Die französischen Kolonialherren bezeichneten sie einst als kommendes „Nizza des Ostens“. Und tatsächlich: Die rund 400.000 Einwohner zählende Großstadt Nha Trang im Südostens Vietnams und das Umland sind längst eine touristische Boom-Region.

Wo einst blecherne Fischerhütten am Mündungsarm des Cai River standen, recken sich heute Dutzende Hotels in die Höhe. Während sich tagsüber sportbegeisterte Adrenalinjunkies auf dem Jetski oder Surfbrett den Seewind um die Ohren wehen lassen, pulsiert am Abend ein ausgelassenes Nachtleben in den Schluchten der Stadt.

Nha Trang mit der Vespa entdecken

Und doch hat Nha Trang viel Sehenswertes. Das entdeckt man am besten bei einer Vespa-Tour. Die Fahrer kennen sich aus, vor allem mit dem für viele Westeuropäer chaotisch anmutenden Verkehr zur Rushhour.

Die Tour beginnt beim Cham-Tempel, der auf die mehr als 1.000 Jahre alte Geschichte der Region zurückblickt. Bereits im achten Jahrhundert wurde die hinduistische Tempelanlage namens Po Nagar durch das immer noch geheimnisumwitterte Volk der Cham erbaut, das einst große Teile Süd- und Zentralvietnams bevölkerte. Der Zerstörung im elften Jahrhundert folgte der Wiederaufbau, erzählt uns unser Vespa-Tourführer.

Die Tempelanlage Po Nagar in Nha Trang wurde Mitte des achten Jahrhunderts von den Cham gebaut und nach ihrer Zerstörung im elften Jahrhundert wieder aufgebaut. Sie wurde aufwendig restauriert.

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Höhepunkt der sehenswerten Anlage sind die über und über mit figürlichen Fresken übersäten Türme, die teilweise auf mehreren Etagen begehbar sind. Wer in sie hineingeht, entdeckt religiöse Schreine und wird betört sein vom Duft der Räucherstäbchen. Vor allem die Tänze der Cham verzaubern bis heute Einheimische und Touristen. Auffallend: Die Frauen tragen dabei Saris und binden gern Kopftücher über ihre Kegelhüte.

Buddhastatue ist ein Wahrzeichen

Weiter geht’s zur großen, weißen Buddhastatue, die die gesamte Stadt überragt. An der Außenmauer erinnern Büsten in stilisierten Flammen an die Selbstverbrennungen von Mönchen im Rahmen der Proteste gegen das damalige Regime im Jahr 1963. Die Vielfalt der Religionen und zugleich die koloniale Vergangenheit spiegelt auch die 1930 eingeweihte Christ-Königs-Kathedrale im Zentrum der Stadt wider. Sie ist im typisch französischen Gotikstil mit bunten Mosaikfenstern erbaut.

Der 14 Meter hohe, weiße Buddha im Long-Son-Tempel ist Nha Trangs inoffizielles Wahrzeichen.


Fast schon bescheiden wirkt dagegen das Wohnhaus des Bakteriologen Alexandre Yersin. Der 1863 geborene Schweizer Wissenschaftler, der viele Jahre im heutigen Vietnam lebte und forschte und 1943 schließlich in Nha Trang starb, ist bis heute eine geschätzte Berühmtheit in Südostasien. Er gilt als Entdecker des Beulenpest-Bazillus. Im Pasteur-Institut der Stadt findet sich ein Yersin-Museum, an der Uferpromenade sein Denkmal.

Im Herbst kommen die Wirbelstürme

Die Menschen in Nha Trang würdigen Yersin nicht nur als medizinischen Forscher. Nein, Yersin gelang es zudem, Taifune vorherzusagen, was vielen Fischern der Region das Leben rettete. Da Nha Trang im Einzugsbereich herbstlicher Wirbelstürme liegt, muss bis heute der Fischfang in den Monaten von Oktober bis November eingestellt werden. Auf seinem Grabstein in Nha Trang wird an Alexandre Yersin mit folgenden Worten erinnert: „Wohltäter und Humanist, verehrt vom vietnamesischen Volk“.

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Besuch von Dam-Markt ist ein Muss

Weit lebhafter und wuseliger geht es auf dem Dam-Markt zu. Er ist die erste Adresse für lokale Produkte und asiatischen Krimskrams zu moderaten Preisen. Mit drei Stockwerken voller Stände und Boutiquen ist der Markt ein überwältigendes Erlebnis, ein Muss. Warum? Weil hier außer ein paar Touristen vor allem Einheimische einkaufen.

Viele Reisende wissen die Vielfalt der vietnamesischen Küche zu schätzen.

Hier findet man einfach alles: Kleidung, Schuhe, Taschen, Designerwaren – echt und gefälscht –, Elektronik, touristischen Nippes und diverse Imbissstände. Vor allem die Läden mit den überbordenden Meeresfrüchten sind sehenswert. Lokale Spezialitäten wie getrocknete Garnelen oder Tintenfische lassen Besucher staunen. Wer etwas findet, was ihm gefällt, und es erwerben will, sollte unbedingt feilschen. Erstgenannte Preise sind meistens etwas überhöht, auch wenn sie vielen Europäern niedrig vorkommen. Mit leeren Händen geht hier kaum jemand vom Markt.

Was für ein aufregender Tag! Ein Kaffeehausbesuch und ein Abendessen am Fluss runden die mehrstündige, lohnenswerte Tour durch die quirlige Stadt ab.

Cam-Ranh-Bucht ist ein kleines Paradies

Nur wenige Kilometer vor den Toren der Metropole ticken die Uhren völlig anders, ist man fernab von jedem Massentourismus. Hier, wo die für ihre 300 Sonnentage berühmte Cam-Ranh-Bucht sich nach Süden erstreckt, haben die Launen der Natur ein kleines Paradies hinterlassen. Kilometerlange, teils palmengesäumte weiße Sandstrände mit von dichtem Dschungel bedeckten Bergen im Hintergrund prägen diesen Küstenabschnitt am Südchinesischen Meer.

Nicht weit von der Küstenstadt Nha Trang entfernt erstreckt sich die Cam-Ranh-Bucht, zu der bisher noch nicht allzu viele Touristen kommen.


Wer sich für den Vietnamkrieg und seine Folgen interessiert, für den dürfte Cam Ranh kein unbeschriebenes Blatt sein. Hier befand sich eine der größten US-Militärbasen während des schrecklichen Krieges. Nach der Befreiung Vietnams im Jahr 1975 richtete sich in Cam Ranh die sowjetische Pazifikflotte ein. 1983 sollen hier rund 2.000 Soldaten und Militärberater stationiert gewesen sein. Erst 2002, nachdem Vietnam die jährliche Pacht für den Stützpunkt auf 200 Millionen Dollar hochschraubte, wurde die russische Flagge dann endgültig eingeholt.

Traumstrände und Palmen

Heute ist von der militärischen Vergangenheit nichts mehr zu sehen. Im Gegenteil: Traumstrände und Palmen bestimmen das Bild. Und es wird gebaut. Bereits 2017 eröffnete das Luxusresort The Anam. Es nimmt den Gast mit auf eine Zeitreise in die koloniale Vergangenheit. Der Name ist aus der Landessprache von Annam abgeleitet und steht für die alte Bezeichnung Vietnams.

Während Destinationen in China und Thailand Einbrüche verzeichnen oder stagnieren, holt Vietnam von Jahr zu Jahr auf.

Martin Koerner, Marketingchef des Luxusresorts The Anam

Die gut 200 Villen und Zimmer verbinden traditionelle indochinesische Architektur mit modernem Design. „Während Destinationen in China und Thailand Einbrüche verzeichnen oder stagnieren, holt Vietnam von Jahr zu Jahr auf“, sagt Marketingchef Martin Koerner. Das Anam wurde vom britischen „Telegraph“ bereits zu einem der 50 romantischsten Urlaubshotels weltweit gekürt.

Das Luxusresort The Anam war 2018 Drehort der deutschen „Bachelor“-Staffel.


Das Potenzial haben inzwischen auch Fernsehanstalten in Amerika und Europa erkannt. Als 2018 der deutsche „Bachelor“ seiner Auserwählten die letzte Rose überreichte, geschah dies im Hotel The Anam.

Tipps für deine Reise nach Vietnam

Anreise: Mit dem Flugzeug von Deutschland nach Saigon oder Hanoi in Vietnam. Von dort geht es weiter nach Nha Trang. Der Flughafen liegt 35 Kilometer außerhalb der Stadt. Airport-Busse und Taxis fahren in die Stadt.

Einreise: Aktuell gibt es coronabedingt noch eine Einreisesperre für ausländische Reisende.

Beste Reisezeit: In der Region herrscht fast das ganze Jahr lang ein warmes, angenehmes Klima. Ausnahmen bilden der späte Oktober sowie November/Dezember. Im Jahresverlauf bewegt sich die Temperatur zwischen 22 und 32 Grad Celsius.

Unterkünfte: Nha Trang bietet Hotels aller Preiskategorien, empfehlenswert ist das Fünf-Sterne-Hotel The Anam in der Cam Ranh Bay. Übernachtungen im Doppelzimmer sind ab 165 Euro pro Nacht buchbar. Das Hotel liegt 20 Transferminuten vom Airport entfernt.

Ausflüge: Eine Vespa-Tour durch die Stadt mit Fahrer, Essen und Kaffee ist für 72 Euro buchbar; ein Bootsausflug zu den schönsten Inseln für 89 Euro; eine Streetfood-Tour mit Fahrrad-Rikscha für 89 Euro.

Währung: Die Landeswährung ist der vietnamesische Dong. 1 Euro sind gut 25 000 Dong. Zum Geldabheben sind Visa-Kreditkarte oder Mastercard empfehlenswert. In seltenen Fällen kann man mit US-Dollar zahlen.

Weitere Informationen: Fremdenverkehrsamt Indochina Services, Steinerstrasse 15A, 81369 München, Telefon: (089) 2 19 09 86 60.

Die Reise wurde unterstützt vom Hotel The Anam. Über Auswahl und Ausrichtung der Inhalte entscheidet allein die Redaktion.