Die zweite Corona-Welle hat Europa fest im Griff. Derzeit gelten alle 27 EU-Mitgliedsstaaten – außer Deutschland – für das Robert-Koch-Institut (RKI) wieder ganz oder teilweise als Covid-19-Risikogebiete im Ausland. Darunter sind beliebte Urlaubsländer wie Spanien, Frankreich, die Niederlande und Regionen in Italien, Dänemark und Kroatien. 

In einigen dieser Länder sind die Corona-Neuinfektionszahlen derart hoch, dass wieder Lockdowns gelten. Hier gibt es den alphabetischen Überblick über die Maßnahmen in den einzelnen Ländern:

Belgien: Lockdown für sechs Wochen – Knuffelkontakte beschränkt

Belgien verzeichnet europaweit im Verhältnis zur Einwohnerzahl aktuell die meisten Neuinfektionen: Innerhalb von 14 Tagen waren zuletzt 1735 Covid-19-Fälle pro 100.000 EInwohner gemeldet worden. Die Regierung hat daher nun zu drastischen Maßnahmen gegriffen: Seit dem 2. November gilt ein sechswöchiger Lockdown – alle nicht zwingend notwendigen Geschäfte sind geschlossen.

In weiten Teilen des Landes gilt eine Ausgangssperre ab 22 Uhr. Bürger müssen, wenn möglich, von zu Hause aus arbeiten. Es gelten scharfe Kontaktbeschränkungen: Wer in einem Mehrfamilienhaushalt lebt, darf pro Woche nur je eine Person treffen, wer allein lebt, darf zwei Menschen pro Woche treffen. Eine Person davon gilt als sogenannter Knuffelkontakt – also ein Mensch, der geknuddelt werden darf.

Corona-Risikogebiete in Belgien: Ganz Belgien ist seit dem 30. September auf der RKI-Liste als Risikogebiet eingestuft, dementsprechend gibt es auch eine Reisewarnung vom Auswärtigen Amt.

Deutschland: Teil-Lockdown mit Urlaubsverbot im November

Auch Deutschland befindet sich seit dem 2. November in einem Teil-Lockdown, der mit strengen Kontaktbeschränkungen verbunden ist. Auch für geplante Reisen haben die Maßnahmen Auswirkungen: Im gesamten Land gilt ein touristisches Übernachtungsverbot bis Ende November. Hotels, Ferienwohnungen und andere Unterkünfte dürfen nur noch Geschäftsreisende aufnehmen. Das kommt praktisch einem Urlaubsverbot gleich.

Die Bundesregierung appelliert außerdem dringend, auf Besuche von Verwandten und Freunden sowie auf „überregionale tagestouristische Ausflüge“ zu verzichten. Diese sind, anders als touristische Übernachtungen, aber nicht verboten. Ab wie vielen Kilometern Entfernung ein Ausflug nicht mehr als regional gilt, dazu gibt es jedoch keine präzise Angabe. Der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Florian Herrmann, sagte dazu beispielsweise gegenüber dem Sender Antenne Bayern, dass es bei der Formulierung vor allem um ihre symbolische Wirkung gehe.

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In Frankreich gilt ein Lockdown

Frankreich ist seit dem 29. Oktober im Lockdown: Einwohner dürfen nur eine Stunde pro Tag Frischluft genießen, in einem Radius von einem Kilometer um die eigene Wohnung. Geöffnet sind nur noch dringend notwendige Geschäfte und Einrichtungen. Private Treffen sind nur in der Kernfamilie gestattet. Zudem gilt in weiten Teilen des Landes eine nächtliche Ausgangssperre.

Corona-Risikogebiete in Frankreich: Das gesamte Land gilt als Corona-Risikogebiet und steht auf der entsprechenden Liste des Robert-Koch-Institutes. Das gilt auch für die Überseegebiete Französisch-Guayana, Guadeloupe, Saint-Martin, La Réunion und Martinique. Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für alle betroffenen Gebiete ist in Kraft.

Griechenland: Lockdown mit Ausgangssperre

Griechenland verzeichnet so viele neue Corona-Fälle wie nie, aufgrund dieser Entwicklung kündigte die Regierung einen landesweiten Lockdown an. Dieser tritt am Samstag, 7. November, um 6 Uhr in Kraft und gilt vorerst bis Ende des Monats. Damit gilt eine allgemeine Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr – ausgenommen sind Berufstätige, die vom Arbeitgeber eine entsprechende Bestätigung mitführen. Auch Arztbesuche und das Gassigehen mit dem Hund sind erlaubt.

Wer tagsüber das Haus verlassen will, darf dies auch nur für einen triftigen Grund, zum Beispiel zum Einkaufen, für einen Arztbesuch oder Sport. Darüber muss derjenige oder diejenige in einer SMS an 13033 senden oder ein Formular auf forma.gov.gr ausfüllen. Es gilt im gesamten Land eine Maskenpflicht.

Alle Läden außer Supermärkten, Apotheken und anderen lebenswichtigen Geschäften müssen schließen. Kindergärten und Grundschulen bleiben zwar geöffnet, Gymnasien müssen jedoch auf Online-Betrieb umstellen.

Die Hotels sollen nach aktuellem Stand geöffnet bleiben, auch internationale Flüge sollen weiterhin stattfinden. Aber: Wer nach Griechenland reisen will, braucht ab Montag, 9. November, einen negativen PCR-Test. Dieser muss innerhalb von 48 Stunden vor der Einreise durchgeführt worden sein.

Corona-Risikogebiete in Griechenland: In Griechenland stehen mehrere Regionen auf der Risikogebiete-Liste des Robert-Koch-Institutes: Westmakedonien (seit 1. November), Attika (seit 8. November), Zentralmakedonien (seit 8. November), Ostmakedonien und Thrakien (seit 8. November), Epirus (seit 8. November), Thessalien (seit 8. November), Nördliche Ägäis (seit 15. November) und Peloponnes (seit 15. November).

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Großbritannien: Lockdown in England, Schottland, Wales

England hat am Donnerstag, 29. Oktober, einen Lockdown verhängt. Die Menschen dürfen seither nur noch aus triftigen Gründen das Haus verlassen. Restaurants, Pubs, Kultureinrichtungen sowie Sportzentren bleiben bis zum 2. Dezember dicht. Supermärkte und weitere als lebensnotwendig eingestufte Geschäfte dürfen geöffnet bleiben. Sport im Freien bleibt ebenfalls erlaubt, auch die Schulen bleiben in Betrieb.

In Schottland, Wales und Nordirland gelten andere Pandemieregeln – das öffentliche Leben wurde dort schon früher weitgehend heruntergefahren.

Corona-Risikogebiete in Großbritannien: Das gesamte Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland sowie Gibraltar gelten als Risikogebiete. Nicht auf der Liste des RKI stehen aktuell die weiteren Überseegebiete, sowie die Kronbesitze Isle of Man und die Kanalinsel Guernsey

Umgekehrt gilt auch Deutschland in Großbritannien als Risikogebiet – deutsche Reisende sowie britische Reiserückkehrer müssen ab Samstag, 7. November, für 14 Tage in Quarantäne.

Irland erstes EU-Land mit Lockdown

Irland war Vorreiter in Sachen zweiter Lockdown: Seit dem 22. Oktober müssen die Menschen in dem EU-Land weitgehend zu Hause bleiben. Erlaubt ist weiterhin Sport in einem Fünf-Kilometer-Radius vom Zuhause. Nicht notwendige Geschäfte sind geschlossen, die Schulen bleiben geöffnet.

Corona-Risikogebiete in Irland: Das gesamte Land gilt seit dem 24. Oktober als Corona-Risikogebiet, eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ist in Kraft.

Italien ist im Teil-Lockdown mit Ausgangssperre

Auch Italien reagiert auf die massiv gestiegene Zahl an gemeldeten Corona-Neuinfektionen mit einem Teil-Lockdown für vier Regionen – betroffen ist unter anderem die Lombardei. Dort müssen die Menschen weitgehend zu Hause bleiben, außer sie haben einen triftigen Grund, das Haus zu verlassen. Im gesamten Land gilt außerdem seit Freitag, 6. November, eine nächtliche Ausgangssperre.

Corona-Risikogebiete in Italien: Bis auf die Region Kalabrien gilt das gesamte Land Italien aus deutscher Sicht seit dem 1. November als Risikogebiet, eine entsprechende Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ist in Kraft.

Luxemburg erlässt Ausgangssperre

Im EU-Land Luxemburg gilt seit Ende Oktober eine nächtliche Ausgangssperre. Bis Ende November bleibt diese in Kraft. Noch länger gelten Kontaktbeschränkungen: Bis Ende des Jahres dürfen sich nur noch maximal vier Personen ohne Maske in Restaurants oder Privaträumen treffen.

Corona-Risikogebiete in Luxemburg: Das Land gilt als Corona-Risikogebiet und steht seit dem 25. September erneut auf der Liste des RKI. Es gilt eine Reisewarnung der deutschen Regierung.

Teil-Lockdown in den Niederlanden

Die niederländische Regierung hatte ab dem 14. Oktober einen vierwöchigen Teil-Lockdown angeordnet. Kneipen, Cafés und Restaurants müssen geschlossen bleiben, der Verkauf von Alkohol in Supermärkten und anderen Geschäften ist ab 20 Uhr verboten. Die Bürger dürfen nur maximal drei Gäste pro Tag in ihrer Wohnung empfangen. Zudem sollen sie Bus und Bahn nur in dringenden Fällen nutzen.

Corona-Risikogebiete in Holland und den Niederlanden: Das gesamte Land Niederlande inklusive der autonomen Länder gilt seit dem 17. Oktober als Corona-Risikogebiet, und es gibt eine Reisewarnung seitens des Auswärtigen Amts.  

Österreich: Lockdown bis 6. Dezember

Österreich ist seit etwa eineinhalb Woche im Teil-Lockdown, doch die Infektionszahlen steigen weiterhin rasant. Daher hat die Regierung die Maßnahmen erneut verschärft. Ab Dienstag, 17. November, gilt im gesamten Land ein kompletter Lockdown mit ganztägigen Ausgangsbeschränkungen. Die neuen Maßnahmen sind bis 6. Dezember geplant, Kanzler Sebastian Kurz wird noch an diesem Samstag über weitere Details informieren. 

Restaurants, Hotels, Kultur- und Sporteinrichtungen sind bereits seit eineinhalb Wochen geschlossen. Ein Urlaub für deutsche Reisende ist damit aktuell nicht möglich – es sei denn, sie kommen bei Verwandten oder Freunden unter. Aber auch das hätte eine Quarantäne aufgrund der Einstufung als Risikogebiet zur Folge.

Die Zahlen in Österreich erreichten am Freitag einen Höchstwert von 9586 gemeldeten Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Der Schnitt in den vergangenen sieben Tagen liegt landesweit bei 554,2 Fällen pro 100.000 Einwohner, regional aber sogar bei bis zu 850.

Corona-Risikogebiete in Österreich: Das gesamte Land Österreich, mit Ausnahme der Gemeinden Jungholz und Mittelberg/Kleinwalsertal, gilt seit 1. November als Corona-Risikogebiet. Es steht auf der Liste des RKI, eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ist in Kraft.

Polen: Touristische Übernachtungen verboten

Die polnische Regierung teilt das Land in gelbe und rote Zonen ein – aktuell ist Polen aber komplett rot. Damit sind alle Restaurants und Bars vorübergehend geschlossen, Treffen mit mehr als fünf Personen sind verboten. Geöffnet sind nur noch dringend notwendige Geschäfte, für Menschen ab 70 Jahren gelten Ausgangssperren.

Wie auch in Deutschland sind die Hotels nur noch für Geschäftsreisende geöffnet, touristische Übernachtungen sind ab dem 7. November verboten.

Corona-Risikogebiete in Polen: Das gesamte Land gilt als Risikogebiet, eine Reisewarnung ist seit dem 24. Oktober in Kraft.

Lockdown in Slowenien: Hotels schließen

Auch Slowenien ergreift strenge Maßnahmen aufgrund der steigenden Corona-Zahlen. Seit dem 24. Oktober müssen Geschäfte sowie die Hotels, Kindergärten, Studentenheime, Friseurläden und Schönheitssalons geschlossen bleiben. Restaurants dürfen nur Essen zum Mitnehmen verkaufen oder ausliefern. 

Bereits seit dem 20. Oktober gibt es eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 und 6 Uhr. Auch Reisen innerhalb der zwölf Regionen sind untersagt. Reisende, die zwischen Deutschland und dem Balkan unterwegs sind und dabei durch Slowenien fahren, können ungehindert durchreisen. 

Corona-Risikogebiete in Slowenien: Das gesamte Land Slowenien gilt seit dem 1. November als Risikogebiet, eine Reisewarnung ist in Kraft.

Spanien befindet sich im Alarmzustand

In Spanien gilt seit dem 25. Oktober der Alarmzustand – und zwar bis mindestens zum 9. Mai. Es gilt in fast allen Regionen des Landes eine nächtliche Ausgangssperre, einzige Ausnahme sind die Kanaren. In viele betroffene Gebiete, darunter Katalonien, dürfen Menschen zu touristischen Zwecken nicht mehr einreisen. Bereits seit Anfang August gibt es im ganzen Land eine Maskenpflicht auch im Freien.

Die Einreise für Deutsche ist zwar noch möglich, allerdings gilt ab 23. November 2020 für alle Touristen, per Flugzeug oder Schiff anreisen und aus einem Risikogebiet – dazu zählt auch Deutschland – kommen, eine Corona-Testpflicht. ein negatives Testergebnis eines PCR-Covid-19-Tests mit sich zu führen.

Corona-Risikogebiete in Spanien: Ganz Spanien, mit Ausnahme der Kanaren, steht als Risikogebiet auf der RKI-Liste, es gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. 

Tschechien: Lockdown und Einreiseverbot für Touristen

Aufgrund der hohen Corona-Neuinfektionszahlen gilt in Tschechien seit dem 22. Oktober ein Lockdown. Touristen dürfen nicht einreisen. Ausnahmen gibt es unter anderem für Geschäfts- und Dienstreisen, Familienbesuche, Reisen aus medizinischen Gründen oder zur Wahrnehmung von Behördenterminen.

Für die Bürger gilt eine Ausgangssperre – nur Wege zur Arbeit, zur Familie, zum Arzt oder zum Einkaufen, Spaziergänge und Sport im Freien sind erlaubt. Draußen dürfen sich maximal zwei Personen treffen.

Außerdem mussten alle Geschäfte schließen, davon ausgenommen sind Lebensmittelläden, Apothemen und Drogerien. Ebenso sind alle Restaurants, Bars und Nachtlokale geschlossen, sie dürfen nur Gerichte zum Mitnehmen bis 20 Uhr verkaufen. Auch Sehenswürdigkeiten, Museen, Theater und Hotels sind dicht. Nur für Dienstreisen sind die Hotels in Betrieb.

Corona-Risikogebiete in Tschechien: Für die Tschechische Republik gilt seit dem 25. September eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, seitdem steht das Land auch auf der RKI-Liste der Risikogebiete.