in Deutschland.

Spreepark – Berlin

Ebenfalls in Berlin findest du den Kulturpark Plänterwald, später Spreepark genannt. Er wurde 1969 zum 20. Geburtstag der DDR eröffnet. Damals war er der einzige große Vergnügungspark im Osten. Doch seit 2002 ist Schluss mit dem Vergnügen: Aufgrund von Insolvenz musste der beliebte Freizeitpark schließen.

Seitdem liegt das Gelände brach und hat sich zu einem beliebten Lost Place in Berlin entwickelt. Und auch wenn mittlerweile fast alle alten Fahrgeschäften aus der DDR verschwunden sind, ist das große Riesenrad immer noch da. Traust du dich bei Nacht, dem quietschenden Metall im Wind zu lauschen?

Der Spreepark gehört zu den gruseligsten Orten in Deutschland.

Heilstätten Beelitz – Beelitz

Bei dem Gedanken an eine echte Klinik schüttelt es dich vor Angst? Dann solltest du diese Location vielleicht besser nicht aufsuchen. Denn die Heilanstalten von Beelitz könnten auch aus einem Horrorfilm stammen. Geflieste Wände, schwere Türen und zurückgelassene Behandlungsstühle erinnern an eine Zeit, in der sich Patienten dort von der Lungenkrankheit Tuberkulose erholten. 

Während die Klinik bei der Eröffnung 1902 als größtes und modernstes Krankenhaus der Welt galt, hat sich der Ruhm nun umgewandelt. Heute sind die Heilstätten einer der beliebtesten verlassenen Orte Europas und ziehen aufgrund des Verfalls Hobbyfotografen, Geschichtsinteressierte und Filmteams gleichermaßen an. Über einen Baumwipfelpfad können die Heilstätten besichtigt werden. Das Betreten ist streng verboten.

Die Heilanstalten von Beelitz sind ein beliebtes Fotomotiv, denn die verfallenden Räumlichkeiten sind äußerst gruselig.

Erlebnisbad Basso – Bad Schmiedeberg

Das Erlebnisbad Basso hat sich von einem Ort voller Spaß in einen Ort des Grauens gewandelt. Als 1993 das Spaßbad eröffnete, war es das erste seiner Art in den neuen Bundesländern. Besucher aus umliegenden Städten wie Leipzig und Wittenberg strömten dorthin. 

Doch schon bald wurden weitere moderne und spannende Erlebnisbäder in der Umgebung gebaut, sodass aufgrund geringer Besucherzahlen das Erlebnisbad 2009 endgültig geschlossen wurde. Seitdem hat sich die Natur die Umgebung Stück für Stück zurückgeholt. Staub, Gräser, von der Sonne ausgebleichte Geräte und Graffiti an den Wänden sorgen für den üblichen Lost-Place-Charakter. 

Rotenfels – Ebernburg

Fast majestätisch scheint der Rotenfels im Gebiet Saar-Hunsrück zu sein. Statt gruselig wirkt die Landschaft eher idyllisch. Aber nicht die Umgebung lässt Wanderer lieber zweimal überlegen, ob sie den Berg wirklich erklimmen sollen, es ist der unheimliche Spitzname des Rotenfels.

Denn der Rotenfels bei Ebernburg wird auch „Suizidfelsen“ genannt. Viele Menschen haben sich dort freiwillig das Leben genommen, andere sind verunglückt. Augenzeugen berichten daher von schaurigen Erscheinungen wie Geistern und rätselhaften Licht-Phänomenen.

Der Rotenfels gehört zu den gruseligsten Orten in Deutschland.

Ofnethöhlen – Nördlingen

33 Schädel von Frauen, Männern und Kindern – diesen schaurigen Fund hat ein Forscher vor über 100 Jahren in den Ofnethöhlen im bayerischen Nördlingen gemacht. Aber bis heute weiß keiner so genau, warum die Schädel da lagen.

Eine Theorie besagt, dass die Höhlen vor über 10.000 Jahren Schauplatz grausamer Rituale waren – denn alle Schädel waren nach Westen ausgerichtet und zum Teil mit Schmuckbeigaben versehen.

Halbinsel Wustrow – Ostsee

Ein sogar lebensgefährlicher Ort ist die Halbinsel Wustrow an der Ostsee (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Dorf). Das Gelände der zehn Quadratkilometer großen Halbinsel wurde bis in die 1990er-Jahre militärisch genutzt, unter anderem während des Zweiten Weltkriegs, als sich Hitler dort Flugabwehrgeschütze vorführen ließ.

Nach dem Krieg wurde Wustrow zum Spionagestützpunkt der Roten Armee umfunktioniert. Dementsprechend finden sich noch heute zerfallene Wohnsiedlungen, Ruinen und Relikte der Kriegszeit dort, die nicht geortet werden können. Das macht ein Betreten der Halbinsel so gefährlich. Daher ist der Ort der Öffentlichkeit bisher nicht legal zugänglich.

Burg Friedland – Friedland

Die Burg Friedland in der gleichnamigen Kleinstadt ist ein beliebtes Ausflugsziel. Aber vor allem männliche Besucher sollten sich in Acht nehmen: Denn eine Legende besagt, dass durch die Gänge der mordlustige Geist der Königstochter wandelt.

Zu Lebzeiten soll sie aus Stolz alle Verehrer abgelehnt haben. Da der König somit keinen Erben erhielt, soll er sie auf seinem Sterbebett verflucht haben. Ihr Geist soll seither als Weiße Frau durch die Burganlage streifen und versuchen, Männer von hinten zu erwürgen. Männern wird daher geraten, sie bei einer Begegnung nicht anzusprechen, nicht zu fluchen, nicht nach ihr zu schlagen und sie auf keinen Fall anzusehen.

Michaelskapelle – Oppenheim

Die Katakomben in Paris gehören zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in der Stadt. Wenn du aber Schädel und Knochen von echten Menschen sehen willst, brauchst du gar nicht so weit zu reisen. Denn in der Michaelskapelle in Oppenheim sind die Gebeine von über 3000 Toten aufgetürmt.

Im Kellerbereich sollen im Mittelalter sogar die Überreste von bis zu 20.000 Menschen aufbewahrt worden sein, weil es einfach keinen Platz mehr für neue Gräber gab. Nun kannst du bei einer speziellen Führung das ganze Gewölbe besichtigen, wenn du dich traust.

Geister-Bahnhöfe in ganz Deutschland

Besonders schaurig kann es außerdem an verwaisten Bahnhöfen werden. Denn gibt es etwas gruseligeres als einen Ort, den eigentlich Menschen mit Leben füllen müssten? In Deutschland gibt es einige Bahnhöfe, an denen längst kein Zug mehr hält. 

Der Postbahnhof Leipzig zum Beispiel war von 1912 bis 1994 einer der wichtigsten Knotenpunkte des mitteldeutschen Bahnpostverkehrs. Da der Transport aber allmählich von der Schiene in die Luft und auf die Straßen verlagert wurde, war die Funktion des Bahnhofs hinfällig.

200 Meter Länge misst das Hauptgebäude auf 16.000 Quadratmetern Fläche.

Und auch in München gibt es einen solchen Lost Place. Die Ruine des früheren S-Bahnhofs Olympiastadion am Riesenfeld in München ist nach einem Unfall mit spielenden Kindern im Jahr 1988 zu einer Geisterstätte geworden. Wiederbelebungsprojekte sind jedoch im Gespräch.