Die Tourismusbranche auf Mallorca hat wie die in vielen anderen beliebten Reiseländern stark unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie gelitten. Schon in den Osterferien war aufgrund der Einreisebeschränkungen kaum an Urlauber aus dem Ausland zu denken. Und spätestens, seit die Balearen wie der Rest Spaniens als Risikogebiet gelten, bricht mit den Deutschen ein wichtiges Herkunftsland von Urlaubern weg.

Aktuell schnellen die Infektionszahlen mit dem Coronavirus in vielen europäischen Ländern wieder in die Höhe – auch in Deutschland. Wie also können sich Hoteliers und andere auf das Reisejahr 2021 vorbereiten? Darüber haben am Freitag auch die Balearen-Regierung und die spanische Zentralregierung beraten und sich in einem ersten Schritt auf ein Protokoll geeinigt. Auch für die Kanarischen Inseln soll es gelten.

Corona-Risikogebiet? Negativer Corona-Test könnte bei Ein- und Ausreise eine Lösung sein

Durch das Protokoll sollen sichere Reisekorridore mit anderen Ländern geschaffen werden, auch mit Deutschland. Der „Mallorca Zeitung“ zufolge soll das passieren, „sobald es möglich ist und die Inzidenz es erlaubt“. Denn die Inzidenz wird für die Reisekorridore eine große Rolle spielen. Solange das Herkunftsland eine Inzidenz von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in 14 Tagen nicht überschreitet, sollen Reisende aus diesen Ländern ohne Einschränkungen einreisen dürfen.

Liegt das Land über dieser Inzidenz, soll ein negativer Corona-Test vorgelegt werden, der bei Abreise nicht älter als 48 Stunden sein darf. Wie es dagegen bei der Rückreise aussieht, muss noch geklärt werden. Vermutlich laufe es darauf hinaus, dass Urlauber schon auf den Balearen einen kostenlosen Corona-Test machen können, um die Quarantäne zurück in der Heimat zu umgehen.

Sollte dieser positiv ausfallen, könnten die Urlauber die Quarantäne in einem von der Balearen-Regierung bereitgestellten Hotel verbringen.

Balearen hoffen auf Reisekorridore zu Deutschland und anderen Ländern

„Es ist ein wichtiges Abkommen und ein großer erster Schritt“, sagte Tourismus-Minister Iago Negueruela. „Nun müssen wir daran arbeiten, die Inzidenz zu senken. Mit dem Protokoll haben wir aber zumindest eine Verhandlungsgrundlage, um den Tourismus in der Saison 2021 wiederzubeleben.“

Auf Basis des Protokolls wollen die Balearen nun in die Verhandlungen mit Ländern wie Großbritannien, Deutschland und Italien gehen, aus denen normalerweise die meisten Urlauber nach Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera kommen. Derzeit liegt die 14-Tage-Inzidenz allerdings noch weit über der genannten Schwelle – bei 121,1 Fällen pro 100.000 Einwohner (Stand: 9. Oktober 2020).