Auf Kamelen, Eseln oder Pferden zu der bedeutendsten Sehenswürdigkeit in Ägypten zu reiten – bisher war das für Touristen an den Pyramiden von Gizeh Alltag. Doch das soll sich nun ändern: Tierschützer freuen sich über einen Erfolg, denn laut der Tierschutz-Organisation Peta hat das ägyptische Ministerium für Tourismus und Antiquitäten Pläne zum Verbot vorgelegt.  

Das Verbot solle für das ganze Areal rund um die weltberühmten Pyramiden gelten und ebenso in den archälogischen Stätten. Auf der Website des Ministeriums ist noch nichts von den Plänen zu lesen, Peta berichtet aber davon, dass das Ministerium den Vorschlag der Tierschützer aufgreifen wolle, künftig elektronische Wagen und Kleinbusse einzusetzen, um die Touristen rund um die Pyramiden von Gizeh zu befördern. 

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Esel- und Kamelreiten in Ägypten: Darum ist es Tierquälerei 

Peta betont, dass dem geplanten Verbot ein langer Prozess vorausging. Mehr als 250.000 Unterstützer hätten das Ministerium im vergangenen Jahr kontaktiert, zudem hätten sich Vertreter von Peta Asia mit Regierungsvertretern getroffen.

Das Reiten von Kamelen, Eseln und Pferden in Touristengebieten in der Wüste steht immer wieder in der Diskussion – nicht nur in Ägypten. Die Tiere werden oft misshandelt, um den Touristen als Transportmittel zu dienen, und müssen oft stundenlang viel zu viel Last in der prallen Sonne tragen, ohne ausreichend Futter und Wasser zu bekommen.

Eselreiten und Kutschfahrten sind in einigen Gegenden bereits verboten 

Weigern sich die Tiere, wird Gewalt angewendet, um sie anzutreiben. Videoaufnahmen zeigen immer wieder, wie völlig erschöpfte Tiere kollabieren und selbst dann noch geschlagen werden, um weiterzugehen.

Das Gebiet rund um die Pyramiden von Gizeh ist nicht das erste, in dem Kamel-, Esel- und Pferdereiten verboten sind. In Malta wurden in den Städten jüngst Kutschfahrten verboten, in Mijas in Andalusien ist dicken Menschnen das Eselreiten untersagt. 

Auch auf der griechischen Urlaubsinsel Santorin dürfen Esel keine Touristen mehr tragen, die schwerer als 100 Kilogramm sind. Diese Regelung wird jedoch immer wieder missachtet. Peta kündigte an, gerade auf Santorin ein Verbot intensiv weiterzuverfolgen.