Lange galt der Herbsturlaub in Deutschland als sichere Bank. Doch seit immer mehr Kreise und Städte zu Risikogebieten erklärt werden und Bundesländer Beherbergungsverbote für Urlauber aus diesen Corona-Hotspots aussprechen, bricht für viele auch diese Option weg.

Fast täglich werden immer mehr Kreise und kreisfreie Städte als Risikogebiete eingestuft. In einigen Bundesländern haben bereits die Herbstferien begonnen, etwa in Berlin, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland.

In diesen Bundesländern gibt es aber mittlerweile bereits mindestens einen Corona-Hotspot. Wer aus diesen Regionen kommt, muss vor der Reise in den Deutschland-Urlaub einiges beachten. Denn in den meisten Bundesländern dürfen Menschen aus Risikogebieten nur noch mit einem negativen Corona-Test übernachten. Nur in Berlin, Bremen, Thüringen und Baden-Württemberg gilt aktuell kein Beherberungsverbot.

Aber welche Corona-Hotspots und somit Risikogebiete gibt es eigentlich aktuell in Deutschland? Darüber informiert tagesaktuell das RKI. Und hier findest du die deutschen Städte, die aktuell als Risikogebiete gelten, im Überblick:

  • Berlin: die Bezirke Mitte, Neukölln, Charlottenburg-Wilmersdorf, Tempelhof-Schöneberg, Friedrichshain-Kreuzberg, Reinickendorf und Spandau
  • Bremen

Corona-Hotspots in NRW

  • Aachen
  • Bochum
  • Dortmund
  • Duisburg
  • Düsseldorf
  • Essen
  • Gelsenkirchen
  • Hagen
  • Hamm
  • Herne
  • Köln
  • Leverkusen
  • Solingen
  • Wuppertal

Corona-Hotspots in Bayern

  • Memmingen
  • München (und angrenzend der Landkreis Fürstenfeldbruck)
  • Rosenheim
  • Schweinfurt
  • Weiden i. d. Oberpfalz

Risikogebiet-Städte Baden-Württemberg

  • Baden-Baden
  • Heilbronn
  • Stuttgart (und angrenzend Landkreis Esslingen)

Diese Städte in Hessen sind Corona-Hotspots

  • Frankfurt am Main
  • Kassel
  • Offenbach am Main

 

Risikogebiet-Städte in Niedersachsen und Rheinland-Pfalz

  • Delmenhorst
  • Mainz (und zwischen Frankfurt und Mainz der Landkreis Groß-Gerau)

Hinzu kommen mehrere Landkreise, wo auch Menschen außerhalb der Großstädte vom Beherbergungsverbot für Gäste aus Risikogebieten betroffen sind. Diese Karte zeigt alle Risikogebiete in Deutschland:

Beherbergungsverbot: Die Rechte der Reisenden auf Stornierung

Die Einstufung als Risikogebiet hat für die Einwohner der betroffenen Regionen Auswirkungen auf ihren Urlaub. Denn mehrere Bundesländer in Deutschland haben für Reisende aus Corona-Hotspots ein Beherbergungsverbot verhängt. Übernachten dürfen dann oft nur Menschen, die ein höchstens 48 Stunden altes, negatives Corona-Testergebnis vorweisen können. Nur in Berlin, Bremen, Baden-Württemberg und Thüringen gibt es eine solche Regelung aktuell nicht. In Mecklenburg-Vorpommern müssen Reisende aus Risikogebieten auch mit einem negativen Corona-Test in Quarantäne.

Wer aufgrund eines Beherbergungsverbotes nicht mehr wie geplant Urlaub machen kann, hat laut Reiserechtsanwalt Paul Degott ein Recht darauf, das Geld für das gebuchte Hotelzimmer oder eine andere Unterkunft zurückzubekommen. Das gelte aber nur, wenn die Beherbergungsbetriebe den Gast aufgrund der neuen Regelung nicht mehr aufnehmen könne. Wer nun nicht mehr reisen will, etwa weil er keinen Corona-Test machen lassen möchte, könne dagegen nicht mit einer kostenlosen Stornierung rechnen – es sei den, die Unterkunft zeige sich kulant.

Trotz teils großer Kritik an dem Beherbergungsverbot wurde die Entscheidung bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch nicht gekippt. Stattdessen soll die Regelung so noch bis vorerst 8. November gelten.

Hamburg und Berlin sind für die Schweiz Risikogebiete

Hamburg gilt mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 30,5 (Stand: 15. Oktober)  zwar aktuell noch nicht als Risikogebiet. Trotzdem gibt es für Hamburger derzeit Reiseeinschränkungen: In der Schweiz gilt die Hansestadt seit dem 12. Oktober – gemeinsam mit Berlin – als Risikogebiet. Der Grund: Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) setzt Länder oder Regionen auf die Quarantäne-Liste, die innerhalb von zwei Wochen mehr als 60 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner verzeichnen.